«Diese Mannschaft ist einzigartig»

Der bestätigte Transfer befreit: SCB-Stürmer Simon Bodenmann (29) trifft und trifft – heute auch gegen seine zukünftigen ZSC Lions?

Im Scheinwerferlicht: SCB-Stürmer Simon Bodenmann zeigte sich zuletzt in blendender Verfassung.

Im Scheinwerferlicht: SCB-Stürmer Simon Bodenmann zeigte sich zuletzt in blendender Verfassung. Bild: Christian Pfander

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Haben Sie die paar freien Tage genossen?
Simon Bodenmann: Die Pause hat gutgetan. Wir hatten eine ideale Lösung: Zwischen Mittwoch und Sonntag mussten nur individuelle Trainings absolviert werden. Das erlaubte mir, auch etwas abzuschalten.

Benötigten Sie überhaupt einen Unterbruch?
Das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Mir lief es vor der Pause sehr gut. Und wenn man einen guten Lauf hat, denkt man, man könnte noch viel öfters spielen. Deshalb fühlte ich mich auch nicht müde. Doch in Anbetracht des bevorstehenden strengen Programms war etwas Erholung sicher nicht schlecht.

Ärgerte es Sie, dass Sie nicht am Karjala-Cup teilnehmen konnten?
Im ersten Moment war ich enttäuscht, dass ich nicht aufgeboten worden bin. Nationalcoach Patrick Fischer hat mich aber angerufen und mir seine Überlegungen erläutert. Der Plan ist nun, dass ich am Spengler-Cup für die Schweiz spielen werde.

2014 haben Sie bereits vor Meisterschaftsstart bekannt gegeben, dass Sie 2015 zum SCB wechseln würden. Danach folgte eine verkorkste letzte Saison in Kloten. Jetzt scheinen Sie nach dem angekündigten Wechsel zum ZSC richtig beflügelt, schossen seither in jedem Spiel mindestens ein Tor. Was ist anders?
Ich weiss es nicht. Das war schwierig damals in Kloten. Verkorkst ist der treffende Ausdruck. Diesmal bin ich wirklich froh, dass ich den Entscheid mitteilen konnte. Man betont immer, die Transfersituation belaste einen nicht und man denke nicht daran. Aber die Gedanken um die Zukunft geistern eben doch stetig im Kopf herum. Mir hat die Klärung diesmal jedenfalls geholfen, ich fühle mich befreit und kann wieder fokussieren.

Wenn Ihnen der SCB statt einen Drei- auch einen Vierjahresvertrag angeboten hätte, hätten Sie dem SCB zugesagt?
Das ist schwierig zu beantworten. Meine erste Option war eigentlich, in Bern zu bleiben, weil es mir hier sehr gut gefällt. Aber in der Heimat ein Jahr länger unterschreiben zu können, hat mich letztlich umgestimmt.

Wie gross war der Einfluss von ZSC-Sportchef Sven Leuenberger?
Sehr gross. Er hat mich damals auch schon nach Bern geholt. Als Spieler spürt man gerne Wertschätzung. Sven vertraut mir.

Am Dienstag spielen Sie gegen die ZSC Lions, ist das speziell?
Im Moment habe ich mit den Zürchern noch nichts zu tun. Ich glaube deshalb, dass es schwieriger ist, gegen den Ex-Klub antreten zu müssen, als gegen den zukünftigen Klub.

In den beiden vorherigen Jahren erzielten Sie in der Qua­lifikation jeweils nur 8 Tore. ­Diese Saison stehen Sie bereits im November bei 7 Ligatoren. Warum?
Ich bin gesund. Momentan verspüre ich nirgends Schmerzen. In den Vorjahren erlitt ich jeweils kurz vor oder nach Saisonstart eine Verletzung (2015 Schulterverletzung, 2016 Hirnerschütterung; die Red). Letzte Saison kehrte ich nach der Kopfverletzung zwar nach vier, fünf Wochen zurück, benötigte dann aber noch ein paar Wochen, bis ich mich auch wieder wirklich fit fühlte.

Einen längeren Stock benützen Sie nicht?
Oh doch, da kommt man ja bei diesen finnischen Trainern nicht darum herum (lacht). Ich musste schon letztes Jahr mit einem etwas längeren Stock spielen – zuerst gegen meinen Willen. Das Argument der Trainer ist, dass man für einen harten Schuss weniger Kraft braucht. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, jetzt passt es tipptopp.

Bleiben Sie nach Ihrem Abgang Bern eigentlich verbunden? Ist etwa Ihre Partnerin Bernerin?
Meine Freundin studiert zwar hier, stammt aber aus Cham. Sie schliesst ihr Studium im Sommer ab und ist somit kein Hinderungsgrund für einen Wechsel. Aber was mir wirklich schwerfallen wird, ist, das Team zu verlassen. Jeder gibt alles für seine Mitspieler, diese Mannschaft ist schlicht einzigartig.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 13.11.2017, 20:35 Uhr

Peltonen schweigt – Gerber spielt

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Beim SCB kann Jalonen heute auf den wieder genesenen Verteidiger Beat Gerber zählen. Auch Stürmer Alain Berger, der bereits vor einer Woche in der Champions Hockey League sein Comeback gab, kann mittun. ­Dafür wird Eric Blum fehlen. Der Verteidiger ist nach der Hirnerschütterung in München noch nicht einsatzfähig. pbt

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