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Ein Punkt, der keine Freude macht

Die SCL Tigers haben gegen die ZSC Lions 2:0 und 3:2 geführt, im Penaltyschiessen zweimal vorgelegt und am Ende doch verloren (3:4 n.P.).

Pius Suter erziehlt das Siegestor für die ZSC Lions im Penaltyschiessen.
Pius Suter erziehlt das Siegestor für die ZSC Lions im Penaltyschiessen.
Keystone
Alexei Dostoinov brachte die SCL Tigers in der 11. Minute in Führung.
Alexei Dostoinov brachte die SCL Tigers in der 11. Minute in Führung.
Marcel Bieri, Keystone
Lions-Topscorer Denis Hollenstein jubelt bei seinem Ausgleich.
Lions-Topscorer Denis Hollenstein jubelt bei seinem Ausgleich.
Marcel Bieri, Keystone
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Alexei Dostoinov hat die Chance, die SCL Tigers mit dem zehnten Penalty zum Sieg zu schiessen. Doch er scheitert an Lukas Schlegel, Goalie der ZSC Lions. Kurz darauf sorgt Pius Suter für die Entscheidung zugunsten des Meisters. Der Center bezwingt Damiano Ciaccio auch mit dem zweiten Versuch. Die 3:4-Niederlage ist für die Langnauer eine bittere Pille. Dabei hätte es ein so schöner Abend werden können, mit Siegesjubel und einem speziellen Anfang.

So ganz will der Funke nicht aufs Publikum überspringen. Vielleicht liegt es daran, dass Gölä und seine drei Musiker den neuen SCL-Fansong «Einisch Tiger – immer Tiger» in der Ilfishalle nicht live, sondern per Playback darbieten. Der Grund könnte aber auch ein anderer sein: Der Mundartrocker gibt zu, zum Eishockey keinen Bezug zu haben. «Ich hasse Winter», hält er ohne Umschweife fest. Er sagt aber auch, es habe ihm keine Mühe bereitet, ein passendes Lied zu schreiben. Er habe an die Filme «Top Gun» und «Rambo» gedacht und sich gesagt: «Wir müssen eine Kampfhymne haben.»

Von der Eigenwahrnehmung her passen Gölä und der Eishockeyclub aus dem Emmental ganz gut zusammen. Der Oppliger sieht sich bekanntlich als Büezer und Aussenseiter. Und Verteidiger Federico Lardi hat das Tigers-Hockey in der «Wochen-Zeitung» so definiert: «Wir sind nicht da zum Zaubern, wir müssen uns die Siege erkämpfen.

Wir müssen laufen und in den Ecken Scheiben ausgraben. Unser System basiert darauf, dass alle einander helfen und sich unterstützen.» Als Gölä das Eis verlässt, begleitet ihn Applaus, wenn auch kein von Enthusiasmus geprägter. Doch schon bald erreicht die Stimmung einen ersten Höhepunkt. Dostoinov profitiert von einem kapitalen Fehlpass Fredrik Petterssons und sorgt für das 1:0.

2:0 und 3:2 geführt

Kurz vor Abschluss des ersten Drittels lässt Chris DiDomenico die Verteidiger des Meisters uralt aussehen. Er tanzt zwei Gegenspieler aus und bedient Harri Pesonen, welcher die Scheibe unhaltbar in die hohe Ecke drischt. In der Pause dürfte bei den Tigers-Anhängern weniger Göläs Kurzauftritt als die Vorfreude auf einen weiteren Sieg gegen den Grossclub aus Zürich das Hauptthema sein. Denn mit den Lions haben sich die Tigers in der laufenden Saison schon dreimal duelliert und sowohl die zwei Meisterschaftspartien als auch den Cupachtelfinal gewonnen. Was soll da noch passieren?

Zum Beispiel, dass die Konzentration etwas nachlässt. Die Gastgeber sind bei Vollbestand zwar auch nach dem Seitenwechsel besser, aber sie leisten sich eben auch die eine oder andere Undiszipliniertheit. Viermal wird ein Langnauer auf die Strafbank geschickt, zweimal gelingt den Besuchern im Powerplay ein Treffer. So steht die Partie auf Messers Schneide.

Und als Pesonen von den Schiedsrichtern eine zweiminütige Denkpause verordnet bekommt, sieht es für die Einheimischen nicht mehr so gut aus. Doch Nolan Diem stibitzt an der blauen Linie Kevin Klein, ZSC-Verteidiger mit 700 Spielen NHL-Erfahrung, den Puck, läuft übers Feld und schiesst das 3:2. Die Gäste gleichen erneut aus und können am Ende der regulären Spielzeit und zu Beginn der Verlängerung einmal mehr in Überzahl agieren.

Doch die Tigers haben in der Overtime die besseren Chancen. Letztlich entscheidet das Penaltyschiessen aber zugunsten der Zürcher. Gölä bekommt das nicht mehr mit, hat er doch vor dem Match erklärt, er sei sehr müde und fahre nach seinem Auftritt umgehend nach Hause.

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