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Mit wenig Kredit und ohne Stars zum Sieg

Das Schweizer Nationalteam gewinnt den Slovakia-Cup. Die junge Auswahl Patrick Fischers überrascht in Nitra.

Kaum geglaubter Erfolg: Headcoach Patrick Fischer und sein junges Team setzen sich in der Slowakei durch. (Archiv)
Kaum geglaubter Erfolg: Headcoach Patrick Fischer und sein junges Team setzen sich in der Slowakei durch. (Archiv)
Keystone

Die Schweiz setzte sich am Vierländerturnier in der Slowakei überraschend durch. Der Turniersieg in Nitra, errungen vom unerfahrensten Nationalteam in der Geschichte des Schweizer Verbandes, ist die erfreulichste Überraschung der Eishockey-Nationalmannschaft seit dem Gewinn der WM-Silbermedaille vor vier Jahren.

Warum? Weil die junge Equipe mit einem Durchschnittsalter von knapp 23,5 Jahren vor dem Turnier «kaum Kredit genossen hatte», wie es der Davoser Back Claude Paschoud, einer der elf Debütanten, ausdrückte. Captain der Mannschaft war Chris Baltisberger, der vorher bloss ein Dutzend Länderspiele und nie eine Junioren-WM bestritten hatte.

In der hektischen Schlussphase des Finals gegen die Slowakei gewann Sven Senteler die wichtigsten Bullys. Senteler agierte diese Woche als Mittelstürmer. Beim EV Zug wird er als Flügel eingesetzt. Senteler streifte diese Woche sogar erstmals das Trikot des Nationalteams über; als Junior hatte er nie ein Aufgebot ­erhalten, «wohl weil ich eher ein Spätzünder war». Flügelstürmer Sandro Zangger sammelte mit die meisten Skorerpunkte (3). Beim EV Zug erhält er nach dieser Saison keinen Vertrag mehr.

Zuversicht beim Coach

Dass Trainer Patrick Fischer mit dieser Equipe Namenloser in Nitra den Erfolg fand, schürt Hoffnungen. In genau einem Jahr beginnt in Pyeongchang das Eishockeyturnier der Männer an den Olympischen Winterspielen. Fischer befindet sich auf Kurs. Letzte Saison übernahm er das Nationalteam im Dezember als Notlösung, weil Wunschtrainer Kevin Schläpfer nicht zu haben war.

Nach gut einem Jahr kann Fischer nun behaupten, dass er seinen Weg gefunden hat. «Letzte Saison versuchten wir, einen zu grossen Schritt auf einmal zu ­machen», sagte der Zuger. «Jetzt ­haben wir zurückkorrigiert. Wir sind in Sachen Kreativität und dem Behaupten der Scheibe in der Offensive immer noch weit weg von den Topnationen. Aber wir wollen aufholen. Und wir nähern uns der Spielweise, die mir vorschwebt.»

Slowakei - Schweiz 3:4 (0:2, 2:1, 1:1) Nitra. - 3505 Zuschauer. - SR Baluska/Konc, Tvrdon/Vyleta (alle SVK). - Tore: 2. Riat (Dave Sutter, Sandro Zangger) 0:1. 9. Dave Sutter (Leone, Senteler) 0:2. 29. Leone 0:3. 36. Gernat (Cingel) 1:3. 37. Bakos (Sedivy) 2:3. 47. Fazzini (Gregory Hofmann) 2:4. 56. Ceresnak (Andrej Stastny) 3:4. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Slowakei, 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz. Slowakei: Janus; Ceresnak, Janosik; Cajkovsky, Gernat; Sedivy, Svarny; Valach; Macik, Slovak, Hrnka; Kudrna, Cingel, Libor Hudacek; Skokan, Suja, Bakos; Buc, Lusnak, Andrej Stastny. Schweiz: Boltshauser; Fora, Marti; Heldner, Paschoud; Dave Sutter, Samuel Guerra; Phil Baltisberger; Julian Schmutz, Samuel Walser, Jörg; Chris Baltisberger, Gregory Hofmann, Fazzini; Riat, Albrecht, Sandro Zangger; Leone, Senteler, Herren. Bemerkungen: Schweiz ohne Senn (Ersatztorhüter). - Timeouts: Slowakei (59.); Schweiz (37.). - Powerplay-Ausbeute: Slowakei 0/3; Schweiz 0/1.

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