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Die Spätzünder aus dem Emmental

Die SCL Tigers verlieren in Lausanne 2:4, weil sie zum wiederholten Mal den Start verschlafen haben.

Die Lausanner jubeln, der Langnauer Anton Gustafsson ist bedient.
Die Lausanner jubeln, der Langnauer Anton Gustafsson ist bedient.
Keystone

Eines muss man Heinz Ehlers lassen: Er kann die Dinge wunderbar auf den Punkt bringen. Am späten Samstagabend steht der Tigers-Coach also vor der Garderobe im Lausanner Provisorium und muss erklären, weshalb die SCL Tigers dem LHC 2:4 unterlagen, somit die zweite Niederlage de suite kassierten. «Im ersten Drittel waren wir einfach wirklich schlecht», meint der Däne. Dann führt er an, vielleicht seien seine Spieler nach der fünften Partie in den letzten neun Tagen etwas müde gewesen. Und schliesslich hält er fest: «Man muss auch den Gegner anschauen. Lausanne hat unglaublich viel Talent, sollte eigentlich deutlich besser sein als wir.»

Nun, Ehlers hat mit allem recht. Die Langnauer hätten sich nicht beklagen können, wären sie nach 20 Minuten mit 0:4 in Rückstand gelegen. Und ja, das Programm in der letzten Woche war hart. Es ging an die Substanz, gerade weil das Kader der Emmentaler nicht besonders breit ist, zudem diverse Spieler verletzt oder krank fehlten respektive erst aufs Wochenende hin zurückkehrten. Selbstverständlich ist Lausanne auf dem Papier den SCL Tigers weit überlegen, investierten und investieren die Waadtländer doch kräftig in ihr Ensemble.

Moy macht den Unterschied

Doch es lohnt sich – trotz Ehlers’ Analyse – etwas genauer hinzuschauen. In den letzten zehn Partien inklusive dem Cup-Viertelfinal gegen Servette (5:4) sind die SCL Tigers im ersten Drittel siebenmal in Rückstand geraten. Nur dreimal schafften sie es anschliessend, die Partie zu gewinnen. Er habe das Problem in der Garderobe angesprochen, sagt der Coach. Und was genau hat er seinen Spielern erzählt? «Es wäre schön, wenn wir einmal das erste Tor schiessen würden.»

Dass sich die Langnauer zu Beginn eher schwer tun, wurde in Lausanne augenfällig. Die Emmentaler kamen mit dem beeindruckenden Tempo der Gastgeber überhaupt nicht klar. Dass sie trotzdem bis weit ins letzte Drittel um den Sieg spielen konnten, war das Verdienst Damiano Ciaccios. Der Tigers-Keeper liess die Lausanner mit seinen Paraden reihenweise verzweifeln. Und als die SCL Tigers durch Harri Pesonen und Eero Elo das Skore ausglichen, stand die Partie auf der Kippe – allerdings nur, bis Petteri Lindbohm lediglich 85 Sekunden nach dem 2:2 Lausanne wieder in Front brachte. Zum Matchwinner allerdings avancierte Doppeltorschütze Tyler Moy. Am Amerikaner mit Schweizer Pass war bekanntlich auch der SCB interessiert gewesen – bis Lausanne um dessen Gunst zu buhlen begann und die Berner ihre Offerte zurückzogen. In sieben Spielen hat Moy nun viermal getroffen.

Doch zurück zum Langnauer Manko. «Es ist schwierig, immer einem Rückstand hinterher zu rennen», meint Andrea Glauser. Fehler hätten sich eingeschlichen, die es rasch wieder auszumerzen gelte. «Wir haben uns bereits viel erkämpft, sind weit gekommen, aber wir müssen wieder damit beginnen, die kleinen Dinge richtig zu machen.»

Im «Sandwich»

Bis zur Nationalmannschaftspause stehen für die SCL Tigers noch die Partien gegen Servette und die ZSC Lions auf dem Programm. Und so bedient sich Glauser des Playoff-Vokabulars, wenn er über die nächsten Tage Auskunft gibt: «Regenerieren, auch mal vom Eishockey abschalten, viel schlafen und gut essen.»

Es empfiehlt sich mit Blick auf die Tabelle zweifellos, gegen Genfer und Zürcher von Beginn weg bereit zu sein. Spielten die SCL Tigers am Freitag noch um die Tabellenführung, stehen sie nun auf Rang 5, nur sechs Punkte hinter Leader Bern zwar – aber eben auch nur sechs vor dem neuntplatzierten ZSC. So stark die Langnauer zuletzt über weite Strecken spielten, auf den Lorbeeren ausruhen können sie sich nicht. Wobei die Gefahr eher klein ist, dass ein Spieler das unter Heinz Ehlers tut. Er erwarte nun von jedem vollen Einsatz, hält der Coach mit Blick auf die kommende Woche fest. «Ich hatte in der letzten Zeit nicht den Eindruck, dass dies immer der Fall war.»

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