Die SCB-Ausgabe 2019/2020: hinten dünn und vorne breit

Eishockey

Der Blick auf das SCB-Kader für die Saison 2019/2020 zeigt ein Ungleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Die Verteidiger Dominik Schlumpf, Santeri Alatalo, Samuel Kreis; die Stürmer Enzo Corvi, Grégory Hofmann, Marc Wieser: Es gibt einige Schweizer, die Sportchef Alex Chatelain für nächste Saison in den Reihen des SC Bern gesehen hätte. Vom erwähnten Sextett gab es ausschliesslich Absagen. Verpflichtet wurden Torhüter Niklas Schlegel (ZSC) und Angreifer Inti Pestoni (Davos).

Torhüter: Neues Duo und bald eine neue Nummer 2

Für die Saison 2019/2020 heisst das Duo Schlegel/Caminada. Im Frühling 2020 dürfte der Berner Junior Philip Wüthrich (zurzeit bei Langenthal) die Nummer 2 hinter Schlegel werden.

Abwehr: Untersander und seine Rolle in der Planung

Acht Verteidiger stehen unter Vertrag. Jérémie Kamerzin wird Bern verlassen. Der junge Colin Gerber (zurzeit an Olten ausgeliehen) soll vermehrt zum Zug kommen. Das grosse Fragezeichen steht hinter dem Gesundheitszustand Ramon Untersanders. «Unti ist in unseren Überlegungen ein zentraler Faktor», sagt Chatelain. Er ist im Dilemma. Fällt Untersander wegen seiner Störung des Gleichgewichtsorgans weiterhin regelmässig aus, ist die Abwehr zu dünn besetzt. Wird zur Absicherung ein namhafter Verteidiger (Rathgeb, Kukan oder ein Ausländer) verpflichtet, erhielte etwa Colin Gerber kaum Eiszeit und würde wohl den Club verlassen. Was nicht im Sinn des Sportchefs wäre.

Angriff: Überangebot und Wunschspieler Praplan

Das Angebot übersteigt die Nachfrage. 16 Stürmer haben für nächste Saison einen Vertrag. Der Norweger Leiv Fogstad Vold dürfte den Schritt ins Team jedoch kaum schaffen. Zurzeit spielt er bei Visp in der 4. Linie. Alain Berger steht trotz laufenden Vertrags auf dem Wunschzettel von Langnaus Sportchef Marco Bayer. Daniele Grassi und Grégory Sciaroni sind bisher unter den Erwartungen geblieben. Zudem ranken sich Gerüchte um den vorzeitigen Abgang von Gaëtan Haas, der auf eine Chance in Nordamerika hofft. Noch ist offen, ob der vierte Ausländer ein Angreifer oder ein Verteidiger (wahrscheinlich) sein wird. Schweizerseits könnte es noch einen Zuzug geben: Die Berner streben die Verpflichtung von Nationalspieler Vincent Praplan an (24, San Jose Barracuda).

Die Zäsur droht in Bern ein Jahr später: Stand heute laufen 18 (!) Verträge im Frühling 2020 aus. Mit einigen Spielern möchte Chatelain bereits in Bälde verlängern. «Namen nenne ich keine. Die können Sie sich ja denken», sagt der Sportchef. Wir denken: Priorität haben Tristan Scherwey und Haas.

Berner Zeitung

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