«Die Stadt wird brennen»

Während die Berner Eishockey-Helden eine lange Meisternacht feierten, sind die Zuger «zornig und traurig».

Sportpokale sind in diesem Jahr einfach gern in Bern. Der SCB erhält seine Meister-Trophäe.
Ueli Kägi@ukaegi

Es fliegen die Stöcke und Helme in die Luft am Samstagabend, 22:12 Uhr, in der Berner Arena. Der SCB ist zum 16. Mal Schweizer Meister. Und während die Spieler des Heimteams auf der einen Seite des Eisfeldes übereinander herfallen, stehen und sitzen die Zuger auf der anderen Seite. Reine Ekstase hier. Riesige Enttäuschung da.

SCB-Verteidiger Ramon Untersander weiss schon bald nach der Schlusssirene, wie die Nacht werden wird. «Hauptstadt, Sportstadt. Wir haben 16 Titel, YB 13. Wir glauben: Die Stadt wird brennen», kündigt der 28-Jährige an.

Unbeschreiblich sei es, wieder Meister zu sein, berichtet Eric Blum. Der 32-jährige Zürcher Hobbymusiker und Hutfabrikant spielt seit 2014 in Bern. Er erzählt vom «riesigen Widerstand», den der SCB in diesem Playoff erlebt habe. Er meint vor allem die Serien im Viertel- und Halbfinal, die gegen Servette und Biel über sechs und sieben Partien gegangen sind. Im Final brauchte der SC Bern nur noch fünf Spiele. Dank Blum, der das 2:1 erzielte, das Meistertor. «Eine schöne Story», sagt er dazu und lächelt.

Eric Blums 2:1. (Video: SRF)

Beat Gerber steht seit 16 Jahren beim SCB unter Vertrag. Zum achten Mal stand er mit seinem Team im Playoff-Final, zum sechsten Mal hat er den Titel gewonnen. «Es ist immer ein unglaubliches Gefühl», erzählt der 36-Jährige, «wenn man am Ende als Sieger hier steht, hat man viel geleistet. Wir sind als Team im Playoff gewachsen.»

Trauer und Wut beim EVZ

Auf der Verliererseite redet Yannick-Lennart Albrecht als erster nach Matchende. Die Berner hätten ihr Spiel konstant durchgezogen und deshalb gewonnen, sagt der EVZ-Stürmer. Er ärgert sich über die Leistung des eigenen Teams («Wir sind zu wenig vors Tor gegangen»), er redet vom fehlenden Glück. Und er sagt: «Wir haben uns auch etwas selbst geschlagen. Wir hatten alles, um Bern zu besiegen. Ich bin zornig und traurig, doch es gilt auch, dieses Resultat zu akzeptieren und Bern zu gratulieren.»

Reto Suri machte für den EV Zug sein letztes Spiel, er wechselt nach Lugano. Der Nationalstürmer redet nach der Partie von einem «bitteren» Moment, er spüre eine grosse Leere. «Wir haben einen unglaublichen Weg zurückgelegt. Die Überzeugung war riesig, dass wir auch den letzten Schritt machen können.» Es kam anders. Für Suri war Spiel 3 wegweisend. Bern gewann 4:1 und legte in der Serie nach 0:1-Rückstand 2:1 vor. Zug war in diesem Match schwach. Oder in Suris Worten: «Es war eine indiskutable Leistung.»

Wie Suri wird auch Leonardo Genoni in der kommenden Saison nicht mehr für seinen bisherigen Club spielen. Er wechselt nach drei Jahren in Bern und geht als Meister zum Finalgegner Zug. Der Goalie spricht auch nach dem Triumph mit der ihm eigenen Ruhe. Er habe gut ausblenden können, dass er gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber spiele.

Ob auch Genoni vor einer langen Meisternacht steht? Seine Worte lassen es nicht erahnen. Er sagt nur: «Eine Reise geht zu Ende. Es waren drei wunderbare Jahre in Bern.»

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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