Die SCL Tigers befinden sich im Kriechgang

Langnau unterliegt Ambri 3:4 nach Penaltyschiessen und ist nun seit vier Partien ohne Sieg.

Hängende Köpfe bei den SCL Tigers.

Hängende Köpfe bei den SCL Tigers.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Manchmal hilft nur noch Sarkasmus. Ein Langnauer Fan erhebt sich von seinem Sitz, er lächelt höhnisch und meint: «Widr e Punkt!» Wo er recht hat, da hat er natürlich recht. Wie schon bei der 4:5-Niederlage nach Verlängerung am Dienstag in Zürich holen die SCL Tigers einen Zähler. Aber das dürfte nach dem 3:4 nach Penaltyschiessen gegen ein bescheidenes Ambri ein schwacher Trost sein.

Zum vierten Mal in Folge haben die SCL Tigers nun verloren. Weshalb Federico Lardi in der Analyse deutliche Worte wählt: «Wir finden immer einen Weg in die Niederlagen, es ist verschissen.» Vor allem ist es die Art und Weise, wie die Langnauer ins Verderben laufen, die den Verteidiger auf die Palme bringt: «Es gehen Tore rein, die letzte Saison nicht reingingen.»

Earl bricht den Bann

Damit beschreibt er das Geschehen in der Ilfishalle an diesem Abend ziemlich gut. Denn zunächst einmal beginnt dieser aus Langnauer Optik nämlich optimal: Nach vier Minuten erzielt Robbie Earl das 1:0, sein Jubel ist kurz – aber prägnant. Es ist gewiss ein grosser Affe, der ihm vom Buckel fällt. «Get the monkey off your back» – so bezeichnen Nordamerikaner den Umstand, wenn ein Sportler länger nicht reüssiert hat.

Neun Spiele lang blieb Earl ohne Erfolgserlebnis. Für einen, der in sechs Saisons in der National League nur einmal weniger als zehn Tore erzielt hat, ist das eine gefühlte Ewigkeit. Und es passt ganz gut, ist es Julian Schmutz, der dem Amerikaner die Scheibe mustergültig zuspielt.

Weil die beiden im Sommer gemeinsam von Biel nach Langnau dislozierten – und es zu Beginn im Emmental beiden harzig lief. Und was macht Earl? Er trifft gleich noch ein zweites Mal! Nach 42 Minuten erzielt der Amerikaner in Überzahl das 2:2, weckt damit das Heimpublikum auf.

Denn zuvor war es für die Langnauer Fans ein lauer Abend. Weil ihre Lieblinge nach einem ansprechenden Start und dem Führungstor von Earl zuerst durch Larri Leeger das 2:0 verpassten, der Verteidiger verfehlte das leere Tor. Und weil sie danach Ambri mehr und mehr Platz gewährten – und die Leventiner die Langnauer Geschenke dankend annahmen.

Zuerst traf Fabio Hofer aus äusserst spitzem Winkel, 96 Sekunden später durfte Chris Egli nach einem schönen Zuspiel Brian Flynns durch die Tigers-Abwehr ziehen und das 2:1 erzielen. Und weil das Mitteldrittel dann arm an Ereignissen und Emotionen war, verfiel das Publikum zunehmend in Lethargie – bis Robbie Earl den Schalter drückt.

Bloss dauern die Hochgefühle in der Ilfishalle nicht lange an. Denn die SCL Tigers fallen wieder in alte Muster: Sie sündigen im Abschluss, kassieren Strafen - und Letzteres nützt Matt D’Agostini aus. Langnau kann durch Chris DiDomenico zwar nochmals reagieren, sein Schuss prallt 67 Sekunden vor dem regulären Ende via Knie von Ambri-Verteidiger Jannik Fischer ins Tor.

Doch das ist es dann mit der Langnauer Herrlichkeit. Und sinnbildlich für die derzeitige Situation steht vielleicht das Penaltyschiessen: Alle versuchen Ambri-Goalie Daniel Manzato zwischen den Beinen zu bezwingen, keiner kriegt es hin.

Blaser kehrt zurück

Von einer Krise will Lardi zwar nicht sprechen. Aber auch er weiss, dass die SCL Tigers nun liefern müssen. Bereits am Sonntag, beim Cup-Achtelfinal in Olten, der für den Oberklassigen eine Pflichtaufgabe ist.

Und dann am Dienstag auswärts gegen das ebenfalls kriselnde Gottéron. In Freiburg dürfte übrigens Verteidigungsminister Yannick Blaser wieder mittun – das ist die gute Nachricht an diesem Tag.


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