Fuchs fordert, Haas hofft

Reto Kirchhofer

Die SCB-Spieler bereiten sich unter der Leitung von Roland Fuchs auf die neue Saison vor. Für Gaëtan Haas sind es bis auf weiteres die letzten Einheiten beim Meister.

Nicht mehr lange in Bern zu halten: Gaëtan Haas zieht es nach Nordamerika.

Nicht mehr lange in Bern zu halten: Gaëtan Haas zieht es nach Nordamerika.

(Bild: Urs Lindt (Freshfocus))

Reto Kirchhofer@rek_81

Der SC Bern lädt zum Besuch des Sommertrainings – und schreibt in der Mitteilung: «Das Training findet je nach Wetter in der Postfinance-Arena oder auf dem Aussenfeld hinter dem Stadion statt.» Wer am Freitag rund um die Halle nach Eishockeyprofis Ausschau hält, wird nicht fündig; trotz Sonne, oder eher wegen der Sonne. «Sich bei diesen Temperaturen grossen Anstrengungen auszusetzen, das wäre ungesund», sagt der Berner Konditionstrainer Roland Fuchs.

Er lässt die Spieler bei verhältnismässig kühlen Temperaturen in der Postfinance-Arena schwitzen. Fuchs’ Zwischenbilanz fällt positiv aus: «Die Werte sind beinahe auf dem Stand des Vorjahrs, obwohl wir im Vergleich zwei Trainingswochen weniger zur Verfügung hatten.» Der Grund: Im Frühling 2018 hatte die Meisterschaft für den SCB im Halbfinal geendet, 2019 holte er den Titel. Fuchs sagt: «Das Playoff ist für die Spieler auch immer ein Supertraining.»

Die Sommerpensen unterscheiden sich stark. Für die Zuzüge Inti Pestoni (Davos) und Niklas Schlegel (ZSC Lions) etwa dürfte der Bedarf an Off-Ice-Einheiten fürs Erste gedeckt sein. Der Stürmer und der Torhüter stehen seit dem 6. Mai in Bern im Einsatz. «Sie sind mittlerweile in der neunten Trainingswoche. Es hat Spass gemacht, mit ihnen über eine längere Zeit individuell zu arbeiten», sagt Fuchs. «Auf diese Weise konnten sie sich an unseren Rhythmus und unsere Trainingsstruktur gewöhnen.»

Edmonton, Columbus, Florida: Aus drei mach eins

Erst zwei Wochen Sommer-Schinderei haben derweil die Schweizer Nationalspieler Simon Moser, Tristan Scherwey und Gaëtan Haas in den Beinen. Für das Trio stand im kurzen Urlaub nach der Weltmeisterschaft die Erholung im Fokus, aber auch das Verarbeiten des bitteren Ausscheidens im WM-Viertelfinal: 0,4 Sekunden hatten gegen Kanada zur Qualifikation für die Medaillenspiele gefehlt. «Abhaken kannst du das, aber ganz vergessen wirst du ein solches Ereignis nie», sagt Moser.

Nicht in Bern trainieren die Ausländer Mark Arcobello, Andrew Ebbett, Jan Mursak und Miika Koivisto, der Lizenz-Schweizer Calle Andersson sowie Thomas Rüfenacht und Alain Berger. Stattdessen sprintet und schwitzt einer in der Berner Eishalle, der dem Club nächste Saison nicht zur Verfügung steht: Gaëtan Haas. Der Center wird von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen und versuchen, sich den Traum von der NHL zu erfüllen. Edmonton, Columbus und Florida sind die Optionen, wobei sich Haas zwischen Edmonton und Columbus entscheiden dürfte. «Die Stadt spielt keine Rolle. Wichtig sind mein Gefühl, der Trainer, der General Manager, das Kader: Ich möchte dorthin gehen, wo ich die grösste Chance auf NHL-Einsätze habe.»

Von Vorfreude mag der Angreifer (27) nicht sprechen. Daran hindern ihn die letzten Zweifel. «Ich freue mich erst, wenn der Vertrag von beiden Seiten unterschrieben ist. Und ich hoffe sehr, das wird innerhalb der nächsten zwei Wochen geschehen.»

Berner Zeitung

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