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Erst runtergedrückt, dann durchgestartet

Yannick Blaser verpasste wegen einer schweren Verletzung die ganze letzte Saison. Nun ist der Verteidiger der SCL Tigers wieder fit – und bereits zur Teamstütze im Langnauer Ensemble avanciert.

Das Lachen wiedergefunden: Yannick Blaser (links) freut sich mit seinen Teamkollegen.
Das Lachen wiedergefunden: Yannick Blaser (links) freut sich mit seinen Teamkollegen.
Keystone

Fünf Spiele, vier Siege – die SCL Tigers haben einen Lauf. «Wir wissen, wozu wir fähig sind, wenn jeder eine Topleistung abruft», hält Yannick Blaser fest. Die jüngsten Erfolge, vorab jene gegen die Grossen der Liga – also Bern und die ZSC Lions –, hätten viel Selbstvertrauen gegeben, sagt der Verteidiger, «und nun klappt es auch mit dem Toreschiessen, was natürlich vieles erleichtert».

Blaser ist gewissermassen die Personifizierung der Langnauer Erfolgsserie. Er hat nach der Hälfte der Qualifikation bereits 4 Tore erzielt, 6 Assists beigesteuert. Seit seinem NLA-Debüt 2009 war er nie auch nur annähernd so produktiv gewesen. Der 28-Jährige erwähnt als Grund dafür seine persönliche Situation: «Ich habe noch nie so viel Eiszeit erhalten wie jetzt, und so hast du natürlich grössere Chancen, zu punkten.»

Weil in der ­Tigers-Defensive immer wieder Spieler fehlten, ist der Stellenwert Blasers nochmals gestiegen. So sagt Heinz Ehlers: «Er spielt zurzeit eine grosse Rolle im Team, gibt in jedem Spiel vollen Einsatz, blockt viele Schüsse und punktet auch noch.» Noch fast interessanter aber ist der Nebensatz, den der Coach folgen lässt: «Es freut mich sehr, dass es ihm so gut läuft.»

Schmerzhafter Spagat

Denn Blaser hat eine schwere Zeit hinter sich. Die letzte Saison verpasste er komplett, nachdem er sich in einem Testspiel in Visp schwer verletzt hatte. Bei einem Zweikampf an der Bande war er in den Spagat gedrückt worden, worauf die Adduktorensehne und zwei Muskel rissen.

Als er sich nach der Operation an den Aufbau machte, erfolgte der nächste Rückschlag: Die Ärzte merkten, dass seine Verletzung weitreichendere Folgen hatte, auch der Bauchmuskel eingerissen war. Also musste sich Blaser nochmals behandeln lassen.

Weil es sich nicht um die erste grössere Verletzung handelte, habe er gewusst, was ungefähr auf ihn zukomme, sagt Blaser. «Trotzdem möchte ich das nicht noch einmal erleben.» Weil die Adduktoren die Schwachstelle vieler Eishockeyspieler sind, hat sich der Verteidiger viel Zeit für die Rückkehr gelassen. Das Vorgehen hat sich ausgezahlt, Blaser ist beschwerdefrei «und happy, dass ich wieder auf meinem früheren Niveau spielen kann».

Heute gegen Gottéron

Jüngst haben die SCL Tigers den Vertrag mit dem Verteidiger um zwei weitere Saisons verlängert. Der Familie, Blaser ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen, gefalle es in Langnau sehr gut, deshalb habe es für ihn keine andere Option gegeben. «Ich bin zufrieden, wie es läuft, kann mich mit meiner Rolle im Team identifizieren.»

Obwohl er bereits auf Juniorenstufe das Tigers-Trikot trug, gab Blaser sein Debüt im Fanionteam erst in diesem September. Als 18-Jähriger hatte er keine Perspektiven in der NLA gesehen, deshalb wechselte er zurück zum SC Langenthal, seinem Stammverein, und schaffte über die NLB den Durchbruch auf höchster Ebene. Der EV Zug entdeckte den Oberaargauer; von 2009 bis im Frühling 2016 spielte er für die Zentralschweizer. «Doch weil es zuletzt nicht mehr wunschgemäss lief, ich meine Rolle als Junior nicht abstreifen konnte, wollte ich den nächsten Schritt machen, als Spieler und als Mensch», sagt Blaser. In Langnau ist ihm dieser geglückt – wenn auch mit Verzögerung.

Heute Freitag nun gastieren die SCL Tigers in Freiburg, einen Tag später empfangen sie die ZSC Lions in der Ilfishalle. Die Emmentaler sind auf Tuchfühlung mit einem Playoff-Platz. Allerdings müssen sie weiterhin fleissig punkten, weil dies auch die Konkurrenz am Strich tut. Blaser ist das recht so. «Das ist doch extrem cool, spannend und herausfordernd, nicht nur für die Fans, auch für uns.»

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