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SCB-Ambri: Duelle auf und neben dem Eis

Der SCB holt gegen Ambri ein 0:2 auf, verliert aber dennoch im Shootout.

Ambris Sabolic verwertet seinen Penalty gegen Goalie Karhunen.
Ambris Sabolic verwertet seinen Penalty gegen Goalie Karhunen.
Keystone

Ja, ist denn heut’ schon Playoff? Nein, nicht einmal Weihnachten, um Franz Beckenbauers Kalauer kurz zu beantworten. Aber in der Berner Arena, da ging es am Samstag ab dem Mitteldrittel zu und her, als stünden der SCB und Ambri mitten in einem Best-of-7. Klar, es war Strichkampf in Reinkultur, Achter gegen Neunter, das kann genauso aufregend sein wie Titel-Duelle.

Dazu passte, dass sich Berns Justin Krueger und Ambris Tobias Fohrler kurz vor Ende des Mitteldrittels nicht nur vehement bekämpften, sondern dies per Faustkampf ohne Handschuhe taten und für diesen auf Schweizer Eis seltenen Vorfall reglementskonform vom Spiel ausgeschlossen wurden.

Amüsanter, zumindest als Nicht-Direktbeteiligter, war aber ein Duell neben dem Eis fünf Minuten vor Schluss. Als Simon Moser zum 3:2 traf und das Berner Comeback nach einem frühen 0:2-Rückstand komplett gemacht zu haben schien, rannte Paolo Duca wie von der Tarantel gestochen von der Pressetribüne die Treppe hinunter hinter die eigene Spielerbank. Der Grund: Ambris Sportchef hatte das Offside vor dem Treffer gesehen und wollte dies seinem Trainer mitteilen, damit dieser die Coach’s Challenge nehmen kann - Ambri löst dieses Prozedere offenbar als einziges NLA-Team nicht mit Funkverbindung und Knopf im Ohr.

Als Duca sich dafür aber auch noch am Plexiglas hochzog, um sicher gehört zu werden, schritt ein Stadionordner ein, der einen Angriff eines ausgerasteten Fans auf die Ambri-Bank vermutete. Nach einem kurzen, aber heftigen Wortgefecht zwischen den beiden war das Missverständnis geklärt, Duca wurde nicht zum Stadion hinausgeworfen, das Tor war in der Zwischenzweit zurecht annulliert, das Spiel mit dem 2:2-Zwischenstand weiterhin offen.

Ambri-Goalie Viktor Östlund, unverhoffter Held des Spiels

Am Ende verlor Bern im Penaltyschiessen 2:3, sicherte sich damit immerhin einen Punkt, obwohl er nach 20 Minuten 0:2 zurückgelegen hatte. Ambri hatte ein gutes Startdrittel gespielt, geriet danach aber immer stärker unter Druck. Im Schlussdrittel wurde gar Einbahnhockey Richtung Tessiner Tor gespielt.

Aber Viktor Östlund, Ambris Goalie, der normalerweise beim Farmteam in Biasca spielt und beim Swiss-League-Schlusslicht sehr viele Tore kassiert, hielt fast alles und rettete das 2:2 über die Zeit. Am Ende war er gar Penalty-Held, und sein Sportchef durfte von Ordnern unbehelligt die Faust ballen. Es waren im Strichkampf zwei ungemein wichtige Punkte für die Tessiner.

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