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Nein zu mehr Ausländern im Hockey

Wenn es um das Engagement von Ausländern geht, sind die NLA-Klubs zurückhaltender geworden. Die Gesellschafter der Nationalliga wollen weiterhin nur mit vier Ausländern spielen.

Janne Niinimaa (Langnau): Der 33-jährige Finne, der schon 810 Spiele in der NHL absolviert hatte, wollte nach seinem wenig geglückten Engagement in Davos nochmals in die NHL. Er fand jedoch keinen Verein, unterschrieb jetzt in Langnau und wird am Freitag debütieren – in Davos.
Janne Niinimaa (Langnau): Der 33-jährige Finne, der schon 810 Spiele in der NHL absolviert hatte, wollte nach seinem wenig geglückten Engagement in Davos nochmals in die NHL. Er fand jedoch keinen Verein, unterschrieb jetzt in Langnau und wird am Freitag debütieren – in Davos.
Keystone
Patrick Thoresen (Lugano): Der Norweger ist wohl die spektakulärste Verprflichtung für diese Saison. Der 25-Jährige spielte in der NHL für Edmonton und Philadelphia und schloss sich Lugano an, weil ihm kein NHL-Verein einen Ein-Weg-Vertrag anbieten wollte. Hat Nordamerika noch nicht abgehakt.
Patrick Thoresen (Lugano): Der Norweger ist wohl die spektakulärste Verprflichtung für diese Saison. Der 25-Jährige spielte in der NHL für Edmonton und Philadelphia und schloss sich Lugano an, weil ihm kein NHL-Verein einen Ein-Weg-Vertrag anbieten wollte. Hat Nordamerika noch nicht abgehakt.
Keystone
Erik Westrum (Ambri): Der Amerikaner war Topskorer in der AHL, konnte sich aber in der NHL nicht durchsetzen. Spielt die zweite Saison bei Ambri-Piotta.
Erik Westrum (Ambri): Der Amerikaner war Topskorer in der AHL, konnte sich aber in der NHL nicht durchsetzen. Spielt die zweite Saison bei Ambri-Piotta.
Keystone
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Heute diskutierten die Gesellschafter an der Nationalliga-Versammlung in Ittigen unter Traktandum 6, ob ab der nächsten oder übernächsten Saison wieder fünf Ausländer eingesetzt werden dürfen. Dem vom SC Bern portierten Vorschlag war jedoch kein Erfolg beschieden. Fünf Vereine stimmten dafür, sieben waren dagegen. Die Vernunft und versiegende Geldquellen schieben dem Wildwuchs bei der Verpflichtung von ausländischen Spielern einen natürlichen Riegel. Die reglementarische Bremse ist demnach erwünscht.

Patrick Droz, der seit Jahren die korrekte Abwicklung mit ausländischen Transfers im Schweizerischen Eishockey-Verband bearbeitet und überwacht, erinnert sich gut an die Lockout-Saison 2004/05. «Damals wurden extrem viele Lizenzen an ausländische Spieler vergeben», erinnert sich der Mitarbeiter von Swiss Ice Hockey. Damals hatte er Arbeit in Hülle und Fülle, weil der Arbeitsmarkt von NHL-Professionals nur so überschwemmt wurde.

Vernünftige Politik dank neuer Reglemente

Heutzutage überlegt sich jeder Sportliche Direktor zweimal, ob er einen Söldner mit fremden Pass sofort verpflichten will. Denn seit der Saison 2007/08 dürfen die NLA-Klubs nur noch acht ausländische Lizenzen in der gesamten Meisterschaft beanspruchen. Und die Barrieren sind für Transfers nach dem 31. Januar geschlossen. Diese Reglementsänderungen verfehlten ihre Wirkung nicht. «Die Verantwortlichen sind bei der Verpflichtung von ausländischen Spielern vorsichtiger geworden», weiss Droz. 63 Lizenzen für Fremdarbeiter hat der Verbandsangestellte in dieser Spielzeit schon vergeben, die von HCD-Interimsgoalie Jaroslav Hübl aus Litvinov miteinberechnet. «Diese Zahl hält sich im Rahmen des letzten Jahres», erklärt Droz.

Lukrativere Ligen als in der Schweiz

Ein weiterer Grund, warum die Techniker hierzulande vernünftiger geworden sind, liegt im ausgetrockneten Spielermarkt. Die NL A ist nicht mehr der Krösus in Europa, was die Saläre betrifft. In den Spitzenligen in Schweden (Elitserien) und Russland (KHL) ist mehr oder zumindest gleich viel zu verdienen, abgesehen davon, dass das spielerische Niveau höher ist als in der Schweiz. Es ist verständlich, dass begabte Profis den Offerten aus dem Norden oder Osten des Kontinents den Vorzug geben. Für einen Klub wie die SCL Tigers, der finanziell ums nackte Überleben kämpft, ist es während der Saison praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, einen valablen Ersatz für den angeschlagenen Leistungsträger Jeff Toms zu verpflichten. Schliesslich muss der Neuzuzug auch irgendwie finanziert werden. Ein Notnagel wie Justin Morrison, der schon bei den Lakers und in Davos nur für kurze Zeit Unterschlupf fand, ist kaum geschaffen, Offensivkraft Toms punkto Qualität zu ersetzen.

Die Schweizer Klubs können aber auch Glück haben. Manchmal regiert der Zufall den Transfermarkt. Das kürzliche Engagement von Janne Niinimaa für den verletzten Curtis Murphy könnte sich als Glücksfall für die Emmentaler entpuppen. Selbst wenn der finnische Verteidiger im letzten Winter die (hohen) Erwartungen beim HC Davos nicht erfüllen konnte, zählte Niinimaa zu den bekannteren Figuren, die auf Jobsuche waren.

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