Die Woche der Wahrheit

Eishockey

Die SCL Tigers bestreiten am Dienstag in Zürich ihr erstes von vier Spielen bis zum Qualifikationsende. Mit einem Sieg gegen die ZSC Lions dürfte ihnen die Playoff-Teilnahme kaum mehr zu nehmen sein.

Duell auf Augenhöhe: Die SCL Tigers (links Aaron Gagnon) sind für Meister ZSC (Reto Schäppi) ein zäher Gegner. Foto: Christian Pfander

Duell auf Augenhöhe: Die SCL Tigers (links Aaron Gagnon) sind für Meister ZSC (Reto Schäppi) ein zäher Gegner. Foto: Christian Pfander

Marco Oppliger@BernerZeitung

Vorsicht, Floskel! «Jedes Spiel ist nun unglaublich wichtig, das sind wir uns bewusst», sagt Raphael Kuonen. Man stelle sich einmal vor, ein Eishockeyprofi würde vor einer Partie Gegenteiliges behaupten.

Aber, dem Walliser Stürmer in Diensten der SCL Tigers gilt es eines zugutezuhalten: Aus Sicht der Emmentaler und der sieben anderen in den Strichkampf involvierten Teams ist jetzt tatsächlich jedes Spiel ungemein wichtig.

Die SCL Tigers treten am Dienstag bei den ZSC Lions an, es ist die erste von vier Partien bis zum Qualifikationsende am kommenden Montag. Und es ist vor allem ein veritables Strichkampfduell. Weil Langnauer (4.) und Zürcher (8.) lediglich fünf Punkte trennen.

Gewiss, die SCL Tigers sind im Teletext nicht grün eingefärbt, die Playoff-Teilnahme entsprechend noch nicht fix. Doch lässt sich mit Blick auf das Restprogramm festhalten: Es müsste schon sehr viel schieflaufen, sollten sie noch aus den Top 8 verdrängt werden.

Schliesslich gibt es neben den fünf Punkten Vorsprung auf den Strich noch eine weit wichtigere Komponente aus Langnauer Optik: Fünf Teams müssten die Emmentaler noch überholen. Das ist theoretisch bei zwölf zu vergebenen Punkten zwar möglich. Aber weil alle im Strichkampf involvierten Teams noch mindestens auf einen direkten Konkurrenten treffen, sie sich damit gegenseitig um Punkte bringen, ist diese Gefahr relativ klein.

Und doch hüten sich die Langnauer davor, schon in Euphorie zu verfallen. «Seit zwei Wochen erhalte ich nach einem Sieg jeweils Gratulationen zur Playoff-Teilnahme», sagt Kuonen und lacht. «Doch für uns geht im Moment alles normal weiter.»

Ein Langnauer Vorteil

Nach einem freien Sonntag trafen sich die SCL Tigers am Montag wieder zum Training – das gewissermassen den Aufgalopp in die Woche der Wahrheit darstellte. Eine «kontrollierte Anspannung» sei im Team spürbar, meint Kuonen. «Alle Clubs im Strichkampf haben Druck, nur ist das für uns eine schöne Situation.»

Weit weniger entspannt präsentiert sich die Lage beim heutigen Gegner Zürich. Der Meister liegt nur auf einem Playoffplatz, weil er in den Direktduellen mit Lugano die Nase vorn hat. Und doch hat Kuonen nicht unrecht, wenn er festhält, die ZSC Lions seien für ihn einer der Favoriten für den Titel, «ihr Potenzial ist riesig».

Auf dem Papier also spricht heute nichts für die SCL Tigers. Doch gibt es einen Bereich, in welchem sie den Zürchern um Längen voraus sind. Die Equipe Heinz Ehlers’ agiert fast immer sehr diszipliniert und systemtreu. Zudem sind die Langnauer sehr konstant, sie haben in dieser Saison nie mehr als zweimal nacheinander verloren, konnten stets auf einen Rückschlag reagieren. Das dürfte ihnen nach den knappen Niederlagen gegen Biel und Gottéron Mut machen.

Berner Zeitung

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