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Den Biss wieder finden

Der SC Langenthal steht als Qualifikationssieger fest, hat danach aber die Zügel schleifen lassen. In den letzten zwei Partien vor den Playoffs wollen die Oberaargauer das Ruder wieder herumreissen.

Nicht zufrieden: Jason 0’Leary (links) fehlte zuletzt die Intensität im SCL-Spiel.
Nicht zufrieden: Jason 0’Leary (links) fehlte zuletzt die Intensität im SCL-Spiel.
Marcel Bieri

Der SC Langenthal hat am Dienstagabend zum ersten Mal in dieser Saison zweimal nacheinander verloren. Ein Formtief hatten die Oberaargauer in dieser Saison zuvor noch nicht. Eigentlich ähnlich wie in der letzten Saison, als es just vor dem Ende der Qualifikation auch folgte.

Wirklich tief ist das Tal aber nicht, und selbst in der Saison 2011/2012 hat der SC Langenthal einmal drei Spiele in Folge verloren. Der SCL holte in der Folge den NLB-Meister­titel. Panik ist nicht angesagt. Der Situation bewusst sein müssen sich die Oberaargauer aber.

Mehr arbeiten

Ein bisschen nämlich erinnern die Leistungen an das Ende der Saison 2015/2016. Der Kanadier Brent Kelly war in den damaligen Playoffs gegen Martigny oft zu spät und zu passiv. Der favorisierte SCL schied in den Playoffs gegen die Walliser aus. Ähnliches zeigte sich auch in den letzten verlorenen Spielen gegen Thurgau und Visp.

Generell zeigten sich die Langenthaler in der Defensive zu wenig konsequent und hartnäckig. Dazu passend sagte Trainer Jason O’Leary nach dem Spiel: «Der Biss hat gefehlt.» Etwas, das schon in den letzten Playoffs bemängelt worden war.

Die Frage ist deshalb: Gibt es beim SC Langenthal ein Problem in diese Richtung, oder ist es nur eine Auswirkung davon, dass man bereits als Qualifikationssieger feststeht? Langenthal spielte zuvor stark. Wegen zweier Niederlagen in Panik zu verfallen, wäre verfehlt. Dazu sagt auch Verteidiger Hans Pienitz: «Die Beine sind nicht schwer. Wir sind fit. Wir müssen einfach wieder mehr arbeiten.»

Gerade die Geschehnisse aus den letzten Playoffs dienen als Warnung. Schon zu Beginn der aktuellen Spielzeit hiess es: Ein solches Ausscheiden darf nicht wieder passieren. Wenn in den letzten beiden Qualifikationsspielen auswärts gegen Olten und zu Hause gegen Biasca keine Leistungssteigerung folgt, droht dieses Szenario dennoch.

Jeder muss selber handeln

Was gilt es heute Abend in Olten deshalb zu verbessern?, lautet daher die Hauptfrage. Wo war das Hauptproblem des SCL in den letzten beiden Spielen, Jason O’Leary? «Gegen Thurgau fehlte der Respekt vor dem Gegner», sagt der SCL-Trainer gnadenlos. «Gegen Visp haben wir viel zu wenig gearbeitet, zu wenige Schüsse geblockt, Pucks erobert und Checks fertig gemacht.»

Wenn die vierte Linie mit Dario Kummer, Tom Gerber und Helder Duarte offensiv am meisten zeige, dann sei mit den anderen drei Linien etwas nicht gut. «Es hat an Intensität gefehlt. «Und das ist ein mentales Problem», führt O’Leary weiter aus. Darüber gesprochen habe man. Nur reden bringe – auch im Vorfeld der Partie heute Freitag – nichts. Letztlich müsse jeder selbst handeln.

Zuletzt gibt es aber auch Unterschiede zum Vorjahr. «Die Spieler waren heute sehr frustriert», sagte O’Leary nach der Niederlage vom Dienstag gegen Visp. Das zeigt, dass die Mannschaft für eine Reaktion bereit ist. Zudem ist im Gegensatz zum letzten Jahr die erste Linie von keinen Verletzungssorgen betroffen. Die Spieler, die das Ruder frühzeitig herumreissen können, sind fit.

Sie tun es aber besser schon heute als erst in einer Woche zum Start der Playoffs. Es könnte sonst erneut zu spät sein.

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