YB vergibt Sieg – Sion lässt sich nicht bremsen

YB lässt in Luzern wichtige Punkte liegen, Thun schafft es nicht Sion zu bremsen und verliert 1:0.

  • loading indicator

Der FC Luzern beendet seine Niederlagenserie. Das 2:2 gegen YB war der erste Punktgewinn nach drei Pleiten in Folge. Es war ein hart umkämpfter Punkt für die Innerschweizer, obwohl der Schweizer Meister in der Swissporarena nur langsam in die Gänge kam und sich lange schwer tat gegen die überfallartigen Angriffe der Luzerner. Das Team von Thomas Häberli verzeichnete schon in der ersten Viertelstunde zwei sehr gute Möglichkeiten. Die dritte durch Ibrahima Ndiaye (22.) führt zum 1:0. Die Freude währte nicht lange.

Nach 30 Minuten stellte YB-Trainer Gerardo Seoane sein 4-3-2-1-System auf ein 4- 4-2 um. Der Ausgleich entstand dennoch eher glücklich durch einen Fehler eines Luzerners. Verteidiger Stefan Knezevic verschätzte sich und konnte Roger Assalé danach nur noch im Stil eines Kranzschwingers im Strafraum niederringen. Den Penalty zum 1:1 verwandelte Jean-Pierre Nsame sicher. Es war bereits der 6. Saisontreffer des 26-jährigen Kameruners. Nur fünf Minuten traf Assalé nach einer schönen Einzelleistung zum 2:1. Die Young Boys haben mit zwei Chancen in 45 Minuten das Spiel gedreht. Schmeichelhaft zwar, aber effizient.

YB kontrollierte die Partie in Luzern

«Wir brauchen den Schlag auf den Kopf, um einen Gang hochzuschalten, sagte Christian Fassnacht zu Pause. «Jetzt sind wir auf Kurs.» Tatsächlich. Die Müdigkeit und Enttäuschung nach dem Aus in der Champions League schien endgültig aus den Knochen geschüttelt, die Leichtigkeit eines Tabellenführers wieder da zu sein. YB kontrollierte die Partie in Luzern. Wenig sprach für Häberlis Team. Doch die Mannschaft zeigte Moral. Sie biss sich erneut ins Spiel. Es entstand ein hitziges Hin und Her, mit Chancen hüben wie drüben. Mit dem FCL als glücklichere Partei.

Nach einem Eckball schraubte sich Verteidiger Lucas Alves am Höchsten und traf zum inzwischen verdienten 2:2. Tsiy Ndenge hatte sogar noch die Chance zum ersten Heimsieg der Saison. Statt Freistoss liess Ref Tschudi weiterlaufen. Eine strittige Entscheidung. Im Gegenzug hielt Schwegler Mambimbi zurück und sah Gelb-Rot (93.). Schwegler applaudierte in Richtung Schiedsrichter. Es wurde nochmals hektisch, aber blieb beim 2:2 – in einem Spiel, das keinen Verlierer verdient hat.

Thun nach 45 Minuten im Rückstand

«Ab und zu brauchen wir ein Tor um aufzuwachen», sagte Thuns Matteo Tosetti in der Pause. Der 27-jährige Tessiner ist gerade verletzt, der Oberschenkel, und das ist für Thun nicht gut. Tosetti gehört zu den besten Vorbereitern der Liga. Wenn er fehlt, tun sich die Berner Oberländer häufig schwer. Oder: Noch schwerer als sonst.

Thun ist nicht gut in die Saison gestartet. Die Mannschaft gewann in den ersten fünf Super-League-Runden nur ein Mal, zuletzt unterlag sie Servette zu Hause 0:4. Nun kam Sion in die Stockhorn-Arena. Thuns Trainer Marc Schneider setzte nach den enttäuschenden jüngsten Resultaten auf einen neuen Goalie, Andreas Hirzel spielte für den fehleranfälligen Guillaume Faivre. Doch auch der 26-jährige Zürcher, einst beim HSV unter Vertrag, konnte nicht verhindern, dass sein Team nach 45 Minuten in Rückstand lag. Hirzel war chancenlos, als Ermir Lenjani nach einem phantastischen 70-Meter-Pass von Pajtim Kasami alleine vor ihm stand und mit einem Lob das 1:0 für die Walliser erzielte. Thuns Trainer Marc Schneider ärgerte sich über die miserable Verteidigungsarbeit seines Teams in dieser Szene: «Das war ein riesiges Geschenk».

Thuner finden kein Mittel gegen Sion

Die Thuner hatten in der ersten Halbzeit die besten Offensivszenen nach dem Gegentreffer. Simone Rapp köpfelte auf die Latte, Basil Stillhart vergab unmittelbar vor der Pause. Und auch in der zweiten Halbzeit machten die Thuner im Abschluss nichts besser. Sie blieben blass und fanden keinen Weg, um ein Tor zu erzielen. Zuletzt vergab der eingewechselte Ridge Munsy in der 93. Minute.

Es wird in Thun kaum Unruhe aufkommen nach diesem Saisonbeginn, dafür ist der Verein zu gefestigt, zu realistisch. Beim FC Sion wäre es ganz anders. Aber beim FC Sion, seit dieser Saison von Stéphane Henchoz gecoacht, braucht sich momentan niemand Sorgen zu machen. Seit dem Auftaktspiel gegen Basel (1:4) haben die Walliser nicht mehr verloren und zuletzt vier Mal in Serie gewonnen. Für den Trainer allerdings ist das kein Grund, alles gut zu finden. Sein Team vergab in Thun die vorzeitige Entscheidung, Chancen hatte es dafür genug. «Wir müssen uns immer noch steigern», sagt Henchoz - und führt die Mannschaft ab Dienstag für vier Tage ins Trainingslager nach Crans-Montana.

Telegramme

Luzern - Young Boys 2:2 (1:2)

10'911 Zuschauer. SR Tschudi. Tore: 22. Ndiaye (Margiotta) 1:0. 38. Nsame (Foulpenalty) 1:1. 43. Assalé (Nsame) 1:2. 60. Lucas (Corner Margiotta) 2:2.

Luzern:Müller; Schwegler, Knezevic, Lucas, Grether; Voca, Schulz; Kakabadse (59. Eleke; 94. Sidler), Ndiaye, Schürpf; Margiotta (67. Ndenge).

Young Boys: Von Ballmoos; Lotomba (71. Janko), Sörensen, Fabian Lustenberger, Garcia; Aebischer, Sierro; Assalé, Fassnacht (75. Gaudino), Ngamaleu (85. Mambimbi); Nsamé.

Bemerkungen:Luzern ohne Matos (nicht spielberechtigt), Young Boys ohne Camara, Lauper, Spielmann, Hoarau, Martins und Sulejmani (alle verletzt). 92. Gelb-Rote Karte gegen Schwegler wegen Fouls.

Verwarnungen: 2. Ngamaleu (Foul). 18. Schwegler (Foul). 36. Knezevic (Foul). 41. Ndiaye (Foul). 57. Grether (Foul). 67. Sierro (Foul).

Thun - Sion 0:1 (0:1)

5003 Zuschauer. - SR Schnyder. - Tor: 17. Lenjani (Kasami) 0:1.

Thun:Hirzel; Glarner, Havenaar, Sutter, Kablan (57. Salanovic); Vasic (88. Munsy), Fatkic (68. Chihadeh), Stillhart, Hefti; Castroman, Rapp.

Sion:Fickentscher; Maçeiras, Kouassi, Ndoye, Facchinetti; Zock, Toma; Kasami, Grgic (77. Khasa), Lenjani (90. Fortune); Uldrikis (84. Song).

Bemerkungen:Thun ohne Hediger, Tosetti, Bigler, Karlen, Hunziker, Ziswiler, Rodrigues (alle verletzt), Wanner und Righetti (beide krank). Sion ohne Behrami, Andersson, Adão, Luan, Raphael (alle verletzt), Bamert, Baltazar und Morgado (alle nicht im Aufgebot). 37. Kopfball von Rapp an die Latte.

Verwarnungen: 25. Fatkic (Foul), 37. Facchinetti (Foul), 40. Kablan (Foul), 54. Ndoye (Foul), 74. Kasami (Foul), 83. Havenaar (Foul), 87. Castroman (Foul).

ete/ukä

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt