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Mühelos gewonnen, ohne zu überzeugen

Der SC Bern hat gegen die SCL Tigers ein weiteres Derby mühelos gewonnen, ohne dabei zu überzeugen. Für die harmlosen Langnauer war die 1:3-Niederlage gleichbedeutend mit der 21. Pleite aus den letzten 22 Derbys.

Der Puck im Fokus von Jean-Pierre Vigier (links), Jörg Reber und Tigers-Goalie Benjamin Conz.
Der Puck im Fokus von Jean-Pierre Vigier (links), Jörg Reber und Tigers-Goalie Benjamin Conz.
Andreas Blatter

«Bonjour tristesse» – der Titel des in den Sechzigerjahren erschienenen Romans hätte sich gestern als passende Umschreibung des fünften und letzten Saisonderbys zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers erwiesen. Die Höhepunkte in der spannungsarmen Begegnung waren an einer Hand abzuzählen: Nach einem Puckverlust Nick Naumenkos im Powerplay düpierte Caryl Neuenschwander sowohl Tigers-Verteidiger Jörg Reber als auch Goalie Benjamin Conz (10. Minute); in der 22. Minute gelang Ivo Rüthemann mittels Gegenstoss die Vorentscheidung (2:0); zu Spielhälfte verpasste es der allein auf SCB-Goalie Marco Bührer losgezogene Alexandre Daigle, den Gästen neues Leben einzuhauchen; die zwei Überzahltore durch Sven Helfenstein (1:2) und Pascal Berger (3:1) im Schlussdrittel komplettierten schliesslich das bescheidene Quintett an sehenswerten Aktionen.

Unzufriedene Trainer

Angesichts der derzeitigen Kräfteverhältnisse vermögen die Tigers den Kantonsrivalen nur dann zu fordern, wenn sie mit Leidenschaft, Emotionen und Kampfgeist agieren. Diese geforderten Eigenschaften lassen sich gewiss nur schwer mit der momentanen sportlichen Ausgangslage vereinen: Einerseits fehlen den Tigers die tabellarischen Perspektiven, anderseits steht die Olympia-Pause kurz bevor. Das harm- und zahnlose Auftreten der Tiger muss jedoch auch Trainer Konstantin Kuraschew zu denken geben. «Wir sind viel zu weit weg von einem Zustand, bei dem ich sagen könnte, ich sei zufrieden», sagte Kuraschew. Und: «Für eine gute Show braucht es zwei starke Teilnehmer. Derzeit können wir mit einer Mannschaft wie jener des SCB nicht mithalten.» Ob dies die potenziellen Matchbesucher im Vorfeld geahnt hatten? Die Zuschauerzahl (15'001) fiel für Derby-Verhältnisse äusserst bescheiden aus, übertraf aber dennoch jene des in der PostFinance-Arena durchgeführten Heimspiels der Emmentaler zu Jahresbeginn (13'215). Unter dem Strich hatte für Langnau aus diesem Heimspiel-Abtausch übrigens ein Erlös von rund 150'000 Franken resultiert.

Trotz der drei gewonnenen Punkte liess sich nach Spielschluss bereits der Mimik von Larry Huras entnehmen, dass der SCB-Coach ob der Leistung seiner Equipe überhaupt nicht erfreut gewesen war. Die anschliessenden Worte dienten als Beleg: «Mit dem Resultat bin ich zufrieden, mit der Leistung aber gar nicht. Wir spielten nach gutem Beginn ein ‹Olé-Olé-Eishockey›, ohne klare Linie, aber mit vielen Fehlern und Strafen.» Dennoch reichte die sehr bescheidene Berner Performance beinahe mühelos, um die Tigers in Schach zu halten.

Engagement auf Zeit

«Wir haben noch viel zu tun», bilanzierte Kuraschew und repetierte, «wirklich viel». Der Russe sieht sich an der Bande der Tigers als Übergangslösung. «Im Nachwuchsbereich habe ich begonnen, neue Strukturen aufzubauen. Und ich bin einer, der beenden will, was er angefangen hat.» Vorerst gilt es für den Russen, mit dem Fanionteam, das in der nächsten Spielzeit durch die Verteidiger Sebastian Schilt (Lausanne) und Federico Lardi (Sierre) ergänzt wird, die schwierige «Mission Ligaerhalt» erfolgreich zu beenden.

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