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Jason O’Leary zerstört keine Tische mehr

Jason O’Leary ist mittlerweile seit zwei Jahren der Trainer des SC Langenthal. Der 38-jährige Kanadier hat für nächste Saison noch keinen Vertrag. Er würde jedoch gerne bleiben, und der Verein würde gerne weiter mit ihm arbeiten.

Jason O’Leary würde seinen Vertrag bei Langenthal gerne verlängern.
Jason O’Leary würde seinen Vertrag bei Langenthal gerne verlängern.
Marcel Bieri

Der SC Langenthal rund um Sportchef Noël Guyaz hat für die nächste Saison bereits ganze Arbeit geleistet und zahlreiche Verträge verlängert. Eine Vakanz bleibt aktuell aber bestehen. Es ist jene von Trainer Jason O’Leary, dessen Kontrakt Ende Saison ausläuft. Gründe, damit zu warten, gibt es fast keine. Vor der Saison tippten nur die wenigsten auf die Oberaargauer, was den ersten Rang der NLB angeht.

Auf die Frage, was denn er selbst, nach dieser bisher erfolgreichen Spielzeit, für die Zukunft plane, weicht O’Leary zuerst aus und rühmt, wie es für ihn typisch ist, sein ­Umfeld. «Der Trainer ist nur so gut wie seine Spieler. Und zudem haben wir hier das vielleicht beste Off-ice-Programm, die wohl besten Staffmitglieder und eine Stadt, in der es sich gut leben lässt. All das bringt die Spieler ­dazu, die Leistung zu bringen», erklärt der Kanadier. Die Leistung sei ein Resultat der engen Zusammenarbeit. Und: «Vertrauen anstatt Kontrolle» lautet sein Credo. Damit ist er erfolgreich.

Kein grosser Name

Erneut auf die nächste Saison ­angesprochen, wird O’Leary dann deutlicher: «Wo soll ich sonst hin?», sagt er und bleibt ernst. Viele Clubs suchen nach einem grossen Namen. Ein solcher sei er nicht. «Jason O’Leary kennt niemand. Die Trainer kennt man eigentlich nur, wenn sie entlassen werden. Weil sie dann in den Nachrichten sind.» Dennoch glaube er aber, dass sich gute Arbeit früher oder später auszahlen werde.

Schliesslich gebe es noch einen zweiten Grund, einen Trainer über die Stadtgrenzen hinaus zu kennen: «Willst du jemand sein, musst du den Titel gewinnen.» Und das erscheint in der laufenden Saison durchaus möglich. Einfach werde es jedoch nicht, NLB-Meister zu werden. Gerade unter den Top 7 der Liga sei alles möglich. «Olten hat einen neuen Trainer und erhält dadurch neue Energie, La Chaux-de-Fonds spielte eine ausgezeichnete Saison, und Martigny erachte ich als sehr gefährlich. Aber das können auch wir sein», sagt der 38-Jährige weiter.

Viel gelernt

Abermals auf die Zukunft angesprochen, beurteilt O’Leary die Situation dann doch konkreter: «Ich würde gerne bleiben. Ich hoffe, dass ich bleiben darf. Aber ich weiss es noch nicht», sagt er. In Langenthal habe er viel gelernt. Gemeinsam mit den Spielern sei er gewachsen und habe sich verändert.

«Ich bin etwas ­ruhiger geworden. Ich versuche, nicht dauernd zu schreien, sondern auch einmal anders positiven Druck auszuüben», erklärt er. In Österreich, wo er für eine Eishockeyakademie arbeitete, habe er Tische, Türen und Stöcke zertrümmert. Das brauche es heute nicht mehr. «Ich bin erstaunt, dass in meiner Zeit beim SC Langenthal noch nicht ein Stock in die Brüche ging», sagt er mit einem Lachen.

Was noch nicht ist, könnte noch werden. Denn erst wer bei Guyaz nachfragt, erhält für die nächste Saison ein deutlicheres Bild. «Jason O’Leary leistet sehr gute Arbeit. Vielleicht fällt das anderen Teams auf. Ansonsten würden wir gerne mit ihm weiterarbeiten», sagt der SCL-Sportchef. Oder anders gesagt: Die beiden Parteien haben es nicht eilig. Vielleicht auch, weil sie bereits wissen, dass sie einander treu bleiben werden.

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