Zum Hauptinhalt springen

Niklas Schlegels grosser Schritt

Der 24 Jahre alte Torhüter Niklas Schlegel verlässt die ZSC Lions, um in Bern die Nummer 1 zu werden. Zudem bleibt Pascal Caminada beim SCB.

Im Bild pariert Niklas Schlegel den Schuss Andrew Ebbetts. Ab nächster Saison spielt der ZSC-Goalie für die Berner. Foto: Raphael Moser
Im Bild pariert Niklas Schlegel den Schuss Andrew Ebbetts. Ab nächster Saison spielt der ZSC-Goalie für die Berner. Foto: Raphael Moser

Die Liste war lang, und sie war ein Flickwerk. Namen wurden hinzugefügt, Namen wurden gestrichen. Am Ende fiel die Wahl auf Niklas Schlegel, 24 Jahre alt, Torhüter der ZSC Lions. Seit Leonardo Genoni Anfang August in Zug unterschrieb, hat sich der Berner Sportchef Alex Chatelain mit der Nachfolge des vierfachen Meistergoalies beschäftigt.

Als Erster war Jonas Hiller ein Thema; er entschied sich früh zum Verbleib in Biel. Es folgte ein Potpourri an Namen aus der Schweiz, aus dem Ausland. Zuletzt bestand beispielsweise Kontakt mit dem Agenten des Schweden Lars Johansson (ZSKA Moskau). Nun also ist der Entscheid gefallen: Schlegel hat in Bern einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Pascal Caminada wird das SCB-Goalieduo nächste Saison komplettieren.

Etliche Faktoren haben die Entscheidungsfindung beeinflusst. Da war die Ablehnung des Berner Vorstosses, die Zahl spielberechtigter Ausländer von vier auf sechs zu erhöhen. Da waren nicht realisierbare Transfers (Hofmann, Kreis). Da sind die Fragezeichen um die Kaderstärke des SCB und um den Gesundheitszustand Ramon Untersanders. Sportchef Chatelain sagt aber: «Entscheidend ist: Wir sind zu hundert Prozent vom Duo Schlegel/Caminada überzeugt.»

Doppelbürger mit Potenzial

Eine Abmachung, welcher Goalie wie viele Einsätze erhalten soll, existiert nicht. Aber klar ist, dass Schlegel mit dem Nummer-1-Anspruch nach Bern wechselt – und dass Caminada häufiger zum Zug kommen wird, als dies zurzeit der Fall ist.

Der Back-up-Torhüter unterschrieb im Unterschied zu Schlegel für eine Saison. Dies legt die Vermutung nahe, dass der SCB im Frühling 2020 seinen Junior Philip Wüthrich in die erste Mannschaft integrieren wird. Der 20 Jahre alte Goalie bestreitet zurzeit bei Langenthal seine erste NLB-Saison.

Schlegel seinerseits wird als Genoni-Nachfolger eine Lücke zu schliessen haben, die weitaus grösser ist als die 183 Zentimeter Distanz zwischen den Torpfosten. Der 24 Jahre alte Keeper hat für die ZSC Lions 104 Partien bestritten, davon 13 in dieser Saison.

Aktuell besitzt er leicht bessere Statistiken als sein Kontrahent Lukas Flüeler. Doch im Gegensatz zu Flüeler besitzt Schlegel kaum Playoff-Erfahrung. Erst einmal stieg er in der «Crunch Time» zur Nummer 1 auf, 2017 im Viertelfinal gegen Lugano (der ZSC verlor 2:4). International stand er 2017 im WM-Kader der Schweiz, er de­bütierte im letzten Gruppenspiel (3:1-Sieg gegen Tschechien).

Weil sein Vater Tom in Toronto aufgewachsen ist, besitzt Schlegel auch den kanadischen Pass. Durch den Vater fand ­Niklas auch den Weg ins Tor. Schlegel senior war Goalie in der 1. Liga, zurzeit arbeitet er als Torhütertrainer beim National-League-Aufsteiger Rapperswil.

Ebbett, Praplan, Wieser

Nach der Verlängerung von Caminada und Schlegels Verpflichtung gibt es im Berner Kader für die kommende Saison kaum noch Fragezeichen. Stürmer ­Ebbett sowie die Verteidiger Almquist und Kamerzin besitzen einen auslaufenden Vertrag. ­Ebbett dürfte bleiben, Kamerzin den Club verlassen. Interessiert sind die Berner an der Verpflichtung der Flügel Vincent Praplan (San José) und Marc Wieser ­(Davos).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch