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Der SCB im Wellenbad der Emotionen

Mit dem Spiel beim EV Zug beschliesst der Meister sein aufregendes Eishockeyjahr 2019.

Reto Kirchhofer
Meisterjubel: Im April gewann Bern den 16.Titel.Foto: Christian Pfander
Meisterjubel: Im April gewann Bern den 16.Titel.Foto: Christian Pfander

Am Montag geht für den SC Bern ein bewegtes Eishockeyjahr zu Ende – ausgerechnet in Zug. Gegen den EVZ feierte der SCB im April den grossen Meistertriumph. Und sonst? 82 Wettkampfspiele im Jahr 2019, 46 Siege. 9 Partien haben ihren Platz im Rückblick.

2. Januar:Der SCB gastiert bei den SCL Tigers, der Rahmen ist speziell. Zum zweiten Mal findet das Derby im YB-Stadion statt. 20672 Zuschauer kommen. Deren Sicht aufs Spiel ist eingeschränkt. Dass sich die Teams deshalb mit Finesse und Emotionen zurückhalten, damit die Leute ja nichts verpassen, ist aber nur ein Gerücht. Bern gewinnt 4:1.

25. Januar:Bern schlägt Biel 3:0. Goalie Leonardo Genoni feiert bereits den zehnten Shutout in der laufenden Saison. Er bricht damit den Rekord seines Vorgängers Marco Bührer. Der Shutout bedeutet, dass Genoni, respektive dessen Gattin, einen Kuchen backen muss. Später wird Tristan Scherwey an den Hockey Awards mit einem Schmunzeln sagen: «Leos Abgang schmerzt. Den Schoggikuchen werden wir am stärksten vermissen.»

21./22. März: Bern führt in Genf im sechsten Viertelfinalspiel mit zwei Toren, als das Unglaubliche passiert: Servette erzielt mit sechs Feldspielern in der letzten Minute der regulären Spielzeit zwei Tore. Es gibt Verlängerung, Verlängerung, nochmals Verlängerung. Nach 117 Minuten und 43 Sekunden Spielzeit beendet Mark Arcobello die längste Partie in der Schweizer Eishockeygeschichte. Um 0.56 Uhr in der Früh steht Bern im Halbfinal.

6. April:Im Seeland ist selbst der Nebel rosarot gefärbt: Ein Sieg fehlt Biel zum Triumph im Halbfinal. Die Bieler laufen an, schiessen 38-mal aufs Tor. Allein: Sie erzielen kein einziges. Der goldene Treffer gelingt Ramon Untersander. Bern gleicht in der Serie zum 3:3 aus. Captain Simon Moser kündigt an: «Am Dienstag wird es von uns ein Feuerwerk geben.» Gesagt, getan: Die «Belle» gewinnt der SCB 5:1.

20. April:Bern feiert die 16.Meisterschaft. Prägende Figur im Final gegen Zug ist Gaëtan Haas mit vier Toren. Das fünfte Spiel gewinnt der SCB 2:1. Das Resultat passt, fusst doch der Titel auf einer ausgeklügelten Defensive. Trainer Kari Jalonen – er wurde aus einigen Kreisen für seine auf Kontrolle basierende Philosophie kritisiert, geht nach dem Titel als Erstes in die Sauna. CEO Marc Lüthi sagt: «Wenn man das Fan-Herz zur Seite legt, gibt es an dieser Saison nichts auszusetzen.»

13. September: Neue Saison, neuer Torhüter. Niklas Schlegel steht als Genoni-Nachfolger im Fokus. Im Startspiel gegen Rapperswil sind alle Augenpaare auf ihn gerichtet. Bern gewinnt 6:3, Schlegel sagt: «Es war ein nervöser Tag. Ich bin froh, ist er vorbei.» Drei Monate später wird er den SCB in Richtung Lugano verlassen.

11. Oktober: Etwas hat es beim SC Bern unter Jalonen nie gegeben: eine Krise. Nun findet sie Zugriff auf den Meister. Er verliert in Rapperswil trotz 3:0-Führung, klebt am Strich. Zudem gelingt es nicht, den konstantesten Ausländer der Liga zu halten: Arcobello kündigt seinen Abgang per Saisonende nach Lugano an. Der Unmut wächst allenthalben.

2. November: Erneut gibt Bern eine 3-Tore-Führung preis, unterliegt zu Hause Zug 4:5 und verbringt die Meisterschaftspause unter dem Strich. Die Verunsicherung ist riesig. Die Fans fordern eine Aussprache und begegnen den Leistungen mit Spott. Sie nehmen Bezug auf die jüngste Werbekampagne, welche Härte und Stärke des SCB transportieren soll. Ein Slogan lautet: «Wir haben mehr Gold im Mund als die Nationalbank im Keller.» Die Botschaft der Zuschauer: «Z Goud im Muu, dr Rappe nid wärt.»

29. November:Mit Tomi Karhunen präsentiert der Meister einen neuen Torhüter. Der Finne soll die inferiore Defensive stabilisieren. Der Start misslingt gegen Davos (3:4). Geschäftsführer Lüthi poltert: «Verunsicherung, fehlendes Selbstvertrauen: Ich kann es nicht mehr hören! Die Spieler müssen endlich diesen Scheissdreck zur Seite schieben.» In der Folge fängt sich der kriselnde SCB – wobei Goalie Karhunen viel zur Besserung beiträgt.

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