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Berner Derbys im Wandel

Der SC Bern hat die letzten neun Partien in Langnau gewonnen. CEO Marc Lüthi relativiert den Wert der Berner Derbys. Bei den SCL Tigers spricht man trotzdem von einer «besonderen Note».

Das Tatze-Derby 2007 im Stade de Suisse vor über 30000 Zuschauerinnen und Zuschauer hat letztlich sowohl für den SC Bern als auch die SCL Tigers einen Mehrwert geschaffen.
Das Tatze-Derby 2007 im Stade de Suisse vor über 30000 Zuschauerinnen und Zuschauer hat letztlich sowohl für den SC Bern als auch die SCL Tigers einen Mehrwert geschaffen.
Andreas Blatter

In den Siebzigerjahren waren die Begegnungen zwischen dem SC Bern und dem SC Langnau stets von Emotionen geprägt. Auch nach dem Wiederaufstieg der Emmentaler in die NLA 1998 verteidigten die Tiger gegen die Bären zumindest ihr Heimterrain oft erfolgreich. Mittlerweile hat sich die Leistungsschere zwischen den einstigen Rivalen markant geöffnet: Von den letzten 20 Begegnungen hat Bern 17 gewonnen; seit knapp fünf Jahren warten die Tigers auf einen Heimsieg – mit ein Grund, weshalb SCB-CEO Marc Lüthi den Berner Derbys nicht mehr den höchsten Wert zumisst.

Am Samstag gastiert der SC Bern in Langnau: In den letzten neun Spielen in der Ilfishalle hat stets der SCB gesiegt. Ist der sportliche Reiz dieses Vergleichs für Sie überhaupt noch speziell? Marc Lüthi: Für die Tigers ist es sicher immer sehr motivierend, gegen uns zu spielen. Deshalb erwarte ich, dass wir die Partie voll konzentriert in Angriff nehmen.

Es wird das einzige Saisonderby in der Ilfishalle sein, da die Tigers ihr zweites Heimspiel am 3.Januar 2010 in Bern austragen werden. Kann bei den einstigen Rivalen nun von einer «wirtschaftlichen Interessengemeinschaft» gesprochen werden? Ja, man ist sicher in gewisser Hinsicht aufeinander angewiesen und verfolgt ähnliche Interessen. Wir helfen deshalb den Tigers gerne. Nur, die Unterstützung soll ausschliesslich neben und nicht auf dem Eis gelten.

Der aktuelle Spielplan sieht vor, dass der SC Bern je sechsmal gegen Biel, Gottéron und Servette antritt. Im Vergleich zur letzten Spielzeit sind die SCL Tigers in diesem «Viererpool» nicht mehr dabei... Das stört mich nicht. Klar, wäre es schön, noch zwei Derbys mehr zu haben. Aber man kann nicht immer auswählen. Und Servette in eine Ostgruppe einzuteilen wäre sinnlos.

Die beiden Kantonsrivalen Biel und Langnau sind vor einem allfälligen Abstieg nicht gefeit. Wäre ein Wegfall dieser Derbys für den SCB ein Problem? Sagen wir es so: Spiele gegen den EHC Biel oder die SCL Tigers sind sicher interessant. Aber Partien gegen Davos, Lugano und mittlerweile auch wieder gegen Freiburg sind für uns noch interessanter.

Eine geschlossene Liga ohne Absteiger ist für Sie demnach kein Thema? Im Moment, unter diesen Umständen, sicher nicht...

...auch nicht unter der Berücksichtigung, dass dadurch die Berner Derbys erhalten blieben? Dies wäre eine Regulation ausserhalb der Gesetze der Marktwirtschaft. Und daran habe ich keine Freude.

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