Zum Hauptinhalt springen

Hochgefühle im tiefen Winter

Die SCL Tigers bezwingen die ZSC Lions 2:1, es handelt sich um den sechsten Sieg in den letzten sieben Spielen. Die Langnauer stehen nun auf einem Playoff-Platz. Aber: Die Lage ist trügerisch.

Die Freude bei den Langnauern nach dem Sieg gegen die Zürcher ist gross: Die Tigers klettern in der Tabelle auf einen Playoff-Platz.
Die Freude bei den Langnauern nach dem Sieg gegen die Zürcher ist gross: Die Tigers klettern in der Tabelle auf einen Playoff-Platz.
Keystone
Es ist der sechste Sieg in den letzen sieben Spielen der Tigers.
Es ist der sechste Sieg in den letzen sieben Spielen der Tigers.
Keystone
Nach dem 2:1 der Langnauer hielt Tigers-Goalie Ivars Punnenovs seine Mannschaft im Spiel.
Nach dem 2:1 der Langnauer hielt Tigers-Goalie Ivars Punnenovs seine Mannschaft im Spiel.
Keystone
1 / 4

Die junge Frau ist ein wenig, nun ja, angeheitert. Sie strahlt über das ganze Gesicht, als sie ihren Kolleginnen zuruft: «Hey, mir si überem Strich!» Die Euphorie ist an diesem Samstag kurz nach 22 Uhr allenthalben spürbar in und um die Ilfishalle. Minuten zuvor haben die Zuschauer die SCL Tigers unter tosendem Applaus in die Garderobe verabschiedet, sich auf ihre Art für den 2:1-Sieg ihrer Lieblinge über die ZSC Lions bedankt.

Für die Langnauer handelt es sich um den vierten Erfolg en ­suite, den sechsten in den letzten sieben Spielen. Das führt dazu – wie die junge, ein wenig angeheiterte Frau richtig erkannt hat –, dass die SCL Tigers auf einem Playoff-Platz stehen. Heinz Ehlers könnte angesichts der vorherrschenden Hochgefühle lächeln, doch das tut er nicht. Der Tigers-Coach sagt: «Wie bereits am Freitag in Freiburg haben wir auch gegen Zürich viel Glück benötigt.» Es ist eine typische Aussage des Dänen, und er hat recht: Die SCL Tigers hätten gegen die Zürcher auch verlieren können. «Aber wenn du nicht arbeitest, wirst du auch kein Glück haben», sagt Ehlers. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf.

Rückhalt Punnenovs

Die SCL Tigers gerieten früh in Rückstand, brauchten eine gewisse Anlaufzeit. Doch sie liessen sich darob nicht verunsichern, liefen viel und verteidigten zäh. Und mit dieser Spielweise bekundeten die ZSC Lions Mühe. Als die Gäste in der Schlussphase dann alles in die Waagschale warfen, mit sechs Feldspielern und ohne Torhüter auf den Ausgleich drängten, scheiterten sie schliesslich an Ivars Punnenovs.

Der Tigers-Goalie präsentiert sich in beneidenswerter Form, er ist gewiss ein Grund für das Emmentaler Hoch. «Er ist im Moment einer der besten Torhüter der Liga, gibt uns immer die Möglichkeit zu gewinnen», hält Ehlers fest. Im internen Duell mit Damiano Ciaccio hat der 23-Jährige die Nase vorn, mit einer Fangquote von 92 Prozent ist er die Nummer 5 aller NL-Torhüter.

Den Sieg gegen die ZSC Lions jedoch ausschliesslich dem Goalie zuzuschreiben, wäre falsch. Die Langnauer überzeugten mit Einsatz und Willen. Bestes Beispiel dafür war das zweite Tor durch Alexei Dostoinow; zuvor hatten die SCL Tigers im gegne­rischen Drittel nicht locker ge­lassen, sich die Scheibe erkämpft, worauf der Stürmer einschiessen konnte.

Eine Baisse liegt nicht drin

46 Punkte haben die SCL Tigers nun auf ihrem Konto. Das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison eine für sie aussergewöhnliche Ausbeute. Nur einmal in den letzten sieben Jahren waren sie nach drei Fünfteln der Qualifikation noch produktiver gewesen: im Dezember 2010. Damals standen die Langnauer mit 48 Punkten auf Rang 5 und qualifizierten sich am Ende für die Playoffs.

Diese allerdings sind für die Equipe Heinz Ehlers’ trotz Hochform noch weit weg. Denn anders als in der Saison 2010/2011 ist der Kampf am Strich äusserst umkämpft. Zwischen dem viertplatzierten Zug und Servette auf Rang 9 liegen gerade einmal fünf Zähler Differenz. «Die Konkurrenz punktet ebenfalls regelmässig, leider», meint Ehlers. «Damit hast du noch mehr Druck, weil es schnell in die andere Rich- tung gehen kann, wenn es nicht läuft.»

Er habe immer an das Team geglaubt, sagt derweil Alexei Dostoinow. «Klar hatten wir am Anfang Mühe, aber unsere Spielweise ist unsere Stärke. Und jetzt läuft es, weil jeder das tut, was wir uns vorgenommen haben.» Das funktioniert so gut, dass Ehlers derzeit gar auf Ville Koistinen verzichten kann. Der finnische «Verteidigungsminister» leistete sich zuletzt einige Aussetzer, er dürfte am Dienstag gegen Biel aber wieder zum Einsatz kommen.

Es handelt sich dabei um ein Duell mit einem direkten Konkurrenten, der im Moment ebenfalls regelmässig punktet. So schön sich die Tabelle aus Emmentaler Optik derzeit also präsentiert, es handelt sich nur um eine Momentaufnahme. Es wäre fatal, würden sich die SCL Tigers nun auf den Lorbeeren ausruhen. «Das wissen wir», sagt Dostoinow, «es liegt an uns.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch