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Ein bisschen speziell

Lausanne unterliegt Bern zum achten Mal in Folge. Beim 2:0-Sieg des SCB stehen sich die finnischen Freunde Ville Peltonen und Kari Jalonen erstmals als Trainer gegenüber.

«Ville Peltonen wird mit Sicherheit einer der besten finnischen Trainer werden», sagt SCB-Coach Kari Jalonen (links) über seinen ehemaligen Assistenten. Bilder: Keystone
«Ville Peltonen wird mit Sicherheit einer der besten finnischen Trainer werden», sagt SCB-Coach Kari Jalonen (links) über seinen ehemaligen Assistenten. Bilder: Keystone

Ville Peltonen strafft sein Jackett und zieht die Krawatte zurecht. Als wolle er verhindern, dass sein Herz vom Brustkorb in Richtung Zunge rückt. Diese Gefahr besteht natürlich nicht. Nicht bei ihm, der jederzeit gefasst wirkt, besonnen argumentiert und über eine Mimik verfügt, die seinen Worten sogleich das kleinste Mass an Emotion entzieht. «Ich kenne die Berner Spieler, ich kenne den Trainer. Das war für mich ein bisschen interessant, ein bisschen speziell.»

Peltonen amtete einst unter Kari Jalonen bei IFK Helsinki als Captain, er war unter Jalonen jeweils zwei Saisons lang Assistent im finnischen Nationalteam und beim SC Bern. Nun trägt der Finne zum ersten Mal als Headcoach die Verantwortung, in Lausanne, und traf am Samstag in der Post­finance-Arena auf seinen Mentor.

Die befreundeten Trainer waren nach dem 2:0-Erfolg des SCB spür- und hörbar darauf bedacht, dem Wiedersehen möglichst wenig Bedeutung zuzusprechen. «Ich respektiere Kari Jalonen sehr. Aber ich bin zurzeit vor allem mit uns beschäftigt», sagte Peltonen. Und Jalonen meinte: «Ich kann nicht sagen, wohin sein Weg führen wird. Aber Ville wird mit Sicherheit einer der besten finnischen Trainer werden.»

Genonis Kunstschuss

Jalonen gegen Peltonen war eine Facette des Duells zwischen Bern und Lausanne. Sie machte den Vergleich in Peltonens Worten eben «ein bisschen interessant, ein bisschen speziell». Ansonsten fehlte der Begegnung das Aussergewöhnliche. Die Lausanner hatten seit September 2016 nicht mehr gegen Bern reüssiert, am Samstag bezogen sie die achte Niederlage in Folge. Dem SCB genügte eine Darbietung, die Coach Jalonen kurz und treffend mit «solid» umschrieb.

Verteidiger Yanik Burren brachte die Scheibe im Startdrittel aus der Drehung aufs Tor, Lausannes Angreifer Torrey Mitchell lenkte entscheidend ins eigene Tor ab. Noch vor der ersten Pause reüssierte Mark Arcobello im Powerplay. Das wars. In der Folge verpassten die Berner mehrfach Chancen aus besten Positionen. Lausanne blieb im Spiel, war aber ohne reelle Siegchance. In der Schluss­minute setzte der Berner Tor­hüter Leonardo Genoni zum Kunstschuss an: Sein Lupfer über das ganze Feld landete neben dem offenen Lausanner Gehäuse. Ein Genoni-Treffer hätte die Beurteilung des Gezeigten unverzüglich von «solid» zu «spektakulär» werden lassen.

So aber war es der ordentliche Abschluss einer Woche, die mit dem Spiel gegen New Jersey immerhin aufregend begonnen hatte. Der SCB hat innert neun Tagen sechs Partien bestritten. «Das ging an die Substanz. Einige Spieler haben einen Effort geleistet und ihr Niveau gesteigert, das war wichtig», sagte Jalonen. Er zählte auf: Heim, Haas, Scherwey, Mursak, Krueger, Burren, Blum. Nach zwei trainingsfreien Tagen werden die Spieler morgen aufs Eis zurückkehren. Am Mittwoch steht der nächste Ernstkampf an: Mit einem Erfolg im Heimspiel über Salzburg kann sich der SCB in der Champions Hockey League den Gruppensieg sichern.

Eine Avance «en avance»

Nochmals zurück zum Duell Bern-Lausanne. Dieses findet längst auch ausserhalb des Eisrinks statt. Mit der Perspektive «neue Eishalle 2019» vor Augen und dem milliardenschweren In­vestor Ken Stickney im Rücken möchte Lausanne in die Beletage aufsteigen, wo Bern und Zürich zu Hause sind. Seit geraumer Zeit lockt der LHC mit Geld und Perspektiven.

Gaëtan Haas betonte bei seinem Wechsel nach Bern, er hätte in Lausanne mehr Geld verdienen können. Auf diese Saison hin holten die Waadtländer Christoph Bertschy, den der SCB lieber in seinen Reihen gesehen hätte. Mit Joël Vermin und ­Etienne Froidevaux spielen zwei weitere frühere SCB-Junioren in Lausanne, die nach Aben­teuern in Nordamerika (Vermin) respektive im Emmental (Froidevaux) den Wechsel ins Waadtland der Rückkehr nach Bern vor­zogen.

Das nächste Kapitel wird aufgeschlagen. Gemäss Gerüchten ist Sportchef Jan Alston bereits bei Tristan Scherwey respektive beim Agenten des Berner Publikumslieblings vorstellig geworden. Zur Erinnerung: Es ist Herbst 2018, Scherweys Vertrag läuft im Sommer 2020 aus. Das bedeutet für hiesige Transfer­verhältnisse: Die Zeit drängt.

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