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YB: Kraft sparend zum sicheren Sieg

Die Young Boys haben den Fall ans Tabellenende souverän verhindert. Beim 3:0-Erfolg in Luzern gegen einen harmlosen FCL kontrollierte YB das Geschehen. Carlos Varela zeigte wie gegen Debrecen eine überzeugende Leistung.

Reales Fussballtrainersein ist manchmal wie im virtuellen Hattrick-Managerspiel auf dem Internet. Diesen Eindruck erhielt man am Sonntag, als Vladimir Petkovic den 3:0-Sieg von YB in Luzern analysierte. «Wir haben nach der Pause nicht mit voller Energie gespielt und das Resultat verwaltet», sagte Petkovic. Auch im Kraft sparenden Modus gerieten die Young Boys nie in Gefahr – mit ein bisschen mehr Konsequenz hätten sie einen Kantersieg erringen können. «Ich bin zufrieden, viele Spieler waren angeschlagen, und fast alle waren noch müde vom Spiel am Donnerstag gegen Debrecen», sagte Petkovic, der von einem «hart einsteigenden Gegner» sprach. Abwehrchef Saif Ghezal musste zur Pause ausgewechselt und im Spital untersucht werden. Er hat sich das rechte Fussgelenk aber bloss verstaucht und dürfte gegen Aarau am Sonntag wieder dabei sein.

Wunderbare Tage für YB

Die Entwarnung bei Ghezal am Sonntagabend war die letzte positive Nachricht in einer wunderbaren Woche für YB. Am vorletzten Sonntag war Petkovic am Mittag als neuer Trainer präsentiert worden, wenige Stunden später siegte YB 2:1 gegen Xamax. Und auf das überzeugende 4:1 in der Uefa-Cup-Qualifikation gegen Debrecen liess YB gestern ein überzeugendes 3:0 in Luzern folgen. Bei einer Niederlage wäre YB auf dem letzten Platz gestanden – doch nach der Minisiegesserie eröffnen sich YB in der Liga wie im Europacup neue Perspektiven. «Wir sind auf einem guten Weg», sprach Petkovic. «Aber die Arbeit wird uns nicht ausgehen.» In der Tat waren Debrecen und Luzern angenehme Aufbaugegner und ideale Sparringpartner, um das neue System einzuführen. Das Team agierte auch im zweiten Auftritt im 3-4-3-Gewand defensiv vor der Pause nicht immer sattelfest. Doch Luzerner Unvermögen und ein reflexstarker YB-Goalie Marco Wölfli verhinderten in der ersten Halbzeit den Ausgleich Luzerns. Und nachdem Carlos Varela bereits in der ersten Minute des zweiten Durchgangs mit einem überlegten Flachschuss das 0:2 erzielte, war der Widerstand der harmlosen Luzerner gebrochen. Ohne die verletzten Innenverteidiger Dusan Veskovac und Boubacar Diarra, den angeschlagenen Michel Renggli und den gesperrten Gerardo Seoane fehlten dem verunsicherten FCL die vier zentralen Akteure im Defensivbereich.

YB nutzte die Gunst der Stunde. Begonnen hatte der Nachmittag mit einem frühen Tor, wobei bezüglich Urheber selbst bei den Tatverdächtigen Unklarheit herrschte. Weder Mario Raimondi, der den Freistoss trat, noch der vor der Pause sehr auffällige Marco Schneuwly, der den Ball möglicherweise leicht abfälschte, konnten bei der Recherche weiterhelfen – vielleicht kann man sich ja auf Mario Schneuwly als Torschützen einigen.

Varela mit kühlem Kopf

Nicht beklagen hätte sich YB dürfen, wenn der unsichere Schiedsrichter Jerome Laperrière in der 11.Minute auf Elfmeter für Luzern entschieden hätte, als Miguel Portillo den dribbelnden Claudio Lustenberger zu Fall brachte. Nach einer halben Stunde war es Lustenberger, bereits verwarnt, der den FCL schwächte, als er wegen Ballwegschlagens seine zweite gelbe Karte erhielt. YB kontrollierte und verwaltete clever und schoss – Energie sparend – noch das 3:0, als der für Ghezal eingewechselte Kamil Zayatte nach einem Eckball Varelas mit einem Kopfball erfolgreich war.

In der umkämpften Begegnung kam die Bahre mehrmals zum Einsatz, und es war bemerkenswert, wie ruhig Carlos Varela in der Hektik blieb. Er betätigte sich mit seinem Tor zum 2:0 für einmal sogar als Abkühler der erhitzten Gemüter – danach herrschten auf dem Platz klare Verhältnisse. In der Form und mit der Disziplin der letzten Tage ist Varela für YB unverzichtbar. Das sieht auch Petkovic so: «Ich will Varela unbedingt behalten, er passt perfekt in unser System und ist ein grossartiger Fussballer.» Anfang Woche finden weitere Gespräche zwischen Varela, der den Verein verlassen möchte, und den YB-Verantwortlichen statt. «Uns liegt keine Offerte vor», sagte Sportchef Alain Baumann. «Und wir wollen Varela nicht abgeben.» Vielleicht also bleibt der Stürmer bei YB – und erhält mit David Degen bald einen weiteren Partner im Angriff. Die Aufholjagd soll weitergehen.

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