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Del Curto riskiert und verliert

Der EHC Biel legt im Playoff-Viertelfinal gegen den HC Davos mit 2:1-Siegen vor. Die Seeländer bezwingen die Bündner in einer aufwühlenden Partie nach einem 0:2-Rückstand.

Jacob Micflikier sorgte mit dem 1:2-Anschlusstreffer für die Auf- und Überholaktion der Bieler.
Jacob Micflikier sorgte mit dem 1:2-Anschlusstreffer für die Auf- und Überholaktion der Bieler.
Keystone

Eines muss man Arno Del Curto lassen. Er schafft es auch in seiner 22. Saison als HCD-Coach, zu überraschen. Nach der 1:3-Niederlage vom Dienstag griff Del Curto zum Rotstift, sortierte gleich fünf Spieler aus.

Zur dritten Viertelfinal-Partie in Biel verzichtete er gar darauf, sein Ausländerkontingent auszuschöpfen – Davos trat nur mit Magnus Nygren, Anton Rödin und Broc Little an. Dafür rückten mit Ken Jäger und Dominic Weder (beide Jahrgang 1998) zwei Spieler ins Line-Up, die in dieser Saison noch gar nie in der National League zum Einsatz kamen.

Del Curto – der leidenschaftliche Pokerspieler – ging voll auf Risiko, und verlor. Der HCD gab in Biel einen 2:0-Vorsprung preis, unterlag letztlich 3:5. Seine Massnahme mochte der Bündner nicht erklären. Dafür stand sein Antipode Antti Törmänen nach der aufwühlenden, zuweilen von beiden Seiten gehässig geführten Partie Red und Antwort.

«Ich schaue nicht auf ihr Line-Up», hielt der Finne trocken fest, «ich schaue lieber auf uns.» Er sprach von einem wichtigen Sieg, «zumal wir hinten lagen und einen Weg fanden, zurückzukommen, in dem wir zusammenspielten und kämpften.»

Beeindruckende Bieler Wende

Mit Heimspielen hatten sich die Bieler im Playoff zuletzt schwer getan. Sowohl gegen Bern im Vorjahr (0:3, 1:3) als auch zum Auftakt gegen Davos (2:5) wirkte der EHCB gehemmt. Und dieses Szenario schien sich am Donnerstag fortzusetzen – zumindest bis zur Spielhälfte. Zweimal hatte Anton Rödin getroffen, die Führung ging für die Gäste absolut in Ordnung.

Hätte Jonas Hiller nicht gegen die solo anstürmenden Dino und Marc Wieser bravourös pariert, der HCD hätte sich bereits früh absetzen können. «Unser Auftritt im ersten Drittel genügte nicht. Wir dachten, dass es nach der Leistung in Davos einfach gehen würde», meinte Törmänen.

Doch mit einem starken Hiller und angetrieben vom Publikum in der ausverkauften Arena kämpfte sich der EHCB zurück. Wobei sich erstmals im Playoff auch die Ausländer in Szene zu setzen vermochten. Jacob Micflikier mit dem Anschlusstreffer und zweimal Toni Rajala hatten grossen Anteil an der Wende.

«Wichtig ist vor allem, dass bis jetzt alle Linien Tore geschossen haben», hielt Törmänen fest. Tatsächlich traf mit Fabian Sutter der Center der vierten Linie zum zwischenzeitlichen 2:2.

Biel holt sich also den Heimvorteil zurück, liegt nun in der Serie mit 2:1-Siegen vorne. Die Seeländer wirken mental gefestigt, lassen sich durch Rückschläge kaum verunsichern. «Wir können reagieren und einen Rückstand aufholen, das haben wir in dieser Saison schon ein paar Mal bewiesen», sagte Beat Forster.

Dann bediente sich der Routinier wieder dem im Playoff üblichen Vokabular: «Nun müssen wir noch zwei Siege holen, egal wie.» Wobei man durchaus gespannt sein darf, mit was für einer Finte Arno Del Curto am Samstag aufwartet.

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