Die Hiller-Frage

Spielt er, oder spielt er nicht? Vor dem fünften Halbfinalduell zwischen Biel und Lugano dreht sich alles um EHCB-Goalie Jonas Hiller.

Jonas Hiller ist Biels Rückhalt. Ein Ausfall würde schwer wiegen.

Jonas Hiller ist Biels Rückhalt. Ein Ausfall würde schwer wiegen.

(Bild: Keystone Gian Ehrenzeller)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Die Türe geht auf, Elien Paupe und Marco Streit marschieren schnellen Schrittes Richtung Eis. Ersterer ist Back-up-Goalie, Letzterer Torhütertrainer des EHC Biel. Etwas später begibt sich mit Maxime Baud ein weiterer Keeper auf das Feld. Einer aber bleibt dem Eistraining fern: Jonas Hiller. Am Montag wurde er im zweiten Drittel in Lugano aus kurzer Distanz von einem scharfen Schuss Grégory Hofmanns an der Maske getroffen. Hiller spielte zunächst zwar weiter, musste sich danach aber wegen Kopfschmerzen auswechseln lassen. Seither hüllt der EHC Biel den Mantel des Schweigens um seinen teuersten und wichtigsten Mitarbeiter.

Das überrascht kaum, schliesslich ist Hiller einer der Hauptgründe, weshalb die Bieler bis in den Playoff-Halbfinal vorgestossen sind. Er kassiert zuweilen zwar haltbare Treffer, insgesamt aber ist der 36-Jährige ein grosser Rückhalt für den EHCB. Deshalb würde ein Ausfall Hillers vor dem fünften Duell im Playoff-Halbfinal gegen Lugano (Donnerstag, Tissot-Arena, 20.15 Uhr) entsprechend schwer wiegen.

Gelassen bleiben

Antti Törmänen ist im Playoff-Modus, bezüglich Aufstellung hält sich der Biel-Coach derzeit generell bedeckt. Immerhin lässt er durchblicken, dass es Hiller deutlich besser gehe. Als das Team auf dem Eis stand, trainierte der Keeper im Fitnessraum.

Doch was wäre die Alternative, sollte Hiller ausfallen? Die Antwort ist einfach: Elien Paupe. Der 22-jährige Jurassier musste bereits am Montag in Lugano im letzten Drittel ran, kassierte innerhalb von 103 Sekunden zwei Tore – in Unterzahl. Paupe will derzeit keine Auskunft geben, das tut dafür Goalietrainer Streit. «Wir haben direkt nach dem Spiel zusammen gesprochen, das ist wichtig für die Verarbeitung», hält er fest. Paupe, der in dieser Saison hauptsächlich beim HC Ajoie in der Swiss League zum Einsatz kam, sei mental bereit für einen Einsatz, betont Streit.

Hiller hin, Paupe her – der EHC Biel ist gefordert. 2:2 steht es in diesem Halbfinal, wobei Lugano nach zuletzt zwei Siegen mit breiter Brust ins Seeland reisen wird. Der Hauptgrund für Biels Nachlassen lässt sich mit den Strafen erklären. In Spiel eins und zwei liessen sich die Bieler von den Luganesi kaum pro­vozieren – das gelang ihnen zuletzt nicht mehr. «Das ist ein Lernprozess, damit müssen wir umgehen können», sagt Fabian Lüthi.

Es wird auch am Jegenstorfer und seinen Linienpartnern Dominik Diem und Jan Neuenschwander liegen, dass der EHCB wieder vorlegen kann. Die dritte Sturmreihe hat im Playoff bereits 22 Punkte gesammelt – so viele wie der Paradeblock um Marc-Antoine Pouliot, Topskorer Toni Rajala und Marco ­Pedretti. «Wir sind drei bodenständige Persönlichkeiten, helfen einander, die Chemie stimmt einfach», sagt Lüthi. Wobei der Flügel Wert darauf legt, das grosse Ganze zu betrachten. «Wir haben vier gute Linien, diese haben uns so weit gebracht, und so müssen wir nun weiterfahren.»

Gestern entschied die National League, keine Sperre gegen Pou­liot auszusprechen. Das Ver­fahren wegen eines möglichen Beinwegziehens wurde eingestellt. Bei solch guten Neuigkeiten bleibt gar ein bisschen Platz für Galgenhumor. Angesprochen auf die diversen Strafen, welche sein Team zuletzt kassierte, meint Törmänen: «Die müssen wir sicher verhindern, ihr Powerplay ist gut.» Um dann augenzwinkernd anzufügen: «Vielleicht sollten wir es zudem vermeiden, dass wir in Überzahl spielen können.» Bekanntlich hat Biel in den letzten zwei Spielen drei Shorthander kassiert.

Berner Zeitung

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