Saisonrückblick: Ciaccio hexte, Glauser überraschte, Pesonen skorte

Ein Rückblick auf die Saison der SCL Tigers – und die Langnauer Höhenflieger.

Von links: Andrea Glauser,Damiano Ciaccio und Harri Pesonen (Bilder: Kurt Schorrer, Christian Pfander)

Von links: Andrea Glauser,Damiano Ciaccio und Harri Pesonen (Bilder: Kurt Schorrer, Christian Pfander)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Seit der 1:8-Niederlage in der «Belle» gegen Lausanne ist die Saison für die SCL Tigers vorbei. Derweil sich das Team Richtung Barcelona verabschiedet hat, blickt diese Zeitung noch einmal auf die erfolgreichste Langnauer Spielzeit seit Einführung des Playoff vor 33 Jahren zurück. Und obwohl es die SCL Tigers in erster Linie dank ihrer äusserst solidarischen Spielweise in die Top 8 geschafft haben, gilt es doch einige Spieler hervorzuheben.

Torhüter:

Vor Weihnachten verletzt sich Ivars Punnenovs – und sofort beginnt tout Langnau zu zweifeln. Weil die Clubleitung Damiano Ciaccio das Vertrauen ausspricht und mit Viktor Östlund lediglich einen Back-up-Goalie verpflichtet. Gewiss, Punnenovs und Ciaccio wechselten sich zuvor bereits ab. Doch kann der Romand mit dem zuweilen unkonventionellen Stil wirklich in jedem Spiel konstante Leistungen zeigen und die SCL Tigers damit ins Playoff führen?

Der Romand antwortet auf seine Art und Weise: Er spielt eine überragende Qualifikation, avanciert zum grossen Rückhalt des Aussenseiters. Und im Playoff macht Ciaccio genauso weiter, nicht zuletzt dank seinen Paraden gelingt den SCL Tigers die Aufholjagd vom 1:3 zum 3:3 im Viertelfinal gegen Lausanne.

Dass er in der «Belle» gleich sechsmal hinter sich greifen muss, ist besonders bitter. Zumal Ciaccio von seinen Vorderleuten sträflich alleine gelassen wird. Ganz besonders er hat dieses Ende nicht verdient.

Verteidigung:

Wer ist eigentlich Andrea Glauser? Diese Frage dürfte sich der eine oder andere Tigers-Fan gestellt haben, als Langnau vor Jahresfrist den Zuzug des Freiburgers bekannt gab. Nun, mit diesem Transfer bewies der ehemalige Sportchef Jörg Reber viel Weitsicht. Und nach dieser Saison muss man sich die Frage stellen, wie die Verantwortlichen von Gottéron das Potenzial ihres Eigengewächs übersehen konnten.

Glauser ist bei den SCL Tigers in Kürze zur Fixkraft avanciert, nicht zuletzt dank ihm konnte der gewichtige Ausfall von Abwehrpatron Yannick Blaser kompensiert werden. Bereits im Herbst wurde Patrick Fischer auf Glauser aufmerksam, er nominierte ihn für den Deutschland-Cup. Es ist anzunehmen, dass ihm der Nationaltrainer die Chance geben wird, sich in der WM-Vorbereitung zu empfehlen. Glauser ist damit eine Ausnahme.

In der Tigers-Defensive figurieren diverse Spieler, die sich anderswo nicht durchsetzen konnten. Doch im System von Trainer Heinz Ehlers ist jedes Rädchen wichtig. Auch wenn Spieler wie Claudio Cadonau und Larri Leeger nicht brillieren – sie stehen exemplarisch für das Emmentaler Bollwerk.

Sturm:

Vor Jahresfrist war die schwache Offensive einer der Hauptgründe, weshalb die SCL Tigers das Playoff knapp verpassten. Dass sie deshalb erstmals überhaupt mit fünf ausländischen Stürmern in eine Saison starteten, erwies sich als wegweisend. Da und dort war der Entscheid, Chris DiDomenico eine zweite Chance zu geben, zwar kritisiert worden.

Der Kanadier aber enttäuschte die Verantwortlichen nicht. Trotz verhaltenem Start war er einer der Hauptgründe für den Höhenflug der SCL Tigers. Mit Harri Pesonen bildete er eine der gefährlichsten Flügelzangen der Liga. Der Finne erwies sich als Glücksfall für die Emmentaler.

Unter Ehlers, der ihn schon in Lausanne gecoacht hatte, fand er zu alter Stärke zurück. 23 Treffer erzielte Pesonen, er ist der produktivste Tigers-Ausländer seit dem Wiederaufstieg 2015. Allerdings zeigt ein Blick auf die Skorerliste auch, wie abhängig die Langnauer von ihren Importspielern sind.

Berner Zeitung

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