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Der erste Mann bleibt an Bord

Die SCL Tigers unterliegen den ZSC Lions nach schwacher Darbietung 0:1. Dafür verbuchen die Langnauer abseits des Eises einen Erfolg: Sie verlängern den Vertrag mit Coach Heinz Ehlers um eine weitere Saison mit Option.

Heinz Ehlers bleibt den Tigers bis mindestens 2019 erhalten.
Heinz Ehlers bleibt den Tigers bis mindestens 2019 erhalten.
Raphael Moser
Fredrik Pettersson bezwingt den Langnauer Torhüter Ivars Punnenovs.
Fredrik Pettersson bezwingt den Langnauer Torhüter Ivars Punnenovs.
Keystone
Miro Zryd jagt dem Zürcher Pius Suter nach.
Miro Zryd jagt dem Zürcher Pius Suter nach.
Keystone
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Pascal Berger sagt: «Wir wurden in allen Belangen dominiert, sind viel zu wenig gelaufen, waren schlichtweg nicht bereit.» Heinz Ehlers meint: «Es muss halt einmal ein Pass auf den Stock kommen, wir müssen viel mehr investieren.»

Die Langnauer Mienen sind düster nach dieser 0:1-Niederlage gegen die ZSC Lions. Die Emmentaler präsentierten sich in diesem Strichkampf – sie lagen nur fünf Zähler hinter den Zürchern – erstaunlich harmlos, hatten dem Gegner zu keiner Zeit etwas entgegenzusetzen.

Und doch dürften die Langnauer diesem 30. Januar 2018 auch Gutes abgewinnen. Schliesslich sorgten sie für die (Eishockey)-Meldung des Tages: Heinz Ehlers hat seinen Vertrag bis im Frühling 2019 verlängert. Der Kontrakt enthält überdies eine Option für eine weitere Saison, welche von Vereinsseite her spätestens im November dieses Jahres gezogen werden muss.

Hartnäckig und erfolgreich

Dieser Schritt ist ein grosser Erfolg für die SCL Tigers, handelt es sich bei Ehlers doch um den erfolgreichsten Trainer seit der Jahrtausendwende, seine Siegquote liegt bei für Langnauer Verhältnissen beachtlichen 46 Prozent. Entsprechend zufrieden zeigte sich Jörg Reber: «Wir sind absolut glücklich, er ist der richtige Trainer zum jetzigen Zeitpunkt für uns.»

Der Langnauer Sportchef hatte einst in Biel unter dem Dänen gespielt und dessen Arbeit schätzen gelernt. «Seine Hartnäckigkeit zeichnet ihn aus. Er verlangt viel von den Spielern, lässt eine Übung im Training zehnmal wiederholen, wenn ihm etwas nicht passt.»

Ehlers steht seit Anfang Oktober 2016 an der Langnauer Bande. Er folgte auf Scott Beattie, unter dem die SCL Tigers einen veritablen Fehlstart hingelegt hatten (9 Niederlagen in 10 Spielen). Ehlers schaffte es, das völlig verunsicherte Kollektiv zurück auf den richtigen Weg zu bringen. Die Emmentaler stellten den Ligaerhalt souverän in der Platzierungsrunde sicher.

In die laufende Saison startete Langnau zwar wieder schwach (5 Niederlagen de suite). Doch wieder brachte der Däne das Team zurück in die Erfolgsspur – mit diszipliniertem und kompaktem Eishockey. «Es ist nicht selbstverständlich, sind wir mit so einem Team immer noch im Playoffrennen, das ist auch sein Verdienst», sagt Pascal Berger.

Der Captain ist froh, herrscht bezüglich des Chefpostens nun endlich Klarheit. «Ich hoffe, dass dadurch ein Ruck durch die Mannschaft geht.» Und Ehlers? Er reagierte gelassen. «Ich denke, wir haben einen Schritt gemacht, und nun hoffe ich, die Mannschaft weiterentwickeln zu können.»

Fast ging im Trubel um den Coach unter, dass im Hallenstadion eigentlich eine kapitale Partie auf dem Programm stand. Dies aber schienen sich nur die Zürcher bewusst zu sein. Die zuletzt kriselnde Equipe Hans Kossmanns bestimmte Gangart und Tempo. Nach dem Motto «steter Tropfen höhlt den Stein» drängten die Hausherren auf das Gehäuse von Ivars Punnenovs, setzten nach, stocherten.

Bloss präsentierte sich der Tigers-Goalie in bestechender Form, liess die Zürcher gleich reihenweise verzweifeln. Er stoppte gar einen Penalty von Pascal Pelletier; der frühere Tigers-Captain war von Pascal Berger regelwidrig gebremst worden. Nur in der 27. Minute musste sich der Lette bezwingen lassen; Frederik Pettersson hatte Aaron Gagnon wie einen Junior stehen lassen und liess dann auch dem Goalie keine Chance.

Reaktion gefordert

Aus Langnauer Optik hält sich der Schaden nach dieser 0:1-Niederlage in Grenzen, da auch Servette (2:5 in Ambri) verloren hat. Die neuntplatzierten SCL Tigers liegen nach wie vor nur drei Zähler hinter den Genfern.

Bereits am Donnerstag empfangen sie Davos in der Ilfishalle. Und Captain Berger weiss, was zu tun ist: «Von uns muss definitiv eine Reaktion kommen.»

Telegramm: ZSC Lions - SCL Tigers 1:0 (0:0, 1:0, 0:0) 8191 Zuschauer. - SR Koch/Müller, Abegglen/Gurtner.Tor: 27. Pettersson (Suter, Seger) 1:0. - Strafen: je 2 mal Minuten.PostFinance-Topskorer: Pettersson; Elo.ZSC Lions: Flüeler; Phil Baltisberger, Klein; Sutter, Geering; Marti, Seger; Karrer; Wick, Vey, Kenins; Pettersson, Suter, Pestoni; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Bachofner, Prassl, Hinterkircher; Pelletier.SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Seydoux; Huguenin, Blaser; Lardi, Erni; Randegger; Thuresson, Gagnon, Dostoinow; Elo, Gustafsson, Nils Berger; Himelfarb, Albrecht, Pascal Berger; Kuonen, Peter, Neukom; Gerber.Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher, Korpikoski, Nilsson, Sjögren und Shore (alle verletzt) sowie Künzle und Guerra (beide überzählig), SCL Tigers ohne Stettler, Erkinjuntti, Nüssli (alle verletzt) sowie Barker (überzähliger Ausländer). - 42. Punnenovs hält Penalty von Pelletier. - 58:32 Timeout SCL Tigers, anschliessend ohne Torhüter.

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