Brennende Beine, rauchende Köpfe

SCB-Flügel Simon Bodenmann überzeugt bei seinem Comeback. Sein Jugendfreund und einstiger Wohnpartner Yves Müller ist mit den SCL Tigers im Derby chancenlos.

Jubel hier, Frust da:?SCB-Flügel Simon Bodenmann bejubelt das 3:1. Sein Jugendfreund Yves Müller (rechts) kommt zwei Schritte zu spät.

Jubel hier, Frust da:?SCB-Flügel Simon Bodenmann bejubelt das 3:1. Sein Jugendfreund Yves Müller (rechts) kommt zwei Schritte zu spät.

(Bild: Keystone)

Philipp Rindlisbacher

Im September 2015 spielte Simon Bodenmann erstmals für den SC Bern. Dass er Kloten verlassen würde, war ein Jahr zuvor publik geworden. Weshalb ge­nügend Zeit vorhanden war, sich auf das Abenteuer in der Hauptstadt vorzubereiten. Bei der Wohnungssuche half ein Vertrauter aus der Gegend– ein Profi der SCL Tigers. Yves Müller ging auf Besichtigungstour, Bodenmann aber fand seine Bleibe letztlich selbst.

Die gebürtigen Zürcher kennen sich seit geraumer Zeit, spielten im Klotener Nachwuchs zusammen und bildeten einst eine Wohngemeinschaft. «Wir sind gute Kollegen, unternehmen einmal pro Woche etwas gemeinsam, sagt Müller. Die Wege der Jugendfreunde allerdings haben sich längst getrennt.

Während der SCB-Flügel zu Meisterehren gekommen ist und im Nationalteam stürmt, versucht der Tigers-Akteur in Langnau doch noch in der NLA Fuss zu fassen. An der «Hierarchie» wurde am Freitag nicht gerüttelt. Die Gäste waren chancenlos, «es ging uns schlichtweg zu schnell», resümiert Müller. «Es ist unverzeihlich, aber wir waren nicht bereit für dieses Spiel.»

Rückkehr nach Mass

Drei Tage vor dem Meisterschaftsstart hatte Simon Bodenmann in der Vorrunde der Champions League gegen die Black Wings Linz einen schwarzen Abend erlebt. Er zog sich eine Hirnerschütterung zu, am Freitag gab er sein Comeback. Dieses hatte es in sich: Der 28-Jährige bereitete die Treffer zwei und drei vor; mit Doppeltorschütze Martin Plüss und Tristan Scherwey bildete er die beste Angriffsformation.

Die fünf Wochen Pause habe er zunächst gespürt, gesteht Bodenmann, «im ersten Drittel brannten meine Beine». Danach jedoch sei es besser gelaufen. «Zeitweise befanden wir uns ausschliesslich in der Offensivzone, liessen Langnau kaum eine Chance. So muss es sein.»

Ciaccios Déjà-vu-Erlebnis

Die SCL Tigers, bei welchen sich Verteidiger Joël Fröhlicher in Probetrainings nicht für einen Vertrag aufdrängen konnte, benötigen derweil am Samstag (19.45 Uhr, Ilfishalle) im dritten Saisonduell mit dem SCB eine markante Steigerung. «Die Analyse wird unangenehm werden. Wir haben schwierige Hausaufgaben zu erledigen. Es muss alles besser werden, sonst kriegen wir wieder eine Klatsche», stellt Yves Müller klar.

Zwischen den Pfosten stehen wird laut Trainer Heinz Ehlers der Lette Ivars Punnenovs. War dessen Goaliekollege Damiano Ciaccio am vergangenen Wochenende massgeblich an den Siegen gegen Davos und Gottéron beteiligt gewesen, wirkte der Romand in der Postfinance-Arena unsicher – zumindest das 1:3 hätte er verhindern müssen.

Nachdem Simon Moser in der 32. Minute den Puck im Netz untergebracht hatte, wurde Ciaccio ausgewechselt. Kurios: Mosers Treffer wurde annulliert. Ciaccio seinerseits erlebte ein Déjà-vu: Bereits zum Saisonauftakt hatte er in der Postfinance-Arena nichts zu lachen gehabt. Damals endete sein Arbeitstag nach knapp 14 Mi­nuten...

Berner Zeitung

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