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Der letzte Strohhalm

Die SCL Tigers müssen am Samstag und am Montag gegen Kloten gewinnen. Doch selbst dann ist die Playoff-Qualifikation nicht sicher – dazu muss der SC Bern mithelfen.

Die SCL Tigers (links Anthony Huguenin) müssen sich nach der Niederlage gegen Servette wieder aufraffen.
Die SCL Tigers (links Anthony Huguenin) müssen sich nach der Niederlage gegen Servette wieder aufraffen.
Christian Pfander

Man könnte es durchaus polemisch formulieren und festhalten: Immer wenn es um etwas geht, verlieren die SCL Tigers. Das liesse sich gar historisch belegen; zwischen 2000 und 2009 kämpften sie im Qualifikationsendspurt viermal um die Playoff-Teilnahme – und scheiterten jedes Mal. Am Mittwoch lieferte Langnau überdies einen weiteren Beleg für das Scheitern im entscheidenden Moment. Ein Sieg über Servette hätte das Tor in die Top 8 weit geöffnet, doch die SCL Tigers verloren nach einer verkrampften Darbietung 1:3.

«Wir haben eine grosse Chance verpasst», sagt Yannick Blaser. «Es war von beiden Teams eine verhaltene Partie, ein Abtasten während 60 Minuten. Ich hatte das Gefühl, dass keiner den entscheidenden Fehler machen wollte.» Schlecht sei die Leistung nicht gewesen, meint Pascal Berger, «aber uns hat das gewisse ­Etwas gefehlt, es hätte mehr Initiative von uns gebraucht.»

Letztlich hat am Mittwoch eine bekannte Schwäche ins Verderben geführt: Im Schlussabschnitt konnten die SCL Tigers während über acht Minuten in Überzahl spielen, zweimal gar mit fünf gegen drei Feldspielern – ohne dabei zu treffen. Das überrascht wenig, stellt Langnau mit einer Erfolgsquote von nur 14,19 Prozent doch das mit Abstand schwächste Powerplay der Liga. Spricht man die Akteure darauf an, herrscht Ratlosigkeit. «Wir können zu wenig Druck aufsetzen», sagt Verteidiger Blaser. «Aber es ist klar: Wenn du sechs der letzten acht Spielminuten im Powerplay spielen kannst, musst du ein Tor schiessen.»

Eine Reaktion – so oder so

Fairerweise – und damit wären wir bei eingangs erwähnter Behauptung – muss festgehalten werden, dass die SCL Tigers in dieser Saison auch einige wichtige Duelle gewannen. Dank der Siege unmittelbar vor der Olympiapause gegen Kloten, Ambri-Piotta, Gottéron und Davos haben die Langnauer nun überhaupt noch eine kleine Chance, das Playoff zu erreichen.

Wobei sie gut daran tun, die Niederlage gegen Servette schnellstmöglich abzuhaken. «Es gilt, aus diesem Spiel die Lehren zu ziehen; uns muss bewusst sein, dass es mit einer solchen Leistung nicht reichen wird», sagt Blaser. «Es bleibt immer noch eine kleine Hoffnung, daran müssen wir glauben. Und so oder so müssen wir am Samstag eine Reaktion zeigen», hält Pascal Berger fest.

«Uns muss bewusst sein, dass es mit einer solchen Leistung nicht reichen wird.»

Yannick Blaser

Die Ausgangslage ist einfach: Die SCL Tigers müssen in den beiden Duellen gegen Kloten heute zu Hause (19.45 Uhr) und am Montag auswärts das Punktemaximum holen. Gleichzeitig sind sie auf die Schützenhilfe des SC Bern angewiesen. Denn Servette darf in den beiden Duellen gegen die Mutzen keinen Zähler holen. Tigers-Sportchef Jörg Reber spricht vom «letzten Strohhalm, den wir in unseren Händen halten». Vielleicht sei nun eine gewisse Last von den Spielern abgefallen, «ich hoffe jedenfalls, dass der eine oder andere gegen Kloten befreiter aufspielen und sein Potenzial besser ausschöpfen wird».

Die Emmentaler betonen unisono, sie würden ausschliesslich auf sich schauen. Und doch wird heute das Geschehen in der Patinoire Les Vernets gewiss irgendwo in den Hinterköpfen präsent sein. Oder anders gesagt: Selten genoss der SC Bern so viel Unterstützung aus dem Emmental. Captain Berger, der während zehn Saisons für die Mutzen spielte, pflegt nach wie vor gute Kontakte in die Hauptstadt, schliesslich spielt sein Bruder Alain beim SCB. Darauf angesprochen, druckst Berger zunächst herum. Schliesslich sagt er aber: «Ja, ich habe ihn angerufen – und ihm ins Gewissen geredet.»

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