Zum Hauptinhalt springen

Biel entzaubert im Spitzenkampf Bern

Der EHC Biel löst mit dem 5:2-Auswärtssieg Kantonsrivale SC Bern als Leader ab und bekräftigt seine Ambitionen.

Biels Damien Riat lenkt einen Schuss unhaltbar für Berns Goalie Leonardo Genoni ins Tor ab.
Biels Damien Riat lenkt einen Schuss unhaltbar für Berns Goalie Leonardo Genoni ins Tor ab.
Keystone

Allzu aussagekräftig ist die Tabelle derart früh in der Saison noch nicht. Trotzdem war die Affiche des gestrigen Derbys zumindest aus kantonalbernischer Perspektive etwas Besonderes: Leader SC Bern empfing mit dem EHC Biel den ersten Verfolger zum Spitzenspiel. Dass der SCB nationale Spitze verkörpert, ist nichts Neues, doch nun machen sich die Seeländer daran, zumindest sanft an der relativ starren Hierarchie im nationalen Eishockey zu rütteln.

Seit der EHC Biel auf die Saison 2015/16 ins neue Stadion eingezogen ist, hat die Vereinsführung das Budget kontinuierlich auf 16,5 Millionen Franken erhöht und das Team durch Schlüsseltransfers erheblich verstärkt. Zuerst wurde Jonas Hiller, ein Goalie mit 437 Partien NHL-Erfahrung, verpflichtet, dann Verteidiger-Haudegen Beat Forster aus Davos geholt. Und in diesem Sommer wechselten mit Damien Brunner und Damien Riat zwei Nationalstürmer zum EHCB.

Ein Detail verdeutlicht, dass die Tissot-Arena im Schweizer Eishockey spätestens mit der Bieler Qualifikation für den Playoff-Halbfinal im Frühling zu einer guten Adresse geworden ist: Die Initiative für die Verhandlungen ging nicht vom Club, sondern von Brunner aus, der seine Tore einst in der NHL geschossen hatte.

Seit dem letzten Titel Biels ist Bern neunmal Meister geworden

Im Umfeld des EHCB ist eine Aufbruchstimmung auszumachen. Laut einer Onlineumfrage des «Bieler Tagblatts» trauen 48 Prozent der Abstimmenden den Seeländern zu, den dritten Platz aus der Vorsaison zu bestätigen. 28 Prozent erwarten sogar noch eine Steigerung. Trotz aufsteigender Tendenz ist Biel im Vergleich mit dem SCB nach wie vor Aussenseiter. Nach dem dritten und letzten Seeländer Meistertitel im Jahr 1983 haben die Stadtberner noch neunmal den Titelgewinn gefeiert. Und seit dem Wiederaufstieg konnte sich Biel in zehn Meisterschaften nie vor dem Rivalen aus der Hauptstadt klassieren. Die Berner holten in 500 Qualifikationspartien 301 Punkte mehr.

Doch Statistiken und Verdienste aus der Vergangenheit nützen in der Gegenwart herzlich wenig. Und vor Ehrfurcht erstarren die Bieler in der Postfinance-Arena schon lange nicht mehr. Sie begannen diesmal forsch und überrumpelten die Mannschaft Kari Jalonens damit offensichtlich. Jedenfalls unterliefen den Akteuren des Leaders Fehler, wie man sie in dieser Saison noch nie gesehen hatte.

Auch durch das 1:1 Tristan Scherweys 1,3 Sekunden vor der ersten Pause liessen sich die Seeländer nicht beeindrucken. Nach dem ersten Seitenwechsel erzeugte das Team des ehemaligen SCB-Meistertrainers Antti Törmänens phasenweise viel Druck und gefiel durch eine hohe Spielkultur. Die 2:1-Führung nach 40 Minuten – nach Toni Rajala hatte mit Anssi Salmela auch der zweite Finne getroffen – war jedenfalls nicht gestohlen.

Am Ende reüssierten die Bieler in Bern mit 5:2 und übernahmen so die Tabellenspitze. Ironischerweise wurde Ersatzgoalie Elien Paupe neben Rajala (3 Tore) mit vielen starken Paraden zum Matchwinner. Törmänen hatte Hiller für einmal eine Pause verordnet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch