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Deutschland düpiert Russland, Kanada siegt klar

In der Schweizer WM-Vorrundengruppe bezwingen Kanadas Eishockey-Profis die Weissrussen mit 4:1. Deutschland gelingt mit dem 2:0 gegen Russland die erste grosse Überraschung des Turniers.

Die Überraschung ist perfekt: Der deutsche Patrick Reimer trifft zum 2:0 gegen Russland.
Die Überraschung ist perfekt: Der deutsche Patrick Reimer trifft zum 2:0 gegen Russland.
Keystone

Das Team des scheidenden Headcoaches Uwe Krupp besiegte verbuchte im 38. WM-Vergleich den ersten Sieg gegen den Rekordweltmeister. Mit seinem Treffer zum 1:0 in der 25. Minute ebnete Thomas Greilinger den Weg zum aussergewöhnlichen Resultat. Der 77-fache Nationalspieler, der wegen mehreren schweren Verletzungen sogar ein frühzeitiges Ende der Karriere in Betracht gezogen hatte, stellte den 25-fachen Weltmeister mit seinem Tor vor ein unlösbares Problem. Kurz vor dem Ende demütigte der Düsseldorfer Patrick Reimer die Mannschaft von Slawa Bykow mit dem 2:0 endgültig.

342 Tage nach der Halbfinal-Niederlage gegen die Osteuropäer im eigenen Land kommt die erfolgreiche Revanche einem Hockey-Märchen gleich. Der Erfolg gegen die Weltnummer 1 ist zudem eine Premiere: Gegen die Sbornaja hatten die Deutschen zuvor sämtliche 37 WM-Duelle verloren.

Russen haben die Aufgabe unterschätzt

Für einmal sind die Russen nicht mit einem NHL-Star-Ensemble angereist. 18 Spieler, unter ihnen das Genie Maxim Afinogenow, sind in der russischen Liga engagiert. Offenbar haben die hoch dotierten Vertreter der KHL die Aufgabe aber unterschätzt. Und die Deutschen zupften mit ihrem rustikalen Stil und harten Checks am Nervenkostüm des WM-Favoriten.

Erst als ihnen der Ernst der Lage nach Spielmitte einigermassen bewusst wurde und sie ihre Überheblichkeit abstreiften, steigerten sich die Russen erheblich. Aber einer stoppte sie gleich reihenweise: Dennis Endras. Der überragende Keeper der Wolfsburger Panther war mit 31 Saves hauptbeteiligt am Sturz der russischen Prominenz.

Österreich ohne NHL-Star Vanek

In der mit gegen 10'000 Zuschauern gefüllten Halle schunkelten die deutschen Anhänger freudetrunken. Uwe Krupp freute sich ebenso: «Wir haben einen richtig guten Tag erwischt.» In die allgemeine Euphorie-Hymne stimmte der Headcoach aber nicht ein. Stattdessen platzierte Krupp in der Stunde des Triumphs eine Warnung: «Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Wir dürfen uns jetzt nicht mit Lob überschütten.»

Wenige Stunden vor dem WM-Start hatten die Österreicher «Bad News» aus Nordamerika zu verdauen. Thomas Vanek zog seine Zusage nach dem Veto seines NHL-Vereins Buffalo wieder zurück. Mit dem Stürmer verlor der ÖEHV das Prunkstück der Equipe. Vanek erreichte in der Regular Season in der weltbesten Liga 73 Skorerpunkte (32 Tore) und Platz 17 im Ranking der besten Offensivkräfte. Wegen einer Handverletzung verweigerten die Sabres nun aber die Freigabe. «Das war keine positive Botschaft. Vanek ist nicht so leicht zu ersetzen. Jetzt gilt wieder Plan A», erklärte Coach Bill Gilligan, einst Meistertrainer des SCB und auch Coach der Schweizer Nati.

Sonst setzen sich die Favoriten durch

Der WM-Gastgeber Slowakei (3:1 gegen Slowenien) und Kanada (4:1 gegen Weissrussland) starteten erfolgreich ins Turnier. Die Slowakei lag gegen den Aufsteiger mit 0:1 zurück. Doch Miroslav Satan (36.), Peter Podhradsky (48.) und Lubos Bartecko (60.) sorgten mit ihren Toren für ein standesgemässes Resultat gegen den Aussenseiter.

Kanada kam durch Tore von Jordan Eberle (2., 49.) und Jeff Skinner (31.) sowie John Tavares (45.) zum verdienten 4:1-Erfolg gegen die Weissrussen, die am Sonntag der nächste Gegner der Schweizer sind. Wenige Stunden vor der Begegnung mit den Weissrussen komplettierte Ken Hitchcock das kanadische Kader. Fünf Akteure - vier NHL-Profis und der künftige «Bieler» Mario Scalzo - stiessen zum Gruppen-Gegner der Schweizer. Die KHL-Auswahl musste sich erst nach Tavares' 3:1 abschütteln lassen. Scalzo hinterliess mit zwei Assists einen vorzüglichen Eindruck.

si/fal

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