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Neffs schwieriger Weg

Manuel Neff war bei der 1:3-Niederlage Thuns gegen Dübendorf der einzige Oberländer Torschütze. Der 26-Jährige hat gelernt, anders Eishockey zu spielen, was seine letzte Chance war.

Manuel Neff (Mitte) agiert engagiert, aber mit weniger Körpereinsatz. Foto: Markus Grunder
Manuel Neff (Mitte) agiert engagiert, aber mit weniger Körpereinsatz. Foto: Markus Grunder

Kurz vor Schluss des Heimspiels gegen Dübendorf wird Thuns Stürmer Manuel Neff wegen Behinderung auf die Strafbank geschickt. Es ist nicht hundertprozentig klar, dass hier eine Sanktion ausgesprochen werden muss. In der letzten Saison hätte sich Neff womöglich lautstark bemerkbar gemacht, jetzt bleibt er ruhig und nimmt die Strafe ohne grossen Kommentar entgegen. Der 26-Jährige ist reifer geworden, musste dies zwangsläufig auch. Denn Manuel Neff steht unter Beobachtung.

In der letzten Saison war der Thuner der meistbestrafte Spieler der Swiss Regio League. 235 Strafminuten kassierte er in der Qualifikation, Neff fiel mehrfach durch überharte Aktionen und Ausraster auf. Er wurde für fünf Spiele gesperrt, kehrte gegen Star Forward aufs Eis zurück, um nach einem Bandencheck gegen Damien Riedi wieder mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt zu werden. Er wurde erneut für fünf Partien aus dem Verkehr gezogen und verpasste die Playoff-Viertelfinals gegen Wiki-Münsingen, in der sein Team ausschied.

Es wurden viele Stimmen laut, Neff solle sich in Zukunft von den Eisfeldern fernhalten. «Ich muss anders Eishockey spielen», war er sich bewusst. Denn auch im Verein war man nicht bereit, unzählige weitere Vergehen hinzunehmen.

Im Team anerkannt

Neff hat es geschafft, seine Spielweise zu ändern. Der wuchtige Angreifer steigt mit weniger Körpereinsatz in die Zweikämpfe, hält sich sichtbar zurück. «Freude macht das nicht unbedingt, es ist nicht mehr das Eishockey, das ich zu spielen gewohnt war», sagt Neff. Ans Aufhören hat er trotzdem nicht gedacht. In der Thuner Equipe geniesst er nach wie vor viel Rückhalt. Als er bei der 1:3-Niederlage am Samstag gegen Dübendorf im zweiten Drittel den 1:0-Führungstreffer erzielte, freuten sich die Teamkollegen sehr über den zweiten Saisontreffer des Stürmers. «Der Kitt in der Mannschaft ist ein wesentlicher Faktor, warum ich noch weiter Eishockey spiele», sagt Neff.

Mit 57 Strafminuten ist er auch jetzt noch auf Platz 4 in der Liste der meistbestraften Spieler der Swiss Regio League anzutreffen, dieser Wert ist aber nicht einmal mehr halb so hoch wie zum gleichen Zeitpunkt letzte Saison. Als er im Heimspiel gegen Sierre mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt wurde, setzte es keine Sperre ab. Das Vergehen wurde als wenig gravierend erachtet. »Es ist nicht immer einfach, sich in Sachen Körpereinsatz zurückzuhalten», gesteht Neff. Es ist ein schwieriger Weg, den er gehen muss, den er bis jetzt aber erfolgreich bestreitet.

Fünf Niederlagen in Folge

Einen schwierigen Weg hat derzeit auch die Thuner Mannschaft zu gehen. Die Oberländer mussten zuletzt fünfmal in Folge gegen Teams aus den ersten vier antreten und holten keinen Punkt. Auch die gute Leistung gegen Dübendorf blieb unbelohnt, weil sich die effizienteren Gäste für eine Temposteigerung im letzten Drittel belohnten. «Nun treffen wir zweimal hintereinander auf Wiki, Derbys sind in einer solchen Phase nicht das Schlechteste», meinte Neff. Am Mittwoch wird in Thun gespielt, am Samstag in Wichtrach.

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