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Die Meister haben Sommerpause

Langenthal verzichtet auf die Ligaqualifikation, weil das Stadion nicht National-League-tauglich ist.

Die Pokalparty war der letzte Akt im Schoren. Gespielt wird dort im Frühling nicht mehr.
Die Pokalparty war der letzte Akt im Schoren. Gespielt wird dort im Frühling nicht mehr.
Marcel Bieri, Keystone

Es war kein einfacher Entscheid, den der SC Langenthal am Freitag mitteilte. Die Oberaargauer treten nicht zur Ligaqualifikation gegen die Rapperswil-Jona Lakers an. «Wir wollen keine Showspiele durchführen», sagt Gian Kämpf, der Geschäftsführer der Oberaargauer. Die Saison ist damit für den SCL mit dem Gewinn des Swiss-League-Meistertitels zu Ende gegangen.

Denn aufsteigen hätte Langenthal auch dann nicht können, wenn es die Lakers bezwungen hätte. Das Stadion im Schoren wird für die höchste Liga als nicht tauglich erachtet. Nach dem Titelgewinn 2017 wäre eine Promotion noch möglich gewesen, obwohl die Vorschriften für eine Spielstätte in der höchsten Schweizer Liga mehr oder weniger die gleichen wie jetzt waren. Zwei Dinge haben sich seither verändert. Seit der Saison 2017/2018 setzt die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) die Vorgaben konsequenter durch, unter anderem ist ein minimales Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern vorgeschrieben, im Schoren finden aber nur 4000 Platz.

Erst in sechs bis ach Jahren

Und die Ausgangslage in Sachen Neubau in Langenthal hat sich seit Saisonbeginn verändert. Im Sommer 2018 hat der SCL mit der SIHF eine Aufstiegsvereinbarung unterschrieben. In dieser war enthalten, dass die Planung einer neuen Arena im Gebiet Hard relativ rasch vonstattengehen wird, sodass eine Bewilligung für National-League-Spiele im Schoren im Sinne einer Übergangsregelung hätte erteilt werden können.

Im September entschied sich die Stadt Langenthal, bei der Realisierung ein anderes Vorgehen zu wählen. Das neue Stadion kann so nicht früher als in sechs bis acht Jahren in Betrieb genommen werden. Unter diesen Voraussetzungen war die SIHF nicht bereit, eine Genehmigung für einen National-League-Spiel­betrieb im Schoren zu erteilen.

«Die Mannschaft hat den Entscheid akzeptiert. Grössere Diskussionen gab es nicht.»

Gian KämpfGeschäftsführer des SC Langenthal

Endgültige Klarheit darüber herrschte erst in den letzten Tagen, nach zahlreichen Sitzungen und Besprechungen zwischen Kämpf und Denis Vaucher, dem Direktor National und Swiss League bei der SIHF. Die Mannschaft sei am Freitagvormittag informiert worden und habe den Entscheid «akzeptiert. Grössere Diskussionen gab es nicht», sagt Kämpf. Wirtschaftlich sei es zu verkraften, dass nun zwei oder drei Heimspiele nicht stattfinden würden. «Wir hätten einen gewissen Betrag eingenommen. Allerdings wären auch wieder zusätzliche Betriebskosten angefallen, weil die Eisbahn länger in Betrieb gewesen wäre.»

Einvernehmliche Lösung

Gegenüber den Rapperswil-Jona Lakers dürfte der SCL kaum entschädigungspflichtig werden, da die St. Galler erst am Abend zuvor das National-League-Playout verloren und so ihre Planungen für die Ligaqualifikation auch noch nicht gestartet hatten. Der Verzicht auf die Spiele ist im Sinne aller Beteiligten. Alle noch offenen Fragen sollen daher in einer einvernehmlichen Lösung zwischen der Liga, dem SCL und den Lakers geregelt werden, ohne juristische Instanzen einzuschalten. Und was geschieht, wenn Langenthal in den kommenden Jahren wieder Meister wird? «Dazu äussere ich mich im Moment nicht», sagt Kämpf. Der Aufstieg dürfte jedoch in den nächsten Jahren kein Thema mehr sein.

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