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Langnau hat den Dreh raus

Die SCL Tigers bezwingen den SC Bern bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Die Emmentaler siegen 3:2 nach Verlängerung.

Reto Kirchhofer
Die Entscheidung: Overtime-Torschütze Eero Elo wird von Harri Pesonen, Samuel Erni und Andrea Glauser gefeiert.
Die Entscheidung: Overtime-Torschütze Eero Elo wird von Harri Pesonen, Samuel Erni und Andrea Glauser gefeiert.
Raphael Moser
Ciaccio geschlagen. Gegen den Schuss von Zach Boychuk ist der Langnauer Schlussmann chancenlos. Bern erstmals in Front.
Ciaccio geschlagen. Gegen den Schuss von Zach Boychuk ist der Langnauer Schlussmann chancenlos. Bern erstmals in Front.
Raphael Moser
Der Ausgleich: Gregory Sciaroni und Andre Heim jubeln nach Beat Gerbers Tor zum 1:1.
Der Ausgleich: Gregory Sciaroni und Andre Heim jubeln nach Beat Gerbers Tor zum 1:1.
Freshfocus
Es brennt vor Ciaccio: Thomas Rüfenacht und Simon Moser beschäftigen den Tigers-Schlussmann.
Es brennt vor Ciaccio: Thomas Rüfenacht und Simon Moser beschäftigen den Tigers-Schlussmann.
Raphael Moser
Einer gegen alle: Daniele Grassi versucht sich gegen Nolan Diem, Damiano Ciaccio und Co. zu behaupten.
Einer gegen alle: Daniele Grassi versucht sich gegen Nolan Diem, Damiano Ciaccio und Co. zu behaupten.
Keystone
Das 0:1: Hari Pesonen (rechts) bejubelt zusammen mit Chris DiDomenico die Langnauer Führung.
Das 0:1: Hari Pesonen (rechts) bejubelt zusammen mit Chris DiDomenico die Langnauer Führung.
Freshfocus
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Die Nordamerikaner haben diesen wunderbaren Ausdruck für einen Verteidiger, der äusserst defensiv orientiert ist. Der bei Angriffen des eigenen Teams selten bis nie in die gegnerische Zone nachrückt. Der lieber vor dem eigenen Tor absichert. Beat Gerber ist einer dieser «Stay-at-home»-Verteidiger. Der 36 Jahre alte Abwehrspieler hatte gestern im Derby gegen die SCL Tigers in der 36. Minute seinen Auftritt. Er verliess ausnahmsweise sein Zuhause, rückte ins Gästedrittel und verwertete das Zuspiel von Tristan Scherwey.

Tore von Gerber sind äusserst selten und werden entsprechend gefeiert. Und so hätte der Berner Verteidiger mit Vergangenheit in Langnau zur grossen Figur des Abends werden können. Aber es war eben so ein Abend in der Postfinance-Arena, bei dem sich der eine oder andere SCB-Anhänger gedacht haben dürfte: Ach, wäre ich doch besser zuhause geblieben. Das Heimteam spielte ohne Ideen, ohne Emotionen, ohne Power. Zwei lichte Momente gegen Ende des Mitteldrittels – Gerber und Zach Boychuk machten aus dem 0:1 ein 2:1 – genügten nicht. Langnau siegte 3:2 nach Verlängerung und feierte bereits den dritten Saisonsieg über den Rivalen.

Arcobellos Lücke

Ja, es ist Februar, und der erste Tabellenplatz sorgt nicht eben für Dringlichkeit. Dennoch war das schlicht zu wenig, was der SCB diese Woche gegen Ambri und Langnau geboten hat. Die Spieler von Kari Jalonen erhielten dafür einen fürstlichen Lohn in Form von vier Punkten. Gestern durften sie sich bereits nach 13 Sekunden in Überzahl versuchen. Doch das Powerplay, vor einigen Wochen noch auf dem Weg zum Musterschüler, ist wie zu Saisonbeginn wieder das Sorgenkind. Die Tigers nutzten derweil den ersten Ausschluss, wobei Chris DiDomenico und Harri Pesonen die Berner Box auf simple Weise überwanden. Die Gäste führten 1:0 und hätten zu Beginn des Mitteldrittels erneut in Überzahl nachlegen können: Eero Elo verpasste zweimal aus bester Position. Zudem scheiterten DiDomenico, Benjamin Neukom und Nolan Diem.

Beim SCB fiel die Absenz Mark Arcobellos ins Gewicht. Der 30 Jahre alte Amerikaner wird bei 5 gegen 5, im Powerplay wie auch im Boxplay forciert. Er ist aus dem Berner Ensemble nicht wegzudenken. Auch deshalb nicht, weil er seit seiner Ankunft in Bern im Herbst 2016 gerade einmal vier Meisterschaftsspiele verpasst hat. Andrew Ebbett nahm Arcobellos Platz im ersten Angriff ein. Der Kanadier blieb ebenso diskret wie seine Teamkollegen. Dennoch führte der Favorit bis in die 49. Minute. Danach verloren Thomas Rüfenacht und Calle Andersson in der gegnerischen Zone die Scheibe, Harri Pesonen nutzte den Konter zum 2:2. Und in der Verlängerung sicherte Elo den Gästen den verdienten Lohn.

Langnaus Taktik

Langnau hat im Gegensatz zu manch anderer National-League-Equipe einen Weg gefunden, den SCB in Bedrängnis zu bringen. Die Tigers verstehen es ausgezeichnet, den Bernern die Kontrolle zu überlassen, ohne dabei dominiert zu werden. Sie stören aktiv, provozieren Fehler. Und sie haben mit Pesonen einen Stürmer, der wahrhaftig für die Differenz sorgen kann. Der Finne hat gegen den SCB nunmehr fünf Saisontore erzielt.

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