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Die Basis ist gelegt

Zwei Spiele, fünf Punkte: Das Schweizer Nationalteam ist in Kopen­hagen auf Kurs. Dem 3:2 nach Verlängerung gegen Österreich lässt die Equipe ein 2:0 gegen die Slowakei folgen.

Zweiter Sieg in Folge: Die Schweiz bezwingt die Slowakei 2:0.
Zweiter Sieg in Folge: Die Schweiz bezwingt die Slowakei 2:0.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Man of the Match: Reto Berra zeigt einen starken Auftritt.
Man of the Match: Reto Berra zeigt einen starken Auftritt.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Offensiver Start: Die Schweiz sucht von Anfang an den Führungstreffer.
Offensiver Start: Die Schweiz sucht von Anfang an den Führungstreffer.
APA/HELMUT FOHRINGER
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Wer es spektakulär mag, dem sei Folgendes mitgeteilt: Die Schweiz hat zum Auftakt der Weltmeisterschaft Historisches erreicht. Am Samstag gewann sie gegen Österreich zum ersten Mal seit 1993 an Titelkämpfen (3:2 nach Verlängerung). Und tags darauf resultierte gegen die Slowakei gar der erste WM-Erfolg überhaupt (2:0).

Die nüchterne Einschätzung liest sich dahingehend, dass die Schweiz in Kopenhagen in zwei Partien gegen bescheiden auftretende Gegner mit einer guten Leistung zumindest die Basis für die anvisierte Viertelfinalteilnahme gelegt hat.

Ungeachtet der Lesart dürfte bei den Spielern für die kommenden Aufgaben ein Stück Nervosität abfallen. Diese war vor allem am Samstag offensichtlich, als die Schweizer zwar dominierten, sich aber mit Unzulänglichkeiten selbst in die Bredouille brachten.

Vorne gefällig, hinten sicher

Das temporäre Unheil führte Sven Andrighetto herbei, indem er den Gegenspieler Steven Strong beim Stand von 2:0 gegen das Knie checkte und mit einer Matchstrafe sanktioniert wurde. Österreich kam auf, die Schweizer wurden zu passiv, verharrten im System des Abwartens, warteten in der Mittelzone auf Fehler, statt diese mittels Forechecking zu provozieren. Es brauchte ein Zauberstück von Enzo Corvi in der Verlängerung, damit der Favorit doch noch reüssierte. Der Bündner avancierte gegen den Aufsteiger zum Matchwinner.

Video: Schweiz gewinnt gegen die Slowakei mit 2:0

Am Sonntag durfte sich Tristan Scherwey dieses Etikett anheften. Der Flügel behauptete sich in der 12. Minute im Slot der Slowaken und lenkte den Schuss von Captain Raphael Diaz entscheidend ab. Die Schweizer gefielen im Startdrittel mit einer offen­siven Spielweise, vermochten Chancen zu kreieren und liessen in der Abwehr wenig zu. Die Slowaken fuhren derweil wie eine Ansammlung Uninspirierter auf dem Eis umher und waren mit dem 0:1 nach dem Startdrittel gut bedient.

Gar hervorragend bedient wurde Mirco Müller zum Start des Mitteldrittels von Scherwey. Der aufgerückte Verteidiger der New Jersey Devils zog in Unterzahl alleine aufs Tor und traf mit einem Schuss der Qualitätsmarke NHL unter die Latte. Während 53 Sekunden bot sich Fischers Equipe die Möglichkeit, bei 5 gegen 3 Feldspieler den Vorsprung auszubauen.

Doch wenn es einen Aspekt gibt, der unter der Ägide des Zugers nicht höheren Ansprüchen genügt, dann ist es das Powerplay. Egal in welcher Formation, ob mit vier Stürmern und einem Verteidiger, ob mit zwei Centern oder ohne: In Überzahl will der Schweiz nichts gelingen. Nach der verpassten Gelegenheit verfielen die Spieler wieder kurzzeitig in Passivität. Der Trainer reagierte, nahm in der 35. Minute sein Timeout. In Gefahr geriet der Sieg nicht mehr, weil Fischers Spieler die Partie fortan kontrollierten und sich Torhüter Reto Berra nicht bezwingen liess.

Wer kommt aus Übersee?

Am Montag hat die Schweiz spielfrei. Die nächsten Hürden stehen am Dienstag (Tschechien) und Mittwoch (Weissrussland) an. Bis dahin könnte punkto Zusammenstellung der Mannschaft Klarheit herrschen. Am Sonntag rückte Verteidiger Joel Genazzi für den gesperrten Andrighetto in den Sturm. Der Colorado-Flügel wird keine weitere Sperre kassieren und morgen wieder spielen dürfen.

Fischer hätte gegen die Slowakei auch den überzähligen Samuel Walser nominieren können, doch er entschied sich, drei Plätze im Kader frei zu halten. Der Coach liebäugelt mit Zuwachs aus Übersee. Bereits in der Nacht auf heute könnte Stürmer Timo Meier verfügbar werden, sollte San Jose gegen Las Vegas verlieren. Zudem sind Roman Josi, Yannick Weber und Kevin Fiala mit Nashville gegen Winnipeg eine Niederlage vom Playoff-Aus entfernt. Trotz gutem Start kann die Schweizer Equipe belebende Elemente gebrauchen.

Slowakei - Schweiz 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

10'915 Zuschauer. SR Gouin/Hribik (CAN/CZE), Lasarew/Malmqvist (RUS/SWE). Tore: 12. Scherwey (Diaz, Müller) 0:1. 21. (20:22) Müller (Scherwey/Ausschluss Diaz!) 0:2. Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz.Slowakei: Ciliak; Cajkovsky, Sekera; Granak, Daloga; Jaros, Janosik; Fehervary; Jurco, Kristof, Nagy; Bakos, Mikus, Hascak; Svitana, Buc, Bondra; Skalicky, Marcinko, Cingel.Schweiz: Berra; Diaz, Müller; Untersander, Kukan; Fora, Frick; Rod, Haas, Scherwey; Niederreiter, Corvi, Hofmann; Riat, Vermin, Moser; Baltisberger, Schäppi, Genazzi.Bemerkungen: Schweiz ohne Andrighetto (gesperrt), Genoni (Ersatztorhüter), Senn (überzählig), Sutter, Siegenthaler und Walser (alle nicht gemeldet). - Timeout Schweiz (35.). - Slowakei von 57:40 bis 58:20 und ab 59:12 ohne Goalie. - Schüsse: Slowakei 25 (12-6-7); Schweiz 26 (9-11-6). - Powerplay-Ausbeute: Slowakei 0/2 (1 Shorthander kassiert); Schweiz 0/3.

Rangliste: 1. Russland 2/6 (14:0). 2. Schweden 2/6 (8:2). 3. Schweiz 2/5 (5:2). 4. Frankreich 2/3 (6:9). 5. Tschechien 2/2 (5:5). 6. Slowakei 2/1 (2:5). 7. Österreich 2/1 (2:10). 8. Weissrussland 2/0 (2:11).

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