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Biel verpasst die Sensation mit viel Drama

Der EHC Biel unterliegt Frölunda nach Verlängerung 3:5.

Die Entscheidung: Jonas Hiller kassiert das 3:5.
Die Entscheidung: Jonas Hiller kassiert das 3:5.
Freshfocus

Es sind so ziemlich sämtliche Gefühle auf der Klaviatur der Emotionen, die an diesem Abend in Biel gespielt werden: von grenzenloser Freude bis zu grenzenloser Enttäuschung. Bis 151 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit war der EHC Biel für den Halbfinal der Champions Hockey League qualifiziert. Weil es, nach Biels 3:2-Sieg im Hinspiel, 3:3 stand und in diesem Wettbewerb weiterkommt, wer im Gesamtskore mehr Tore erzielt. Die Sensation, sie lag in der Luft. Frölunda, das als beste europäische Mannschaft ausserhalb der KHL gilt und die CHL bereits dreimal gewinnen konnte, wankte.

Doch es fiel nicht. Die Schweden wendeten die Partie tatsächlich noch, erzwangen eine Verlängerung, und dort machte Patrik Carlsson in Überzahl mit dem 3:5 alles klar. Und so sagte ein ziemlich verärgerter Samuel Kreis danach: «Wären wir ein bisschen intelligenter, wären wir eine Runde weiter.» Gewiss sei Frölunda eine starke Mannschaft. «Aber wir gewinnen in Göteborg 3:2, führen hier 3:2. Nur nah dran zu sein, reicht mir nicht.»

«Das darf nicht sein»

Was Kreis meint, schildert der Verlauf der Schlussphase, in der es drunter und drüber ging. Erst brachten Marc-Antoine Pouliot (53.) und Peter Schneider (57.) den EHC Biel mit 3:2 in Front, womit die Halbfinal-Qualifikation sicher gestanden wäre. Die 5592 Zuschauer feierten bereits ausgelassen, aber sie machten die Rechnung ohne die Schweden.

Denn Coach Roger Rönnberg beorderte rund vier Minuten vor Schluss seinen Goalie Johan Mattsson zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Kasten – und Carlsson traf tatsächlich zum Ausgleich. Und 19 Sekunden später erzielte Theodor Lennström das 4:3, egalisierte damit das Skore in dieser Viertelfinal-Serie. «Das ist Kopfsache, ich kann es mir nicht anders erklären», meinte Schneider. «Das ist so eine Situation, in der du denkst: Es kann nicht mehr in die andere Richtung gehen. Das darf nicht sein.»

In der Verlängerung stand dann zunächst wieder die Equipe Antti Törmänens näher am Sieg. Doch dann musste Yannick Rathgeb auf die Strafbank. Und als die Schweden im Powerplay gleich reihenweise am erneut starken Jonas Hiller scheiterten, zog Rönnberg sein letztes Ass aus dem Ärmel. Er nahm ein Time-out. Und 36 Sekunden traf Carlsson mitten ins Bieler Herz.

Schonungslose Analyse

Natürlich gebe es ein paar positive Dinge, die man aus dieser Serie mitnehmen könne, hielt Schneider fest. «Wir konnten auf diesem Niveau läuferisch und technisch mithalten, es war ziemlich ausgeglichen.» Und doch: Am Ende bleibe halt nur die Enttäuschung.

Noch etwas deutlicher in seiner Analyse wurde Kreis. Er erinnerte daran, wie Biel in den letzten zwei Jahren drei kapitale Partien verlor. Im Playoff-Halbfinal 2018 führte es in der Serie gegen Lugano 2:0 und in Spiel 3 3:0, ehe die Tessiner spektakulär zurückkamen. In diesem Frühjahr unterlag der EHCB in der Halbfinal-Belle, dem SCB und nun also das Out gegen Frölunda. «Dass wir es nun wieder nicht geschafft haben, muss uns zu denken geben», sagte Kreis.

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