Der erste Schritt für Biel, der nächste Schritt für Bern

Nächste Woche beginnt die Champions Hockey League – mit drei Schweizer Neulingen und einem ambitionierten Meister.

Objekt der Begierde: Kari Jalonen und der CHL-Pokal.

Objekt der Begierde: Kari Jalonen und der CHL-Pokal.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es ist eine kurze Nacht, die hinter Ramon Untersander liegt. Am Sonntag um 23.10 Uhr fuhr der SCB-Car in Neumarkt (ITA) ab, wo die Berner das Vorbereitungsturnier Dolomiten-Cup bestritten. Rund sechs Stunden dauerte Heimreise. Viel geschlafen habe er nicht, meint Untersander. Das allerdings sieht man ihm nicht an, als er neben dem Pokal der Champions Hockey League (CHL) posiert. Dereinst möchte er diesen in die Höhe stemmen, daraus macht der SCB-Verteidiger an der Pressekonferenz des europäischen Clubwettbewerbs in Bern keinen Hehl. «Die Champions Hockey League hat für uns einen hohen Stellenwert. Der SCB ist einer der grössten Vereine Europas, egal in welchem Wettbewerb du spielst, du willst gewinnen», hält er fest.

Nächste Woche startet die CHL in die sechste Saison. Und erstmals seit der Reduktion auf 32 Teilnehmer sind wieder 5 Teams aus der National League dabei. Dies, weil die Schweiz Finnland im Länderranking überholt hat. Neben Meister Bern treten in der CHL Zug, Lausanne, Biel und Ambri-Piotta, also die Top 5 der abgelaufenen Qualifikation, an. Für Waadtländer, Seeländer und Tessiner handelt es sich um eine Premiere, weshalb es für sie vorab darum gehen wird, Erfahrungen zu sammeln und sich für die erste K.-o.-Runde zu qualifizieren.

Ganz anders präsentiert sich die Situation beim Ligakrösus. Seit 2014 hat der SCB stets in der CHL gespielt, wobei die Viertelfinalteilnahme das höchste der Gefühle war. «Es fehlt nicht viel. Aber willst du weiterkommen, musst du irgendwann ein Topteam aus Schweden oder Finnland schlagen», sagt Untersander. Die Dominanz der Skandinavier in der CHL ist auf den ersten Blick erdrückend: Viermal triumphierte ein schwedisches Team, einmal ein finnisches. «Aber ich bin überzeugt, dass ein Schweizer Team diesen Wettbewerb gewinnen kann», hält Kari Jalonen fest. Der SCB-Coach sagt, er sehe mittlerweile keine grossen Unterschiede mehr zwischen der National League und den Ligen Finnlands und Schwedens. «Im Gegenteil. Im Vergleich mit Finnland haben wir hier mehr Teams, die die Chance haben, Meister zu werden, die Liga ist viel ausgeglichener.» Der SCB wird das bereits in der Gruppenphase beweisen können, trifft er doch mit Skelleftea (SWE) und Kärpät Oulu (FIN) auf zwei Spitzenmannschaften. Besonders speziell wird für Jalonen vorab das Duell mit Kärpät – es handelt sich um seinen Stammclub.

Von null auf hundert

Gross ist die Vorfreude auch bei Mathieu Tschantré, der in seiner 20. und letzten Saison beim EHC Biel noch auf der grossen europäischen Bühne antreten darf. «Darauf freue ich mich extrem. Nun geht es gleich richtig los, damit findest du schneller in den Rhythmus», sagt der Bieler Captain. Wie wahr: Zwischen dem 6. und dem 14. September wird der EHCB in sieben Tagen fünf Partien in drei Ländern und drei Wettbewerben bestreiten.

Was Antti Törmänen nicht daran hindert, ein Loblied auf die CHL anzustimmen. Gerade für Spieler ohne internationale Erfahrung sei dieser Wettbewerb sehr wertvoll, meint der Finne. «Denn es ist etwas total anderes, wenn sie gegen Spieler antreten, von welchen sie nicht wissen, wie sie Bully spielen, wie hart sie checken und wie sie Schüsse blocken.»

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