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Noch wenig Kredit für die Berner Aufsteiger

Der EHC Biel ist besser als der Absteiger EHC Basel. Aber ist er gut genug für die oberste Liga?

Die Umgebung und das Küsnachter Stadion beim letzten Vorbereitungsturnier waren sich die Bieler von vielen Gastspielen bei den GCK Lions gewohnt, die Gegner eher weniger. Beim 0:7 wurde den Aufsteigern vom Meister der Tarif in der obersten Liga schonungslos durchgegeben, beim 4:1 am Samstag gegen die Lakers feierten sie ein kleines Erfolgserlebnis gegen einen zukünftigen Konkurrenten.

Sicher ist, dass die Bieler nach 13-jähriger Abstinenz vom Spitzeneishockey bei den Auguren für die kommende Meisterschaft sportlich wenig Kredit geniessen. Das blanke 4:0 nach Siegen in der Ligaqualifikation gegen Basel ändert daran nichts - zu schwach war der Absteiger des vergangenen Frühlings. «Wir sind weit weg von den Topteams der Liga», sagt auch Trainer Heinz Ehlers, «wir müssen die Punkte gegen andere holen und bereit sein, wenn diese einen schlechten Abend oder eine kleine Krise haben.»

Die Ausgangslage hat sich für den dreifachen Meister, der zuletzt vor einem Vierteljahrhundert unter Kent Ruhnke feierte, komplett verändert. In der National League B waren die Bieler in den letzten fünf Jahren das dominierende Team und erreichten viermal die Ligaqualifikation. In der letzten Saison bot Ehlers Team nach anfänglichen Problemen einen Steigerungslauf ähnlich den ZSC Lions bis zum triumphalen Abschluss.

4000 Saisonkarten verkauft

Die Euphorie im Klub, der noch 2007 mit rechtlichen Mitteln gegen den Aufstiegsmodus vorgegangen war, ist noch nicht verflogen. Über 4000 Saisonkarten wurden in Erwartung der neuen Berner Derbys oder der alten Rivalen aus Freiburg abgesetzt - ein klares Zeichen auch, dass die Eishockeykultur in Biel die mageren Jahre überdauert hat. Das Budget wurde wenigstens auf unterstes A-Niveau (6 Millionen Franken) angehoben. In drei Jahren kann der Klub in sein neues Stadion einziehen.

Ehlers hofft, dass in der Mannschaft eine realistische Einschätzung der Lage vorherrscht. Er spricht von der Einheit, von der Homogenität, die es braucht, um die Rückschläge aufzufangen. Dass der Abstiegskampf, der im Frühling mit dem Playout beginnt, auf die Rückkehrer wartet, gilt als sicher. Und die ehemaligen erbitterten Gegner des Nadelöhrs der Durchlässigkeit zwischen den Ligen dürften für einmal darüber nicht unglücklich sein. Der Coach jedenfalls dürfte von seiner Strategie der Vorsicht und der Defensive, mit der er in den entscheidenden Spielen Erfolg hatte, nicht abweichen.

Für den Dänen war es wichtig, dass der Kern des Teams weiter in Biel spielt - auch die beiden Goalies Marco Wegmüller und Pascal Caminada, die fast ohne Erfahrung in der obersten Spielklasse sind. Sportchef Kevin Schläpfer verpflichtete dazu sieben neue Schweizer Spieler, darunter den Rekordinternationalen und Abwehrhaudegen Martin Steinegger, der die Karriere bei seinem Stammklub beenden will, und den vielfach umworbenen Flügel Thomas Nüssli vom EHC Basel.

Bei der Ausländerposition Zeit genommen

Schläpfer, der in seiner Spielerkarriere selber dreimal aufgestiegen war, liess sich bei der Besetzung der beiden zusätzlichen Ausländerpositionen Zeit. Der 38-jährige Verteidiger Sean Hill bringt viel Erfahrung aus der NHL mit, der kleine, bissige Flügel David Ling gute Referenzen als Torschütze auch in der starken russischen Liga. Zurzeit testet Biel den kanadischen Stürmer Rico Fata von Mannheim - nicht zuletzt weil Center Eric Himelfarb an der hartnäckigen Bauchmuskelverletzung leidet. Zusammen könnte das neue Bieler Team eine ziemlich explosive Mischung sein.

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