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In hitziger Atmosphäre cool gespielt

Der SC Bern hat auf die Heimniederlage gegen Lugano stark reagiert und in der Resega verdient 4:1 gewonnen. Die Tore für den Meister, der das Geschehen ab dem zweiten Drittel kontrollierte, schossen Thomas Rüfenacht, Simon Bodenmann, Beat Gerber sowie Martin Plüss.

Gefährliche SItuation: Maxim Lapierre wird vor dem Berner Tor von Ramon Untersander gestört.
Gefährliche SItuation: Maxim Lapierre wird vor dem Berner Tor von Ramon Untersander gestört.
Keystone
Der Luganese Patrik Zackrisson versucht Ramon Untersander den Puck streitig zu machen.
Der Luganese Patrik Zackrisson versucht Ramon Untersander den Puck streitig zu machen.
Keystone
Die Erleichterung ist gross: SCB-Spieler im Siegestaumel.
Die Erleichterung ist gross: SCB-Spieler im Siegestaumel.
Keystone
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Gut 48 Stunden später wiederholt sich das Szenario: Erneut beordert der Coach des Heimteams seinen Goalie schon in der drittletzten Minute vom Eis, erneut sorgt der Gast kurz darauf für die definitive Entscheidung. Am Dienstag hatte Center Ryan Gardner Lugano mit dem 4:2 den Sieg gesichert, gestern traf mit Martin Plüss wieder ein Mittelstürmer ins leere Tor. Der SC Bern glich die Halbfinalserie mit dem verdienten 4:1-Erfolg in der Resega aus.

Härte, Disziplin, Stabilität in der Defensive – das sind typische Playoff-Attribute. Im ersten Drittel war davon wenig zu sehen. Das Geschehen auf dem Eis wogte hin und her, als handle es sich um ein Testspiel. 17 Paraden musste Leonardo Genoni bis zur ersten Pause zeigen und einmal, bei einem Lattenstreifschuss Dario Bürglers, das Glück beanspruchen.

Und es war nicht etwa so, dass die Luganesi nur aus spitzem Winkel zum Abschluss gekommen waren. Doch auch Genonis Antipode, Elvis Merzlikins, stand häufiger m Brennpunkt, als ihm lieb sein konnte. 13 Mal wehrte er ab, einmal musste er sich geschlagen geben. In der 9. Minute erwischte ihn Thomas Rüfenacht zwischen den Schonern.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Bianconeri in Unterzahl, womit wir beim Thema Disziplin wären: Die Strafe wurde verhängt, weil sich gleichzeitig sechs Lugano-Feldspieler auf dem Eis befunden hatten. Das gleiche Missgeschick unterlief den Tessinern übrigens auch im zweiten Abschnitt. Obwohl die beiden Teams generell sehr fair agierten, gab es etliche Strafen. Das Schiedsrichterduo Marcus Vinnerborg/Marc Wiegand pfiff strikt nach Regelbuch und ohne zusätzliche Playoff-Toleranz.

Mehrere Eisreinigungen

Playoff-Atmosphäre herrschte auf den Rängen. Die Fans des Gastgebers sorgten für viel Stimmung, doch sie verursachten eben auch mehrfach kurze Eisreinigungen. Das Aufs-Feld-Werfen von Gegenständen ist eine Unsitte, die sich in der Resega offensichtlich nicht ausrotten lässt. Überhaupt gab es etliche kurze Unterbrechungen: Einmal musste das Lugano-Gehäuse neu verankert, einmal die Matchuhr um ein paar Sekunden zurückgestellt werden – wenig überraschend, als sich der SCB im Powerplay befand.

Im zweiten Abschnitt kontrollierten die Besucher das Geschehen mehrheitlich. Trotz klarer Feldüberlegenheit kam das 2:0 eher glückhaft zustande. HCL-Verteidiger Philippe Furrer lenkte den Puck, den Andrew Ebbett aus der Drehung abgeben hatte, mit dem Bein unabsichtlich ab. Einerseits düpierte er so seinen eigenen Goalie, anderseits lancierte er Simon Bodenmann, der per Backhand ins Netz traf.

Gerbers Gewaltschuss

Obwohl die Einheimischen vor der zweiten Pause durch einen sehenswerten Powerplay-Treffer den Anschluss geschafft hatten, bewahrten die Berner im Schlussabschnitt einen kühlen Kopf. Die Equipe von Kari Jalonen hatte das Geschehen im Griff. Die Luganesi erspielten sich kaum noch hochkarätige Chancen. Die Mutzen waren deutlich gefährlicher. Insofern kam das 3:1 wenig überraschend. Erstaunlich war allerdings, wer es schoss: Beat Gerber, alles andere als ein Torschütze vom Dienst, traf mit einem knallharten Weitschuss.

Nun auch daheim glänzen

«Ich bekam einen tollen Pass von Luca Hischier und sagte mir: ,Augen zu und drauf.’ Und anders als noch am Dienstag ging die Scheibe rein», beschreibt er nach der Schlusssirene die Szene. «Wir spielten abgeklärt und gestanden Lugano diesmal weniger Chancen zu», lautet die Analyse des Verteidigers. Mit dem 4:1-Erfolg in der Resega hat der SCB geschafft, was den ZSC Lions in den Viertelfinals nie gelungen war.

Die Berner konnten daher die rund dreieinhalbstündige Rückfahrt mit einem guten Gefühl in Angriff nehmen. «Ein Bierchen liegt drin, aber der Fokus ist schon wieder auf den Samstag gerichtet», meint Stürmer Thomas Rüfenacht in den Katakomben. Den Bernern ist klar, dass die Luganesi nicht klein beigeben werden. «Jetzt müssen wir auch mal in einem Heimspiel einen guten Match zeigen», sagt Gerber. Und Rüfenacht stösst ins gleiche Horn: «Wir haben die ganze Saison für den Heimvorteil gekämpft, jetzt müssen wir ihn auch ausnützen.»

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