Ein Playoff-Stürmer

Langenthals Tom Gerber zeigt zu Beginn der entscheidenden Phase bessere Leistungen. Nicht zum ersten Mal.

Tom Gerber (rechts) behauptet sich gegen zwei Klotener.

Tom Gerber (rechts) behauptet sich gegen zwei Klotener.

(Bild: Marcel Bieri)

Wer Tom Gerbers Statistiken der Qualifikation mit jenen der Playoffs vergleicht, der stösst ziemlich rasch auf eine Überraschung. Der 25-jährige Stürmer wies in der Qualifikation mit deutlichem Abstand die schlechteste Plus-Minus-Bilanz beim SC Langenthal auf. Er war bei neun Gegentoren mehr auf dem Eis als bei Torerfolgen – für gewöhnlich ist diese Bilanz positiv.

Bei Brent Kelly, Mathieu Maret und Dario Kummer stand sie bei plus 19. Mittlerweile sieht das anders aus. Gerber führt im Payoff-Viertelfinal die teaminterne Liste mit plus 4 an, ligaweit ist er einen Punkt hinter Oltens Tim Bucher, dem Leader in dieser Statistik, klassiert. «Mir ist aufgefallen, dass ich die schlechteste Bilanz hatte. Für gewöhnlich sprechen diese Zahlen eher für mich», sagt der Emmentaler. So richtig erklären könne er sich dies nicht. Zweifellos habe er viele unglückliche Minuspunkte kassiert, während es nun in den Playoffs besonders gut geklappt habe – defensiv wie offensiv. Eine Begründung könnte in Gerbers Spielweise liegen.

Als hartnäckiger Arbeiter ist er ein Spieler, der dem Gegner das Spiel schwer macht. Gerber wird deshalb oft in brenzligen Situationen eingesetzt, oft muss er auch gegen die Paradelinie antreten. Gegen die besten Kräfte zu spielen, steigert aber auch das Risiko, bei Gegentreffern auf dem Eis zu stehen. Für den Flügelstürmer ist das aber kein Problem: «Respekt oder Angst habe ich vor dieser Herausforderung nicht», sagt er. Vielmehr schätze er das Vertrauen, das ihm sein Trainer damit entgegenbringe.

Einfacheres Spiel

Dass Tom Gerber seine Statistik gerade jetzt verbessert hat, kommt aber nicht von irgendwoher und hat eben auch mit seiner Spielweise zu tun. Spätestens im Meisterjahr 2017 hat er sich den Namen eines typischen Playoffstürmers erarbeitet. Damals trug er mit Silvan Hess und Vincenzo Küng massgeblich zum Meistertitel bei, als sie im Final als vierte Linie gegen Rapperswil-Jona überzeugten. «Ich glaube, es gelingt mir jeweils gut, in den Playoffs meine Leistung noch ein bisschen zu verbessern», sagt Gerber. Das liege zweifellos am härteren und einfacheren Spiel, das in dieser Phase zelebriert werde. Ausserdem, so Gerber, «hat jedes Spiel eine noch grössere Bedeutung. Das verleiht mir persönlich noch mehr Energie.»

Gerade im dritten Viertelfinalspiel wurde offensichtlich, dass Langenthal dies nötig hat. Nach einer 3:0-Führung brach das Heimteam ein und liess ein Comeback von Kloten zu. «Wer nicht konsequent genug ist, hat in den Playoffs nichts zu suchen. Zum Glück konnten wir den Einbruch auffangen», kommentiert Gerber den Leistungsabfall im letzten Drittel. Der SCL gewann das Spiel noch gerade so mit 3:2.

Zweifellos sei dies für die vierte Partie in Kloten vom Freitag eine gute Warnung gewesen, mittlerweile würden aufgrund der guten Ausgangslage die Vorteile wieder beim SCL liegen. Die Oberaargauer führen in der Best-of-7-Serie mit 2:1 Siegen. Aber, so ist sich Gerber sicher, Kloten wird sich wehren. «Das hat jedoch damit zu tun, ob wir das zulassen», sagt Gerber. «Wenn wir den Zürchern keine Zeit lassen und wir nahe bei unseren Gegnern stehen, können wir ihren Schwung ausbremsen.» Tom Gerber ist zweifellos einer jener Spieler, die dafür sorgen wollen.

Berner Zeitung

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