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Bundesamt für Polizei und SCB testen neues Kontrollsystem

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) und der Schlittschuhclub Bern testen ein neues System zur Kontrolle der Matchbesucher.

Fans in der Postfinance Arena sollen künftig schärfer kontrolliert werden.
Fans in der Postfinance Arena sollen künftig schärfer kontrolliert werden.
Christian Pfander

Bei diesem Pilotprojekt müssen Personen, die das Spiel besuchen wollen, nebst dem Eintrittsbillett auch einen amtlichen Ausweis vorweisen. Das kann laut einer Mitteilung des Bundesamts für Polizei vom Montag ein Pass, eine Identitätskarte oder der Schweizer Führerschein sein. Nur wer ein gültiges Matchbillett hat und nicht in der nationalen Hooligan-Datenbank «Hoogan» registriert ist, erhält Zugang zum Stadion.

Erster Test mit 100 Freiwilligen

Der SC Bern hat den ersten Test am vergangenen Samstag mit etwa 100 freiwilligen Probanden durchgeführt, wie der Verantwortliche Spielbetrieb des Berner Spitzen-Eishockeyvereins, Peter Bischoff, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Im Dezember folgt ein zweiter Test, ebenfalls mit Freiwilligen. Danach werden die beiden Testläufe ausgewertet.

Für das fedpol geht es mit dem Test darum, Stärken und Schwächen einer solchen Zutrittskontrolle zu finden. Es will etwa wissen, wie es um die Funktionalität der Technik und um die Datenqualität steht. Auch ob sich durch den Einsatz der Ausweis-Lesegeräte die Wartezeit erhöht, will das fedpol wissen. Die Vorgaben des Datenschutzes werden beim Versuch laut fedpol eingehalten. Schon heute gibt das Bundesamt Daten aus der Hoogan- Datenbank den Organisatoren von Sportveranstaltungen weiter, aber in Listenform auf Papier.

Heute kontrollieren Szenekenner

Derzeit suchen sogenannte Szenekenner in der Masse der Matchbesucher Leute, welche gemäss der nationalen Hooligan-Datenbank etwa mit einem Stadionverbot belegt sind. «Das funktioniert aus unserer Sicht», sagt Bischoff.

Der SCB mache beim Test trotzdem mit, weil der Klub jede Massnahme unterstütze, die zur Eindämmung von Gewalt beitrage, sagte Bischoff. Der SCB wird beim nächsten Versuch vom Dezember einen Eingang mit den Ausweis-Lesegeräten bestücken. Es gibt fixe und mobile Geräte. Über die clubeigene Internetseite wird der SCB die Fans bitten, den Ausweis mitzunehmen.

Ordnungsdienst bei Spielen: Regierung gegen Zusatzvereinbarungen

Ebenfalls am Montag veröffentlichte der bernische Regierungsrat seine Antworten auf Vorstösse zum Themenkreis Sport und Gewalt aus dem bernischen Grossen Rat. Dem Berner FDP-Grossrat Philippe Müller teilte die Kantonsregierung mit, dass die Kantonspolizei den Gemeinden ihren Aufwand im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen schon heute getrennt von der ordentlichen Polizeiarbeit ausweise.

Deshalb brauche es keine separaten Zusatzvereinbarungen zwischen Gemeinden und Kantonspolizei zum Ordnungsdienst bei Matches. Es sei richtig, dass die Gemeinden selber bestimmten, bis zu welchem Grad sie die Kosten für diesen Ordnungsdienst auf ihre Bevölkerung überwälzten.

Bewilligungspflicht für Sport-Grossveranstaltungen geprüft

Aufgrund des öffentlichen Drucks werde die Erhöhung der Abgeltungen, welche bernische Sport-Spitzenklubs den Gemeinden für den Ordnungsdienst leisten, «unumgänglich» sein, schreibt die Regierung auch.

An die Adresse des Berner CVP-Grossrats Daniel Kast führt die Regierung aus, eine Bewilligungspflicht für Sport- Grossveranstaltungen werde derzeit im Rahmen der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren geprüft. Und zuhanden von Christine Häsler (Grüne, Burglauenen) und Peter Siegenthaler (SP, Thun) hält der Regierungsrat fest, er erachte eine Ausdehnung der Bewilligungspflicht auf alle Typen von Grossveranstaltungen, etwa auch kultureller Art, für unnötig.

SDA/adk

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