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Der SCB hielt in Zürich nur 35 Minuten mit

Der SCB sah beim 4:7 gegen die ZSC Lions lange besser aus, als es das Resultat am Ende aussagt. Trotzdem müssen die eklatanten defensiven Mängel Coach John Van Boxmeer und der Mannschaft zu denken geben.

Der SCB hat in dieser Saison schon Spiele gewonnen, in denen er gemessen an der Leistung eigentlich keine Punkte verdient hätte. Gestern nun blieb er trotz einer 40 Minuten lang ansprechenden Leistung für einmal chancenlos. Das lag aber nicht am Pech, sondern am Gegner: Die ZSC Lions waren in allen Belangen eine Spur besser. Sie waren kompakter vor dem eigenen Tor, direkter in ihren Angriffen, präziser in den Pässen und entschlossener vor dem gegnerischen Tor. Darum gewannen die Zürcher im vierten Saisonvergleich gegen den SCB erstmals und auch in dieser Höhe verdient. Im Schlussdrittel artete das Spiel zuweilen in ein Schaulaufen des Meisters aus. Ein Berner Debakel lag im Bereich des Möglichen.Zürcher DemonstrationDie ZSC Lions stellten die Weichen zum Sieg innerhalb von gut drei Minuten im Mitteldrittel, als zuerst Blindenbacher im Powerplay zum 3:2 traf und kurz darauf Gardner alle Zeit hatte, einen Sonntagsschuss mit dem 4:2 zu veredeln. Jan Alstons kurioser Treffer zum 5:2 entschied danach die Partie definitiv: Sein Schuss prallte am Stock von Marc Leuenberger ab und flog als Lob über Marco Bührers Fanghand ins Berner Tor. Die Fortsetzung des Spiels war danach nur noch von beschränktem Aussagewert. Die Lions bewiesen aber, dass sie nicht bloss ein Leader von Spielplangnaden sind. Sie haben zwar vier Spiele mehr ausgetragen als der SCB, die Leistungskurve des Meisters aber zeigt steil aufwärts. Er hat acht seiner letzten neun Meisterschaftsspiele gewonnen und nur am Sonntag in Bern verloren. Die Zusatzbelastung in der Champions Hockey League scheint er problemlos wegzustecken.Löcher in der DefensiveVon ähnlicher Konstanz kann der SCB momentan nur träumen. Er hat seit einem Monat in der Meisterschaft nicht mehr zweimal hintereinander gewonnen. Im Sturm strapaziert Sébastien Bordeleau weiterhin die Geduld seines Trainers. Die zweite Linie mit ihm, Martin Plüss und Ivo Rüthemann war gestern kein Faktor. Die positiven Ansätze kamen praktisch alle von der Dubé-Linie aus.Zu denken geben muss John Van Boxmeer aber vor allem, dass sein Team in der Defensive nur noch ein Schatten der letzten Saison ist. Die Bereitschaft, füreinander zu kämpfen, scheint nicht mehr bedingungslos vorhanden. Stellvertretend dafür stand das 4:2, bei dem Gardner alle Zeit hatte, sich die Ecke auszusuchen.Wenn dann die ohnehin dünn besetzte Verteidigung wie gestern zusätzlich durch den Ausfall des an der Hüfte verletzten Beat Gerber geschwächt wird und auch Torhüter Marco Bührer nicht auf der Höhe seiner Aufgabe ist, dann gibt es für den SCB gegen eine Mannschaft im Hoch wie die ZSC Lions nichts mehr zu holen. Kein Wunder, konnte John Van Boxmeer seine Wut nicht verhehlen. Nur, Wut allein hilft auch nicht weiter.

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