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Die nächste Lektion für die Lions

Die Zürcher unterlagen Sparta Prag 0:3 und schieden in der Champions League mit dem Gesamtskore von 2:6 aus.

Gebodigt: Die ZSC Lions waren gegen Sparta Prag chancenlos.
Gebodigt: Die ZSC Lions waren gegen Sparta Prag chancenlos.
Keystone

Der Schmerz über diese Lektion dürfte bei den ZSC Lions bald abgeklungen sein. Wenn sie überhaupt wehtut. Die Champions League ist nicht mehr der lukrative Wettbewerb, der er 2008/09 war, als ihn die Zürcher gewannen. Wären sie gegen Sparta Prag weitergekommen, es wäre als nächstes eine Reise ins finnische Oulu angestanden. Das 0:3 bedeutet für die Lions, dass sie eine Belastung weniger haben. So dürfte es der eine oder andere betrachten. Doch Trainer und Führungsspieler tun gut daran, die gestrige Partie nicht so schnell zu vergessen, etwas daraus zu lernen. Und zwar nicht nur das ­Offensichtliche: dass es schwierig ist zu gewinnen, wenn man sechs Powerplays ungenutzt lässt und kein Tor schiesst.

Das Duell gegen Sparta Prag erinnerte in vieler Hinsicht an den Playoff-Final gegen Davos vor sechs Monaten. Die ZSC Lions kombinierten kunstvoll an der Bande hin- und her, gelangten aber kaum je vors Tor, derweil ihr Gegner simpel und effizient spielte. Die stämmigen Prager Verteidiger schirmten ihren Goalie ab und lancierten schnell die ­Gegenangriffe, die Stürmer suchten den direkten Weg aufs Tor – ob mit oder ohne Puck. So spielt man erfolgreich Eishockey. Wenn der Gegner von einer ­gewissen Klasse ist und gegen diese ZSC ­Lions konsequent verteidigt, tun sie sich schwer mit dem Toreschiessen. Sehr schwer. Nicht nur in Überzahl.

Davos rettet die Schweizer Ehre

Dass sich Davos als einziges Schweizer Team für den Achtelfinal der Champions League qualifizierte, mit einem 5:2 gegen IFK Helsinki, ist kein Zufall. Arno Del Curto versteht es, das Optimum aus seinem Team herauszuholen. Er predigt Tag für Tag Konsequenz, Gradlinigkeit und Tempo. Doch zurück zu den ZSC ­Lions. Natürlich fehlen ihnen einige Schlüsselspieler, und einige andere sind noch nicht in Form. Doch die Schönspielerei, in die sie immer wieder verfallen, die Neigung, einen Pass mehr zu spielen, ein Böglein mehr einzubauen, ist ­fatal. Wenn es Marc Crawford nicht schafft, dieses Problem an der Wurzel zu packen, wird diese hochtalentierte Mannschaft keinen erfolgreichen Winter haben. Zumindest nicht nach den hohen Ansprüchen, die sie selbst an sich hat.

Ein erstes Saisonziel haben die Lions mit dem Scheitern an Sparta verpasst. CEO Peter Zahner hatte deren vier definiert: Top 4 und Playoff-Halbfinal in der Meisterschaft, den Halbfinal im Cup und den Achtelfinal in der Champions League. Dass ein Teil des Zürcher Publikums Freude gehabt hätte, wenn die ­Lions erneut zu einem Siegeszug durch Europa aufgebrochen wären, zeigte es im Hallenstadion. Immerhin 4563 kauften sich ein Ticket und sorgten, als noch auf eine Wende zu hoffen war, für eine erstaunlich gute Atmosphäre.

0:1 – und weg war die Energie

Die Story des Spiels ist schnell erzählt: Die Lions begannen beschwingt, trafen aber nicht. Dann bestrafte Netik in der 12. Minute einen Puckverlust Siegenthalers mit dem 0:1. Man habe gespürt, wie dieses Tor der Mannschaft die Energie entzogen habe, sagte Crawford. Je länger, desto souveräner beherrschten die Prager in der Folge das Geschehen. Blindenbacher plädierte nach der Partie für «ehrliche Arbeit». Das Team sei besser als letzte Saison, bringe es aber nicht aufs Eis. Das 0:3 war die vierte Heim-Niederlage in Serie. Am Freitag geht es gegen Davos weiter. Im Hallenstadion.

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