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Kloten erteilt eine Lektion in Sachen Effizienz

Der SC Bern ist den Kloten Flyers trotz über weite Strecken starker Leistung 1:4 unterlegen. Ein Lapsus in Überzahl gepaart mit Ineffizienz im Abschluss führte zur Niederlage.

Viel Verkehr vor Ronnie Rüeger: Der starke Kloten-Goalie musste sich nur einmal geschlagen geben, obwohl der SCB Chancen in Hülle und Fülle hatte.
Viel Verkehr vor Ronnie Rüeger: Der starke Kloten-Goalie musste sich nur einmal geschlagen geben, obwohl der SCB Chancen in Hülle und Fülle hatte.
Andreas Blatter

Ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit kann im Eishockey manchmal gravierende Folgen haben. Das erfuhren die Spieler des SC Bern gestern Abend am eigenen Leib. Doch der Reihe nach: Die Berner konnten das zweite Drittel gegen die Kloten Flyers in Überzahl beginnen, hatten aber Mühe, sich in der gegnerischen Zone zu installieren. Die Sekunden zerrannen, und es schien, als hätten sich die Akteure von Larry Huras damit abgefunden, dass der Ausschluss von Tommi Santala ohne SCB-Erfolgserlebnis zu Ende gehen würde. Jedenfalls liessen sie für einen Moment Konsequenz und Konzentration vermissen. Jean-Pierre Vigier offerierte Micki Dupont die Scheibe mit einem Pass ins Niemandsland auf dem Silbertablett. Der Kanadier nahm das Präsent dankend an, lancierte Michael Liniger, und der Langnauer in Klotener Diensten erzielte das 1:2.

Kein Mitspieler eilte schnell genug nach hinten, um Goalie Marco Bührer, der den ersten Abschlussversuch Linigers parierte, zu unterstützen. Weil Santalas Strafe eine Sekunde vor dem Torschuss abgelaufen war, gilt der Treffer offiziell nicht als Shorthander, was freilich nur die Powerplay-Bilanz beschönigt. An der Tatsache, dass sich die Mutzen eine Auszeit genehmigten, währenddem die Matchuhr lief, ändert sich dadurch nichts. Knapp sechs Minuten später nahm der SCB-Coach dann offiziell ein Time-out, weil Victor Stancescu mit einem sehenswerten Schuss für den dritten Treffer der Gäste gesorgt hatte.

Vor und nach diesem «Doppelpack» war der SCB die druckvoller agierende Mannschaft. Die Gastgeber hielten das Tempo des wohl schnellsten Teams der NLA problemlos mit, waren mehrheitlich in Scheibenbesitz und kreierten Chancen à discrétion. Paradoxerweise verloren sie zum ersten Mal in dieser Saison nach 60 Minuten, obwohl sie in offensiver Hinsicht die beste Leistung geboten hatten.

Pech und Unvermögen

Und doch war das 1:4 nicht nur auf Pech zurückzuführen. «Wir spielten 80 Prozent der Zeit sehr gut, waren aber zu wenig clever», lautete Huras’ Kurzanalyse. Und der Kanadier fügte an: «Kloten ist eine starke Mannschaft, aber wir haben uns selber geschlagen.» In der Tat. Zwar mangelte es Vigier an Glück, als er die Latte traf und als ihm in bester Position der Stock brach, doch die Mehrzahl der guten Tormöglichkeiten wurde durch Eigenverschulden ausgelassen. Die Flyers erteilten den Bernern eine Lektion in Sachen Effizienz: In den ersten zwei Dritteln zählten die SCB-Statistiker 19:7 Chancen, und doch stand es 1:3. «Vielleicht denken wir vor dem Goal zu viel», meinte Center Ryan Gardner zur kollektiven Ladehemmung.

Die Möglichkeit, eine Aufholjagd zu lancieren, erstickte Joel Kwiatkowski mit einem (einmal mehr) unnötigen Foul im Keim. «Es ist schade, handelt sich ein intelligenter Mann wie er immer wieder auf dumme Weise Strafen ein», tadelte Huras den Kanadier. Roman Wick schoss im Powerplay das 1:4 – der Spitzenkampf war entschieden. «Wir waren das bessere Team, begingen aber ein paar Fehler zu viel», sagte Gardner und fügte an, er werde Mühe haben einzuschlafen. «Vielleicht ist es gut, treten wir schon am Samstag gegen Servette an und bekommen sofort die Chance, es besser zu machen. So viele Fehler dürfen wir uns in Genf nicht leisten.»

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