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SCB kassiert einen kuriosen Gegentreffer zu viel

Der SC Bern startet mit einer Niederlage ins neue Jahr. Gegner Davos war weniger müde als erwartet, und nach zwei unglücklichen Gegentoren fehlten dem Meister die Ideen.

Die frühe Führung für die Gäste: SCB-Stürmer Tristan Scherwey (rechts) netzt nach gerade einmal 68 Sekunden ein.
Die frühe Führung für die Gäste: SCB-Stürmer Tristan Scherwey (rechts) netzt nach gerade einmal 68 Sekunden ein.
Jürgen Staiger
Per Penalty erzielt Marc Wieser gegen Leonardo Genoni den 1:1-Ausgleich.
Per Penalty erzielt Marc Wieser gegen Leonardo Genoni den 1:1-Ausgleich.
Jürgen Staiger
Mit vollem Körpereinsatz rangen die Davoser den Titelverteidiger letztlich nieder.
Mit vollem Körpereinsatz rangen die Davoser den Titelverteidiger letztlich nieder.
Jürgen Staiger
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Davos hat seinen Alltag zurück. Das Operettenpublikum, das während der Festtage die Vaillant-Arena in Beschlag genommen hat, trinkt die Cüpli wieder in den angesagten Bars entlang der Piste. In der Eishalle wird das Eishockey derweil wieder gearbeitet statt zelebriert. Spass hat es trotzdem gemacht.

18 Punkte trennten die beiden Mannschaften vor dem Spiel. Und doch war es das Spitzenspiel der Runde. Die Bündner waren punktgleich mit dem Zweitplatzierten, was viel über die Über­legenheit des SCB in dieser Saison aussagt. Freilich versprechen die Partien zwischen Bern und Davos unabhängig von der Tabellenkonstellation beste Unterhaltung. Auch am Berchtoldstag wieder.

Es war ein schnelles, intensives und spannendes Spiel mit einem Sieger, dem das Glück hold war, der die drei Punkte aber nicht gestohlen hat. Dazu agierte er nach der Führung zu clever, und dafür fehlte Bern, einmal in Rückstand, das Rezept, um mehr Offensive ins eigene Spiel zu bringen.

Scherwey setzte Duftmarke

Die Davoser mussten einen Fehlstart verkraften. Eine Minute war gespielt, als Scherwey eine Duftnote setzte, die noch lange zu riechen war. Er tätigte einen harten Check gegen Johannson, der sich ein paar Minuten erholen musste, eher er wieder mittun konnte.

Nach dem Check fuhr Scherwey vors gegnerische Tor, wo er sich mit einer schönen Körpertäuschung die Scheibe auf die Kelle legte und den Führungstreffer ­erzielte. Danach hatten die Berner die Begegnung recht gut im Griff, auch wenn die Bündner bemüht waren und immer mal wieder zu Chancen kamen. Vor allem die Linie mit Ambühl, Corvi und Sciaroni sorgte regelmässig für Gefahr vor Genoni. ­Allein, der Berner Hüter verlor die Übersicht nie.

Es brauchte schon die Mithilfe der Schiedsrichter, damit die Davoser zu etwas Zählbarem kamen. Vielleicht hatten die Unpar­teiischen ein wenig Mitleid mit Arno Del Curto, der in Interviews die müden Spengler-Cup-Beine seiner Spieler beklagt hatte. Wie auch immer: Als Schneeberger mit einem wunderbaren Pass Simion bediente, der allein auf Genoni losziehen konnte, war zwar der Stock von Blum an dessen Trikot. Aber der Penalty, der zum Ausgleich führen sollte, war ein sehr strenges Verdikt.

Gar richtig kurios war der Treffer, der die Partie entscheiden sollte. Ein bisschen nachhelfen ist eine gute Idee, hat sich Little, der Topskorer der Davoser, beim vorhergegangenen Penalty wohl gesagt, wenn Genoni schon nicht unter normalen Umständen zu schlagen ist. Und also warf sich Little dem Berner Hüter in die Beine. Genoni fiel, die Schiedsrichter sahen es nicht, Little bediente Marc Wieser, und der brauchte die Scheibe nur noch einzuschieben.

Weil die Behinderung nicht die letzte Aktion des Spiels gewesen war, durften die Schiedsrichter ihren Fehler nicht mehr nachträglich ausbügeln. Das ist regeltechnisch korrekt, hinterlässt bei der geschädigten Mannschaft aber selbstredend einen schalen Nachgeschmack. SCB-Sportchef Alex Chatelain sprach nach dem Spiel von «zwei klaren Fehlentscheiden».

Zu wenig Emotionen

Vielleicht, weil sie die meiste Zeit des Spiels in Führung lagen, vielleicht aber auch, weil sie beim Spengler-Cup doch etwas weniger Energie verbraucht hatten, als ihr Trainer befürchtete: Am Dienstag war eine Davoser Mannschaft am Werk, die keinen Moment lang nachliess und im letzten Drittel den Vorsprung geschickt verwaltete. Anders der SC Bern. Der Meister war nach den beiden Gegentreffern nicht in der Lage, seine Taktik anzupassen.

Auch Arcobello, der ein Olympiaaufgebot erhalten hatte, konnte für einmal keine Akzente setzen. Und so machte sich auch das Fehlen der Abwesenden bemerkbar. Mit nur sechs Verteidigern und elf Stürmern waren die Berner angereist, und die Jungen, die für einmal zum Zug hätten kommen können, waren entweder krank (Burren), verletzt (Dubois) oder international im Einsatz (Heim).

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