Die Verantwortung verteilen

Der SC Langenthal startet am Samstag (17.30 Uhr) mit dem Derby gegen Olten in die Saison. Vor dem Start beschäftigen sich Sportchef und Assistent Noël Guyaz sowie Trainer Jason O’Leary mit unterschiedlichen Dingen.

Mit der Zusammensetzung des Teams zufrieden: Trainer Jason O’Leary (rechts) und Sportchef Noël Guyaz.

Mit der Zusammensetzung des Teams zufrieden: Trainer Jason O’Leary (rechts) und Sportchef Noël Guyaz.

(Bild: Marcel Bieri)

Die letzte Saison hat beim SC Langenthal Spuren hinterlassen. Während die Motivation bei den Spielern gross ist, haben die Verantwortlichen aus der schwierigen ­Situation gelernt. Mit Flexibilität wollen Sportchef und Assistenztrainer Noël ­Guyaz und Trainer Jason O’Leary selbst in schlechten Situationen eine Lösung finden.

Diese war – unter anderem wegen Verletzungen – in den Playoff-Viertel­finals der letzten Saison unauffindbar. Langenthal schied gegen das schwächer eingestufte Martigny aus. Um es in den Worten von Jason O’Leary auszudrücken: «Wir hoffen auf das Beste, aber bereiten uns auf das Schlechteste vor.» Das bedeutet: Mehr Spieler in entscheidenden Situationen einsetzen und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Auch deshalb hat Marc Kämpf in der Vorbereitung in einer Linie mit den Ausländern gespielt, während Stefan Tschannen mit anderen Sturmpartnern auflief.

Es ist ein Experiment, welches in den letzten sieben Jahren öfter gestartet, aber immer nach nur wenigen Spielen abge­brochen wurde. Nach dem Ausfall von Jeff Campbell und Stefan Tschannen zum Ende der letzten Saison soll aber ein neuer Versuch gestartet werden. So müssen sich auch andere Spieler darauf vorbereiten, in entscheidenden Situationen Verantwortung zu übernehmen.

Mehr Speed

Solche Akteure hat der SC Langenthal in diesem Jahr viele. Einerseits die Altbekannten wie Joel Fröhlicher, Claudio Cadonau, Marc Kämpf, der zurzeit verletzte Marco Schüpbach oder Tschannen, Campbell und Kelly. Anderseits der neu dazugekommene Verteidiger Philipp Rytz, der ausgeliehene Dan Weisskopf oder die älter gewordenen Nico Dünner und Jeffrey Füglister.

«Sehr zufrieden» zeigte sich denn auch Guyaz mit den Transfers. Er begründet dies mit dem Mix, den die verschiedenen Spielertypen darstellen. «Vor allem der Speed aus der Defensive heraus ist sehr gut» , sagt er.

Andere Teams stärker geworden

Ganz generell ist das Team schneller und stärker geworden. Eine Verbesserung ist auch deshalb in den Playoffs nötig. O’Leary betont zwar den bereits vorhandenen Fortschritt in der Qualifikation – er übernahm die Mannschaft vor anderthalb Jahren auf Rang acht und beendete die letzte Qualifikation auf Rang zwei – aber dennoch zählen am Schluss nur die Playoffs.

Es sei schwer einzuschätzen, wie gut das Team im Vergleich zu den anderen sei, findet das Trainerduo und verweist auf die ­anderen Mannschaften, die sich ebenso verstärkten. «Visp, La Chaux-de-Fonds, Martigny haben gute Transfers gemacht. Die NLB wird noch spannender und attraktiver», sagt Guyaz, während O’Leary trotz den neuen Teams (Biasca, Zug Academy) eine «Zweiklassengesellschaft» ausschliesst. «Die jungen Teams haben Spieler, die auch in anderen Mannschaften problemlos einen Platz hätten. Es wird wie in der letzten Saison in jedem Spiel Vollgas brauchen.»

Punkte wären das Jubiläumsgeschenk

Das gilt erst recht für Samstag. Gerade gegen Olten dürften die Emotionen hochgehen. Im ersten Saisonspiel sind sowieso alle angespannt, und nicht zuletzt feiert der SC Langenthal heute seinen 70. Geburtstag mit Festivitäten und einem speziellen Retrotrikot.

Dass Olten bereits am Freitag das erste Saisonspiel absolviert, verändere die Vorzeichen nicht, findet O’Leary. Die Energie wird beidseitig gross sein, ebenso wie der Wille, die prestigeträchtigen Derbypunkte zu gewinnen. Das wäre gerade im Zusammenhang mit dem Jubiläum schön, auch wenn die Feierlichkeiten im Team weniger ein Thema sind. Anstatt das Jubiläum an sich zu feiern, wolle das Team vor allem die drei Punkte feiern. Das wäre denn auch das beste Jubiläumsgeschenk, das die Spieler ihren Fans machen könnten.

Berner Zeitung

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