Ein Tor machte ihn bekannt

Robin Leblanc hat vor zehn Jahren Davos gegen den SCB zum Meister geschossen. Mit 34 spielt er neu für Langenthal und ist mit dem Karriereverlauf zufrieden. Obwohl er einst in der 3. Runde von den New Jersey Devils gedraftet wurde.

Mit 34 will er es in Langenthal nochmals wissen: Robin Leblanc spielt  neu für die Oberaargauer.

Mit 34 will er es in Langenthal nochmals wissen: Robin Leblanc spielt neu für die Oberaargauer. Bild: Christian Pfander

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Der 8. April 2007 war der grosse Tag des Robin Leblanc. Der damals 24-jährige Kanadier mit Schweizer Lizenz erzielte nach einem Bully das 1:0 für Davos im siebten Playoff-Finalspiel gegen den SC Bern. Es war der entscheidende Treffer in einer hochstehenden Finalserie; Leblanc durfte sich als Meisterschütze feiern lassen.

«Es war das wichtigste Tor in meiner bisherigen Karriere», sagt Leblanc rückblickend. «Der Rummel war gross, es machte aber auch viel Freude, so im Mittelpunkt zu stehen.» Während zehn Partien hatte er zuvor in den Playoffs die Spiele auf der Tribüne verfolgen müssen und war erst für das dritte Finalspiel ins Team zurückgekehrt. Und setzte sofort Akzente, verwandelte beispielsweise in der sechsten Partie einen Penalty.

Nur im Trainingscamp

Es war die erste Saison gewesen, die Leblanc in der NLA bestritt. Als junger Spieler hatte sich der Flügelstürmer durchaus Hoffnungen gemacht, in der NHL Fuss fassen zu können. 2001 wurde er in der 3. Runde als Nummer 67 von den New Jersey Devils ­gedraftet. In der höchsten nordamerikanischen Profiliga spielte er aber nie. «New Jersey hatte zu jener Zeit ein sehr starkes Team», sagt Leblanc. «Es war sehr schwierig, dort einen Platz zu ergattern.»

Übers Trainingscamp hinaus kam er nie, auch nicht später in Columbus. Daher aktivierte Leblanc Plan B. Sein Vater Fernand hatte einst in der Schweiz gespielt; Robin Leblanc wurde in Chur geboren und hatte seine ersten Schritte auf dem Eis hierzulande gemacht. Er kann daher in der Schweiz spielen, ohne das Ausländerkontingent zu belasten. Erst war er in der NLB für Ajoie aktiv, ehe er 2006 nach Davos wechselte und dort seine erfolgreichste Zeit erlebte. Mit den Bündnern holte er 2009 nochmals den Titel.

Schwierige Jahre

Es folgten Jahre, die zu einem Karriereknick führten. Leblanc wechselte nach dem zweiten Titelgewinn zu Gottéron. «Das erste Jahr war gut, das zweite nicht mehr so», sagt er. Es folgte ein ­erneuter Transfer zu den SCL Tigers. Im Emmental machte der Angreifer zwei schwere Jahre durch. «Ich erhielt nicht viel Eiszeit, verlor an Selbstvertrauen und war weit von meinem Leistungsvermögen entfernt», sagt er. Am Ende des zweiten Jahres stiegen die Tigers zudem in die NLB ab. Leblanc war 30 Jahre alt; als Spieler eines Absteigers auf dem Transfermarkt wenig gefragt. Zudem hatte die Saison bis in den April gedauert; viele Teams hatten ihre Mannschaften bereits zusammengestellt.

Leblanc entschied sich schliesslich zum Wechsel in die NLB und unterschrieb in La Chaux-de-Fonds.

Freude wiedergefunden

Dies bereute er nie. «In La Chaux-de-Fonds habe ich die Freude am Eishockey wiedergefunden», sagt er. «Das gute Feeling war zurück.» Drei Jahre blieb er im Neuenburger Jura, ehe er im letzten Frühling in Langenthal unterschrieb. Familiäre Gründe spielten bei diesem Wechsel mit eine Rolle. Leblancs Frau ist Deutsche und spricht kaum Französisch; die Familie wollte in den deutschsprachigen Raum zurückkehren. Im Oberaargau sieht sich Leblanc in der Rolle des Routiniers, der die jungen Spieler unterstützt. «Ich will ihnen helfen, besser zu werden», sagt er. «Und natürlich möchte ich auch mit Langenthal Erfolg haben.»

Der Kanadier will sich einbürgern lassen und mit seiner Familie definitiv in der Schweiz wohnhaft bleiben. Sohn Liam ist 5 Jahre alt; er hat in der Hockeyschule bereits an der Sportart geschnuppert, die Vater und Grossvater zum Beruf machten.

Leblanc hat noch keine konkreten Pläne, was er in der Zeit nach der aktiven Karriere machen wird. Die nächsten zwei Jahre ist er noch Spieler. Und will auch beim SC Langenthal Akzente setzen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 10:06 Uhr

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