Jalonens Rendez-vous mit der Vergangenheit

Eishockey

Der Trainer des SC Bern wird am Sonntag bei seinem Stammclub Kärpät Oulu (FIN) gastieren. Zuvor steht für die Berner heute die erste Champions-Hockey-League-Partie in Skelleftea (SWE) an.

Freut sich auf bekannte Gesichter: Kari Jalonen.

Freut sich auf bekannte Gesichter: Kari Jalonen.

(Bild: E. Muñoz García)

Reto Kirchhofer@rek_81
Marco Oppliger@BernerZeitung

Kari Jalonen hat geschafft, was kaum jemandem gelingt: Er überzeugte Marc Lüthi von einem Verlustgeschäft. Seit der Finne den SC Bern trainiert und den Wert der Champions Hockey League betont, ist selbst der Geschäftsführer dem Wettbewerb gegenüber milde gestimmt – obwohl Lüthi in Anbetracht der roten Zahlen schwarz vor Augen werden müsste. Die Teilnahme rechnet sich für den Schweizer Meister finanziell nicht. Das Minus bewegt sich pro Saison im unteren sechsstelligen Bereich.

Sportlich aber, und das ist Jalonens Argument, profitieren die Berner von der Teilnahme am kontinentalen Kräftemessen. «Das Niveau steigt von Jahr zu Jahr, einfache Spiele gibt es nicht mehr», sagt Jalonen. «In den Anfängen des Wettbewerbs waren die Teams wesentlich schlechter vorbereitet, haben beispielsweise nie einen Gegner beobachtet und gescoutet.»

Wiedersehen am Polarkreis

Auf Beobachten und Scouting dürfte Jalonen im Vorfeld der Partie vom Sonntag (18 Uhr) nicht angewiesen sein. Er hat genügend Kontakte, die ihn über Stärken und Schwächen des Gegners informieren können – sofern der Finne das überhaupt benötigt.

Er tritt mit Bern bei Kärpät Oulu an, in seiner Heimat. Jalonen ist in Oulu nahe am Polarkreis aufgewachsen. Die Familie lebte im Arbeiterquartier. Der Vater arbeitete bei der Eisenbahn, die Mutter kümmerte sich um Kari, die zwei älteren Brüder und die jüngere Schwester. Jalonen spielte bei Kärpät im Nachwuchs, später in der ersten Mannschaft. Und als Trainer führte er den Club mit Assistenzcoach Mikko Haapakoski in vier Saisons zu drei Meistertiteln.

«Ich habe sehr gute Erinnerungen an dieses Stadion und hoffe, die Fans dort werden mich noch mögen», sagt Jalonen und schmunzelt. Längst lebt der 59 Jahre alte Finne in Turku. «Aber ich habe viele Freunde und Bekannte in Oulu, gehe einmal pro Sommer hin.»

Vor dem Auftritt in Finnland steht für den SCB heute (18 Uhr) die erste Gruppenpartie beim schwedischen Team Skelleftea an. Das primäre Ziel lautet: Gruppenphase überstehen. Hierfür benötigt der Meister mindestens Platz zwei in der Vierergruppe, die durch Aussenseiter Grenoble (FRA) komplettiert wird. Jalonen sagt: «Diese Gruppe ist eine grosse Herausforderung. Ich erwarte in Skelleftea und in Oulu ein hohes Niveau.» Auch zwischen dem schwedischen Team und Jalonen gibt es Berührungspunkte: 1987/88 stand der Center bei Skelleftea unter Vertrag und war Topskorer. (rek/mob)

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt