Ein Arbeitssieg für den SCB

Der SC Bern gewinnt auch das zweite Spiel der Saison. Nach dem 6:1 gegen Gottéron resultiert gegen den vermeintlichen Abstiegskandidaten Ambri nur ein 2:0.

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Es war keine Gala, sondern harte Arbeit am Dienstagabend für den Meister. Schon nach neun Minuten schien zwar alles den erwarteten Gang zu nehmen. Dario Meyer erzielte den SCB-Führungstreffer. Auf der Tribüne reagierte jedoch Paolo Duca sofort und veranlasste, dass Luca Cereda die Coaches Challenge nahm. Die Massnahme war von Erfolg gekrönt.

SCB-Stürmer Marc Kämpf stand vor Meyers Treffer tatsächlich im Offside.Die Tessiner setzen mit dem 36-jährigen Neo-Sportchef Duca und dem gleichaltrigen Trainer Cereda auf die jüngste sportliche Führung in der Liga. Das Duo hinterlässt bisher einen guten Eindruck. Die Leventiner waren wie schon gegen Lugano (4:3) und Davos (1:2) auch am Dienstag ein ebenbürtiger Gegner.

Vom vermeintlichen Abstiegskandidaten war jedenfalls nichts zu sehen. Nur weil Leonardo Genoni überragend agierte, blieben die Aussenseiter ohne Tor. Der SCB-Torhüter parierte etwa gegen Ambris Cory Emmerton oder Thibaut Monnet in extremis.

«Dass wir Leo nach jedem Spiel gratulieren können, wissen wir bereits. Er ist ein absoluter Profi», lobte SCB-Stürmer Tristan Scherwey seinen Goalie.

Scherwey Doppeltorschütze

Die Berner taten sich unerwartet schwer. Zwar waren durchaus Chancen vorhanden. Aber Ambris Goalie Benjamin Conz hielt ebenfalls stark. Der Torhüter war aus Fribourg «geflüchtet», als Reto Berra verpflichtet worden war.

Der NHL-Goalie reiste indes schon vor dem ersten Puckeinwurf überraschend zurück nach Nordamerika (Anaheim). Nur Scherwey vermochte Conz am Dienstag zu bezwingen. Der SCB-Stürmer tat das im Mitteldrittel in abgeklärter, schlitzohriger Manier, indem er Conz die Scheibe zwischen den Beinen hindurchspitzelte.

Die Aktion war jedoch nur zustande gekommen, weil sich Ambris Verteidiger mit SCB-Vergangenheit, Franco Collenberg, einen haarsträubenden Fehlpass vor das eigene Tor erlaubt hatte. Erst neun Minuten vor Schluss wurde Conz wieder bezwungen, erneut war Scherwey der Torschütze.

«Das war definitiv ein Arbeitssieg», resümierte der Matchwinner nach dem Spiel. «Ambri spielt sehr bissig und ganz anders als vergangene Saison.» Das bestätigte auch Marco Müller, der nach neun Jahren beim SCB im Sommer in die Leventina gewechselt hat. «Wir spielen ein aggressives Spiel.» Für den Stürmer verlief die Rückkehr nach Bern schmerzhaft. «Ich verkantete und verletzte mich dabei am Knie», sagte Müller zu seinem Missgeschick nach fünf Minuten, als er im SCB-Tor landete.

Während Müller nach der Partie humpelte und Schmerzen hatte, konnte Scherwey zufrieden konstatieren: «So macht es Spass, wir agierten geduldig und blieben unserem System treu.» Scherwey hatte in der Vorsaison am Ende der Qualifikation bloss fünf Tore auf seinem Konto, jetzt sind es nach zwei Begegnungen bereits zwei. «Tore erzielen ist immer schön. Aber ich halte meine Nase deswegen jetzt nicht zu hoch, sondern arbeite weiter.»

Ausländer-Rochade

Kari Jalonen hatte im zweiten Saisonspiel die erwartete Rochade auf der Ausländerposition vorgenommen. Anstelle des Finnen Mika Pyörälä lief Mason Raymond auf. Der Kanadier zeigte ein paar gute Aktionen, harmonierte gut mit Mark Arcobello und Captain Simon Moser. Das Trio kombinierte zwischenzeitlich ahnsehnlich. Aber auch Zugang Raymond konnte am Dienstag mit seiner Erfahrung aus 546 NHL-Partien letztlich nicht brillieren, sondern musste primär hart arbeiten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.09.2017, 22:54 Uhr

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