Zum Hauptinhalt springen

Ein durch und durch frustrierender Abend für die Tigers

Rückschlag im Strichkampf: Langnau kommt beim 0:4 gegen Lausanne kaum zu Torchancen.

In der Defensive: Die Tigers versuchen sich zu wehren. Foto: Keystone
In der Defensive: Die Tigers versuchen sich zu wehren. Foto: Keystone

Es lief Minute 4 im Schlussdrittel, plötzlich waren die Emotionen da – und endlich schien Langnau auf ungewollte Weise doch noch einen Weg in dieses Spiel gefunden zu haben. Lausannes Fabian Heldner hatte Robbie Earl hart gecheckt, der Amerikaner schlug mit Kinn und Kopf gleich zweimal ungeschützt hart auf dem Eis auf – er schied mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung aus. Heldner traf ihn wohl an der Brust, kassierte trotzdem eine 5-Minuten-Strafe, Langnaus Ben Maxwell, der sich als «Rächer» betätigt hatte, musste zwei Minuten raus.

Der Check Fabian Heldners gegen Robbie Earl (Video MySports)

Das hiess dennoch: drei Minuten Überzahl für die Tigers, die grosse Chance, zumindest das 1:2 zu erzielen. Doch es kam anders. Fast schon dilettantisch lief das Tigers-Powerplay in einen Konter, Dustin Jeffrey traf zum 3:0, vier Minuten später fiel gar das 0:4, Langnau war geschlagen – und ratlos. Ein ganz und gar unschöner Abend für die Tigers nahm ein entsprechendes Ende.

Nur der Beginn spektakulär

Der Anfang, der war ja noch spektakulär, weil fehlerhaft. Ein schlechtes Backchecking der Langnauer Paradeformation sowie ein Querpass, der zum Fehlpass wurde: Das bescherte Lausanne zwei Grosschancen. Danach stand Harri Pesonen plötzlich alleine vor Lausanne-Goalie Tobias Stephan, war aber derart baff, dass er weder schoss noch passte – und weg war die Chance. All das geschah, als noch nicht einmal vier Minuten vorbei waren. Doch dann war es fertig mit Fehlern, fertig mit Chancen, fertig mit Spektakel.

Es hätte nach 40 Minuten auch 0:0 stehen können, wären da nicht diese für Langnau fatalen 46 Sekunden zu Beginn des Mitteldrittels gewesen. Zunächst entschied sich Claudio Cadonau für die aggressive Option «Laufduell mit Lausannes Cody Almond», darum stand Yannick Herren alleine im Slot, traf zum 0:1 – es wäre bei einem konservativen Entscheid des Langnauer Verteidigers nicht einmal eine Torchance gewesen.

Dann stocherte Tim Traber den Puck irgendwie an Ivars Punnenovs vorbei ins Tor, obwohl der Langnauer Torhüter scheinbar alle Lücken geschlossen hatte. Es war Trabers erstes Saisontor, es war vor allem das 0:2 in Minute 23, ein bereits ereignisarmes Spiel wurde nun noch taktischer.

Lausannes Spezialität bei Führungen hatten Langnaus Fans bereits im Oktober erleben dürfen, als der LHC in der Ilfishalle zu einem 3:1 gekommen war. Diesmal wurde alles noch extremer, das Leiden für die Tigers-Anhänger schmerzhafter.

Das stete Anrennen

Weil wenn Lausanne seinen Fünfer-Riegel in der Mittelzone formiert, gibt es für alle in der Halle wenig zu lachen. Was in den restlichen 17 Minuten des Mitteldrittels folgte, wirkte wie die Bebilderung von Musik ab einer defekten Schallplatte: Es geschah immer wieder dasselbe. Für Statistik-Fans wäre aufregend gewesen zu zählen, wie oft Langnau in der Mittelzone an diesem Riegel hängenblieb. Damit ist auch vieles gesagt über den Unterhaltungswert der Partie.

Es wirkte hilflos, wie die Tigers versuchten, irgendetwas zu kreieren. Die Brechstangen-Version durch die Mitte brachte nichts, scharfe Pässe via Bande hinter den Riegel immerhin einen Aufreger: Als Toms Andersons plötzlich alleine auf Stephan ziehen konnte, lief bereits Minute 37.

Bad News hatte es für Langnau schon am Mittag gegeben. Beim Warm-up verletzte sich Yannick Blaser, er wird zwei Wochen ausfallen. Damit fehlen den Tigers beide Teile ihres Aggressivduos in der Abwehr, da Sebastian Schilt schon länger an einer Gehirnerschütterung laboriert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch