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«Jetzt bin ich fit – und fertig!»

Heute Abend ­debütiert Stürmer Gregory Sciaroni im Match gegen den HC Lugano (19.45 Uhr) für den SC Bern in der Meisterschaft – mit vier Tagen Verspätung.

Schusskraft: Gregory Sciaroni zieht ab.
Schusskraft: Gregory Sciaroni zieht ab.
Keystone

In der Postfinance-Arena einen Eishockeymatch zu verfolgen, ist für viele ein Genuss. Gregory Sciaroni hatte sich am Samstag vor dem Derby SC Bern - SCL Tigers hingegen nicht aufs Zuschauen gefreut. Viel lieber hätte er in der ausverkauften Arena selber mitgespielt. Gesund ist der Tessiner, doch er verbüsste die letzte Spielsperre für seinen Crosscheck in den Playoffs der letzten Saison gegen den Bieler Mauro Dufner.

Zum Zeitpunkt des Fouls hatte er noch das Trikot des HC Davos getragen, doch sein neuer Arbeitgeber «erbte» drei Viertel der Sperre. Sciaroni musste im Cup gegen Wiki-Münsingen, zum Meisterschaftsauftakt gegen die ZSC Lions und eben gegen die Emmentaler passen. «Zuschauen ist immer hart», erzählt der 29-Jährige, «es war eine lange Woche.»

Wohl mit Haas und Scherwey

Doch nun hat das Warten ein Ende. Heute im Match gegen den HC Lugano erlebt er seine SCB-Feuertaufe in der National League. Aufgrund der Trainingseindrücke ist zu erwarten, dass der Flügel wie in der Champions Hockey League zusammen mit Mittelstürmer Gaëtan Haas sowie Tristan Scherwey eine Linie bilden wird.

Ein Edeltechniker und zwei schnelle Powerflügel – das Trio dürfte den einen oder anderen Gegner vor heftige Probleme ­stellen. Was hat sich der Neuling vorgenommen? «Für Stimmung sorgen und mit meinem Stil Aggressivität ins Spiel bringen», antwortet Sciaroni.

Die Qualitäten des Rechtsschützen, der seine Karriere einst bei Ambri-Piotta lanciert hatte, sind unbestritten. Das Fragezeichen bildet die Gesundheit. In den letzten fünf Saisons hat er für Davos nie mehr als 38 Qualifikationspartien bestritten und insgesamt 127 Matchs verpasst. Zweimal wurde der Stürmer ausgerechnet am Spengler-Cup ausser Gefecht gesetzt.

Am 30. Dezember 2015 zog er sich eine komplizierte Handgelenkverletzung, exakt ein Jahr später eine schwere Hirnerschütterung zu. «In unserem Job ist es normal, dass man sich ab und zu verletzt», sagt er, räumt aber ein: «Ich hatte etwas mehr Pech, als es andere hatten.» Doch es ist zu spüren: Er mag nicht ausgiebig über das Thema sprechen. Er wolle auf dem Eis nicht zu viel überlegen. «Jetzt bin ich fit – und fertig!»

Ein Heimkommen für die Frau

Sciaroni freut sich, dass vielköpfige Berner Publikum im Rücken zu haben. Die Partien mit dem HCD in Bern sind ihm «wegen der unglaublichen Stimmung und der meistens hohen Spielqua­lität» in Erinnerung geblieben. «Aber es war immer megahart, in Bern zu spielen. Ausser in der Meistersaison 2014/2015 gewannen wir hier nicht allzu oft.» Trotz Heimvorteil erwartet er heute einen schwierigen Match, «denn Lugano hat eine sehr gute Mannschaft».

Den Wechsel zum SCB vollzog der Vater zweier Kinder, weil er nach neun Jahren im Bündnerland in neuer Umgebung sein Glück versuchen wollte. «Etwas Neues probieren tut gut. Du kannst immer etwas lernen.» Infrage kam für ihn nur ein Topclub, wobei er neben Bern die ZSC Lions, Lugano und Zug aufzählt. Mit dem Transfer zum SCB zog er privat das grosse Los. Denn seine Frau war ab dem 12. Lebensjahr in Bern aufgewachsen.

«Für sie ist hier daheim.» Die vierköpfige Familie hat sich in Jegenstorf niedergelassen und fühlt sich dort sehr wohl.Gut eingelebt hat sich Sciaroni auch in der Equipe der Mutzen. Nach neun Jahren unter Arno Del Curto hat er sich an Kari Jalonen und dessen taktische Vorgaben gewöhnt. «Kari ist viel ruhiger als Arno. Sie sind ganz unterschied­liche Typen, aber beides sind ­Toptrainer.»

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